Arabischer Werwolf auf dem Sprung

2. Februar 2013, 10:31 Uhr

"W Cars" will die Welt der Super-Sportwagen im Sturm erobern. Dafür hat der arabische Auto-Bauer nach eigenem Ermessen einen Hypercar namens Lykan gebaut.

Lykan, Hypersport, 4161

Erstaunlich: Eine Reihe von Horrorfilmen stand Pate bei der Namensgebung für den 2,49 Millionen Euro teuren Wagen.

Im mittleren Osten ist die Anzahl der superschnellen und oft auch dementsprechend teuren Supersportwagen sehr groß. Was liegt also näher, als genau dort ein besonders schnittiges und exklusives Exemplar dieser Automobil-Gattung zu bauen. Der arabische Autohersteller "W Cars" hat genau das getan. Das Ergebnis ist kein Supersportwagen, sondern ein Hypercar namens Lykan. Der Name ist der Pop-Mythologie entnommen und bezeichnet eine besonders aggressive Werwolf-Gattung, die Lykaner. Mehr über diese Spezies erfährt man in der "Underworld"-Filmreihe mit Kate Beckinsale.

Nomen est Omen? Schließlich ist die automobile Welt vollmundige Ankündigungen gewöhnt. Bei der Präsentation anlässlich der Qatar Motor-Show des Lykan sparte der W-Motors-Chef Ralph Debbes nicht mit Eigenlob: "Hier wird Geschichte gemacht. Der Lykan ist das erste arabische Hypercar. Das außergewöhnlichste Automobil, das die Welt je gesehen hat." Herausgekommen ist ein Geschoss:. Der Lykan hat 750 PS und soll je nach Getriebeübersetzung zwischen 385 und 395 Stundenkilometer schnell sein.

Da können sich die Lamborghinis, Ferraris und Paganis schon mal warm anziehen. Zumal der Lykan die Kraft nicht aus einem 12-Zylinder-Hubraum-Monster, sondern einen zweifach aufgeladenen Turbo-Sechszylinder-Boxer mit einem Hubraum von 3.746 Kubikzentimeter schöpft. Das Triebwerk ist keine Drehorgel sondern erreicht das maximale Drehmoment von knackigen 900 Newtonmetern bereits bei 4.000 U/min. Etwa 3.200 Touren pro Minute später beginnt dann der rote Bereich. Die Sprintqualitäten des Werwolfs sind beeindruckend: nach 2,8 Sekunden ist die 100-km-Marke erreicht und nach 9,4 Sekunden fällt die 200 km/h-Grenze.

Damit der Hecktriebler die Kraft auch einigermaßen vernünftig auf die Straße bringt, ist das Triebwerk als Mittelmotor mit einem quer eingebauten sequentiellen Sechsgang-Getriebe platziert. Für Traktion sorgt ein Sperrdifferential. Auch das Fahrwerk ist keine Revolution: Vorne sind McPherson-Federbeine mit Wankstabilisatoren und hinten eine Mehrfachlenker-Achse verbaut.

Avantgardistischer ist da schon die Karosserie aus reinem Carbon. Optisch ist der Lykan eine Mischung aus einem Lamborghini Aventador und einem Audi R8. Gefertigt wird die Kohlefaser-Flunder in Kooperation mit Magna Steyr Italia. Während die Carbon-Karosse zwar aufwendig aber mittlerweile nichts komplett Neues mehr ist, lassen die Designer in einigen Details ihren Spieltrieb freien Lauf, um den Geschmack der exklusiven Kundschaft zu treffen. Die Front-LED-Leuchten sind mit Diamanten eingefasst und auf Wunsch können gelbe Diamanten, Rubine und andere Edelsteine in das Auto integriert werden. Die Nähte des Leder-Über-Carbon-Interieurs bestehen aus Goldfäden. Über das Gewicht schweigen sich die Erbauer des Lykan noch aus, es dürfte aber so gering sein, dass ein Durchschnittsverbrauch von 13,5 Liter herauskommen soll.

Das futuristische Interieur würde jedem Konzept-Auto gut zu Gesicht stehen. Im Lykan ist es Tatsache. Das Bedien-Anzeige-Konzept ist holographisch und reagiert auf Gesten des Fahrers. Das Ganze wirkt wie ein Cockpit aus einem futuristischen Videospiel, soll aber einwandfrei funktionieren. Zusammen mit dem Partner "ID4Motion" ist die Anzeige frei konfigurierbar. Der Preis für jede dieser handgefertigten Preziosen: 2,49 Millionen Euro.

Dafür gibt es einen Rund-um-die-Uhr-Concierge-Service und eine exklusive Cyrus Klepcys Uhr, von der es nur sieben Stück gibt. Der extravagante Chronograph besteht aus 18-karätigen Weißgold und schwarzen Titanium und wird nur an Käufer eines Lykan ausgegeben.

Lykan Hypersport
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