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22. August 2008, 10:33 Uhr

Union drängt auf Steuerhilfen für Biosprit

Da viele Autos eine höhere Beimischung von Biosprit nicht vertragen, muss Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zurückrudern und die festgelegten Quoten senken. Die Union will nur zustimmen, wenn gleichzeitig die Steuern auf Biosprit gesenkt werden. Das politische Geschacher beginnt.

Der Streit um die Biosprit-Beimischung ist im vollen Gange - die derzeit festgeschriebene Mindestquote würden viele Autos nicht vertragen© Thomas Kienzle/AP

Die Union drängt auf niedrigere Steuern für sogenannten Biosprit, um den eingebrochenen Absatz reinen Pflanzen-Treibstoffs ab 2009 wieder in Schwung zu bringen. Nur unter dieser Bedingung wolle man einer Änderung der Biokraftstoff-Quoten in Deutschland zustimmen, sagte die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Katherina Reiche. Auf diese Linie habe man sich mit der Fraktionsspitze und weiteren Fachpolitikern verständigt. Das Finanzministerium machte deutlich, dass man keine Änderung an den vereinbarten Steuersätzen plane. Das Umweltministerium erklärte, man sei über die Unions-Pläne bislang nicht informiert.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will die Mindest-Quoten für den Einsatz von Agro-Sprit senken, weil zahlreiche Autos höhere Beimischungen im Benzin nicht vertragen. Zudem gilt besonders importierter „Biosprit“ als wenig ökologisch, da die Produktion teils auf Kosten des Regenwaldes geht oder den Anbau von Nahrungsmitteln verdrängt. Im Inland entstehen zudem zunehmend ökologisch wenig wertvolle Monokulturen zur Erzeugung des Treibstoffs. Daher soll die Biosprit-Quote 2009 bei fünf Prozent eingefroren werden und sich nicht auf 6,25 Prozent erhöhen, wie die jetzige Gesetzeslage es noch vorsieht. Zudem soll der Import praktisch ausgeschlossen werden. Der Gesetzentwurf Gabriels wird aber in der Regierung von Unions-geführten Ministerien wie dem Landwirtschaftsressort blockiert.

Der Absatz von Reinkraftstoffen - besonders Biodiesel - war eingebrochen, nachdem die Regierung die Steuerfreiheit aufgehoben hatte. Im Jahr 2009 sollen die Steuersätze erneut steigen. Dies trifft auch Landwirte in Bayern, die auf die Produktion von Biosprit gesetzt haben. Dort wird im Herbst gewählt. Reinkraftstoffe werden neben dem beigemischten Biosprit auf die Quote angerechnet.

Sollte die Gesetzesänderung blockiert bleiben, müsste die vorgeschriebene Mindestquote also im nächsten Jahr steigen, obwohl die Autos höhere Beimischungen nicht vertragen und Reinkraftstoffe derzeit keinen Markt finden.

Reuters

 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
heiner5362 (22.08.2008, 21:44 Uhr)
welche lobby
hat denn da wieder geschmiert ???
baut nahrungsmittel an ihr schranzen.
wer mit seinem suv zum briefkasten/bäcker fährt nur um zu protzen kann auch 5€ den liter zahlen.
verrückte welt.
ALLES wird getan damit die stinkende blechlawine weiterrollt, aber zu fressen gibts dann nichts mehr...
AAAAUUUUUDDDDOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO!!
wie bescheuert gehts denn noch.
das ist ja fast so bekloppt wie einen idioten dazu zu bringen freiwillig mit dem kopf durch die wand zu rennen.
irgendwo hörts mal auf und diese benzinpreiskreischerei ist eure eigene schuld.
ZWEITWAGEN ist schon dekadenz pur.
ab nach ami-land ihr armen geschundenen kfz-besitzer, deren blechkästen eh meist nur rumstehen um vor sich hinzurosten :)))
undueberhaupt (22.08.2008, 12:27 Uhr)
Biosprit?
Die Zusammensetzung von Biosprit ist noch garnicht richtig ausgereift. Bei der Verbrennung entstehen krebserregende Stoffe. Man sollte das Zeug erst mal richtig erforschen, und derweil dieses Öl für die Lebensmittelproduktion einsetzen, solange der Hunger auf der Welt nicht gestillt ist. Andere alternative Antriebsmittel für Fahrzeuge werden bei uns auch zu wenig erforscht. Deutsche Autohersteller haben bald das Nachsehen. Es wird eben zu wenig in Bildung investiert. Armes Deutschland.
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