Mercedes ruft Transporter "Citan" zurück

6. Mai 2013, 17:15 Uhr

Der ADAC bestätigte im April, der "Citan" sei wegen "erheblicher Schwächen und Sicherheitsmängel" bei den Crashtests durchgefallen. Zunächst hatte Mercedes das Auto trotzdem als "sicher" bezeichnet.

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Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche gestand in einem Interview: Das Abschneiden des "Citan" sei "selbstverständlich völlig unbefriedigend".©

Daimler zieht nach dem jüngsten Crashtest-Debakel beim Kastenwagen Mercedes-Benz "Citan" die Notbremse: Bei rund 3500 in Europa verkauften Autos soll der Fenster-Airbag kostenlos ausgetauscht werden, wie ein Daimler-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Der Airbag hatte sich bei Crashtests nicht richtig geöffnet. Das als Liefer- und Familienwagen erhältliche Modell Citan hatte daher nur drei von fünf möglichen Sternen im sogenannten NCAP-Test erhalten und damit den Ruf des Oberklasse-Herstellers beschädigt.

Der mit dem Renault Kangoo weitgehend baugleiche Citan sei wegen "erheblicher Schwächen und Sicherheitsmängel" bei den Crashtests regelrecht "durchgefallen", hatte der Automobilclub ADAC Ende April geurteilt. Zunächst hatte Mercedes-Benz das Auto trotz des schwachen Abschneidens als "sicher" bezeichnet. Der in Personalunion auch als Mercedes-Chef tätige Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche hatte indes bereits wenige Tage später Konsequenzen angekündigt. Das schlechte Abschneiden des Kastenwagens sei "selbstverständlich völlig unbefriedigend", hatte Zetsche in einem Interview gesagt. Mercedes werde sich damit "natürlich beschäftigen". Für das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans war bis Ende März im Vorstand Wolfgang Bernhard zuständig, der Anfang April mit Daimler-Truck-Chef Andreas Renschler den Posten tauschte.

Mit dem im vergangenem Jahr auf den Markt gebrachten Stadtlieferwagen Citan will das Unternehmen vor allem bei Handwerkern und Gewerbetreibenden punkten. Insgesamt wurden bisher rund 10.000 Autos ausgeliefert, rund 3500 wurden als Pkw mit dem unzuverlässigen Fenster-Airbag ausgestattet. Der Airbag soll nun auf Kosten von Mercedes-Benz in den Werkstätten innerhalb von zwei bis drei Stunden gegen ein neues Modell getauscht werden, das künftig auch serienmäßig in die bei Renault im französischen Maubeuge vom Band rollenden Neuwagen eingebaut wird.

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