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Lebensmittelspedition hat den Öko-Laster im Einsatz

Elektroautos gelten als Konzept für die Kurzstrecke. Ein schlechtes Netz an Ladestationen und die geringe Reichweite machen im Alltag Probleme. Einen hessischen Spediteur hält das nicht davon ab, auf den emissionsfreien Antrieb zu setzen.

Elektro-Laster im Alltagseinsatz

Elektro-Laster im Alltagseinsatz

Elektroautos sind meistens klein und für die Kurzstrecke konzipiert. Der Nissan Leaf ist das meistverkaufte Auto in diesem Bereich. Dass auch größere Autos elektrisch von A nach B fahren können, beweist die Meyer Logistik seit einem Jahr. Im Regionalverkehr setzen die Hessen bei zwei ihrer 18-Tonner auf die emissionsfreie Alternative. Einige Kunden im Großraum Berlin werden rein elektrisch bedient.

Reichweite ist ausreichend

Nach Angaben der Spedition fahren die LKW bis zu drei Touren pro Schicht. Je Tour werden 80-120 Kilometer zurückgelegt. Technisch möglich wären laut Herstellerangaben mindestens 300 Kilometer. Angesichts von 408 PS und der genannten 18 Tonnen Gesamtgewicht ist das bemerkenswert. Im Tagesgeschäft verbrauchen die LKW dabei 110 kw/h pro 100 Kilometer. Das entspricht einem Verbrauch von elf Litern und damit lediglich einem Drittel des Verbrauchs eines vergleichbaren LKW mit Verbrennungsmotor. 

Unproblematische Technik 

Technisch gelten Elektro-Motoren als pflegeleicht – diesen Eindruck bestätigt auch Matthias Strehl, der Geschäftsführer der Spedition. Seine elektrisch betriebenen LKW haben demnach keine höheren Standzeiten als ihre fossilen Brüder. Aufgeladen werden die Akkus währende der normalen Beladung des LKW – vielleicht ist das sogar unkomplizierter und schneller als ein Besuch an der Zapfsäule. Ladestationen stehen überall dort bereit, wo die LKW beladen und entladen werden. Solange einzelne LKW exklusiv für einen Kunden im Einsatz sind, ist das völlig unkompliziert. Sollte dieses Modell Schule machen, dürfte aber auch die nachträgliche Errichtung von Ladetoren in den meisten deutschen Logistikzentren unkompliziert und günstig möglich sein. Die Umwelt würde sich freuen - keine Abgase und weniger Lärm in der Stadt würden dem Güterverkehr gut zu Gesicht stehen.

Kosten & Nutzen

Die Anschaffungskosten für einen Elektro-Laster sind enorm. Mit rund 325.000,- Euro pro Fahrzeug rechnet man bei Meyer Logistik. Das ist das zweieinhalb bis dreifache eines konventionellen LKW. Wenn die Fahrzeuge allerdings weiter so zuverlässig sind wie im ersten Jahr, wird die Rechnung trotzdem aufgehen. Die laufenden Kosten sind deutlich geringer. Den Wiederverkauf plant man dabei nicht mal ein - die elektrischen Nutzfahrzeuge sollen so lange wie nur irgend möglich gefahren werden. 

Heiner Walberg

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