Der siebte Zwerg

10. November 2012, 05:34 Uhr

Mit dem Paceman präsentiert Mini sein siebtes Familienmitglied. Die Coupéversion des Countryman soll einen Hauch BMW X6 in die kleine Crossover-Klasse bringen.

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Die automobile Antwort auf eine nie gestellte Frage kommt im März nächsten Jahres nach Deutschland - und eröffnet damit auch gleich eine neue Nische. Der Mini Cooper Paceman stellt das erste Sports Activity Coupé im Premium-Segment der Klein- und Kompaktfahrzeuge dar. Oder anders formuliert, er ist ein Dreitürer mit vier Sitzen, für den etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden muss. Der Basispreis für die vorerst sportlichste Variante, den Mini Cooper S Paceman All4, liebt bei premiumgerechten 29.300 Euro.

Von der Seite ist er neben seinen erstmals horizontal verlaufenden Rückleuchten vor allem an seiner markanten, nach hinten abfallenden Dachlinie zu erkennen. Leider sorgt diese für eine designverschuldete Kopffreiheits-Beraubung. Personen ab 1,85 Meter hilft dann auch die kleine Aussparung im Dachhimmel nichts mehr. Da heißt es: Kopf einziehen. Doch allzu häufig dürfte trotz des ansehnlichen Platzangebots sowieso niemand im Fond sitzen. Für einen ausreichenden Seitenhalt ist auf allen vier Einzelsitzen gesorgt. Und das ist auch notwendig, da die sehr direkte und präzise Lenkung den Fahrer nach nur wenigen Augenblicken zu einer sportlichen Fahrweise verleitet.

Neben der guten Lenkung sorgt der 135 kW / 184 PS starke und 1,6 Liter große Vierzylinder-Benzinmotor für schnell aufkommenden Fahrspaß. Der sinnvolle und 1.700 Euro Aufpreis kostende Allradantrieb verhindert ein zu schnelles Übersteuern und das manuelle Sechsgang-Getriebe lässt sich knackig schalten. Der Klang der Doppelrohr-Auspuffanlage verstärkt bei Drehzahl freudiger Fahrweise den sportlichen Gesamteindruck und schafft es unter anderem beim 7,5 Sekunden andauernden Tempo 100-Sprint das Leergewicht von 1.305 Kilogramm zu vertuschen. Gleichzeitig gibt er sich in puncto Spritverbrauch äußerst zurückhaltend. 6,7 Liter auf 100 Kilometer lassen nicht direkt auf seine Sportlichkeit schließen.

Trotz seiner Außenabmessungen von 4,12 Metern Länge, 1,79 Metern Breite und 1,52 Metern Höhe lassen sich mit dem Münchener aus Grazer Produktion auch kleine Gassen und enge Durchfahrten meistern. Sollte der Weg raus aus der Stadt und über eine freie Autobahn führen, lassen sich 217 Kilometer pro Stunde auf dem Tacho oder auf der kleinen Digitalanzeige unter dem Drehzahlmesser ablesen. Letzteres bietet sich mehr an, da auch der aktuellste Mini-Ableger seine diskussionswürdige und viel zu große Tachoscheibe in der Mittelkonsole sitzen hat. Bekanntermaßen bietet der Innenraum des Tachos Platz für das 1.950 Euro teure Navigationssystem, welches sich per kleinen Joystick und leider immer noch nicht intuitiv bedienen lässt. Sollte sich gegen das festeingebaute Navigationssystem entschieden worden sein, lassen sich zumindest die Fensterheber intuitiv bedienen. Die Bedienungsknöpfe haben den Sprung von der Mittelkonsole in die Türen geschafft.

Nicht ganz so erfreulich ist der Kofferraum. Bei Vollbesetzung fasst er mit 330 Litern nicht viel mehr als zwei große Sporttaschen. Durch das Umklappen der beiden Rücksitze vergrößert er sich zwar auf 1.080 Liter, bietet aber leider keine ebene Ladefläche. Wenn die Ladefläche sich schon nicht mit der eines Pick Ups messen lassen kann, dann aber wenigstens das Heckklappendesign. Denn wer auch nach mehrminütigem Nebenherfahren im Stau immer noch nicht weiß, welcher der sieben Zwerge da die ganze Zeit neben ihm fährt, der muss lediglich einen Blick auf den runden Hintern werfen. Dort ist in überdimensionalen Lettern der Namen Paceman zu lesen. Mini-Chefdesigner Anders Warming verrät: "Der Schriftzug ist als ein zusätzliches Erkennungsmerkmal zu verstehen." Auf Außenstehende wirkt er jedoch eher wie ein Differenzierungsmerkmal in der für Laien mittlerweile nur noch schwerlich auseinander zuhaltenden Mini-Palette.

Mini Cooper S Paceman All4
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