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Pferdefreund aus Kassel

Einer der renommiertesten Ferrari-Händler Europas kommt aus Kassel. Helmut Eberlein lebt seit einem Viertel Jahrhundert die Sportwagenmarke aus Maranello wie kaum ein anderer.

Ferrari Eberlein in Kassel

Ferrari Eberlein in Kassel

Helmut Eberlein ist in der Ferrari-Szene bekannt wie ein bunter Hund. Promis und Multimillionäre zählen ebenso zu seinen Kunden wie Fußballspieler oder Klassikfans. In 25 Jahren wurde der einstige Motorradhändler zu einem der verrücktesten Ferrari-Händler überhaupt. Helmut Eberlein war schon immer auto- und motorradverrückt. Nach der Ausbildung zum Maschinenbauer folgte die staatliche Prüfung zum Feinwerkmechaniker. Parallel dazu verdiente sich Eberlein ein paar Mark als Pfleger im Tierpark Bad Wildungen, bis er 1975 einen kleinen Motorradfachhandel eröffnete. Nebenbei fuhr er internationale Motorcross- und Straßenrennen. Nach einem schweren Sturz 1987 fing Eberlein bei null an und erweiterte sein Portfolio um Suzuki-Autos. Es folgten Alfa Romeos und zum Jahreswechsel 1989 / 1990 Ferraris, die gleichzeitig die Suzukis aus dem schicker werdenden Verkaufsraum verdrängten.

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Ferrari Eberlein in Kassel

Ferrari Eberlein in Kassel

Kassel ist in der Automobilszene ein unbeschriebenes Blatt. Da gibt es die Komponentenproduktion des Volkswagen-Konzerns und für eine Stadt mit knapp 200.000 Einwohnern die übliche Zahl von gesichtslosen Automeilen - das war es - fast. Spektakulär ist nur einer: Ferrari Eberlein. Angefangen hatte es 1990 mit einem 2.500 Quadratmeter großen Grundstück, einem 300 Quadratmeter großen Schauraum und einer 600 Quadratmeter großen Werkstatt. 25 Jahre später sieht das ganz anders aus. Das Eberlein-Grundstück wuchs im Laufe der Jahre auf 12.000 Quadratmeter. Die Boliden aus Maranello erstrahlen mittlerweile in einem 1.800 Quadratmeter großen Ausstellungsraum und die einstige Werkstatt wurde zu einem 4.300 Quadratmeter großen Ferrari-Servicecenter. Firmeninhaber Helmut Eberlein: "Kunden und Fans der Marke kommen zu uns hier nach Kassel, um die gesamte Ferrari Erfahrung und Leidenschaft zu erleben."

Kassel, eher Mittelpunkt Deutschlands als Hochburg der norditalienischen Edel-Renner, sollte für 25 Jahren zu einer ebensolchen werden. Daher richtete Eberlein einen Hol- und Bringservice ein und brachte die italienischen Sportwagen per Anhänger zur Reparatur in die eigene Werkstatt. Die daraus resultierende Beliebtheit unter den Ferrari-Kunden sprach sich bis nach Maranello herum. Mit dem Ergebnis: Ferrari Eberlein wurde offiziellen Vertreter von Ferrari Classiche in Deutschland. Das Ferrari Classiche Zertfikat mit Unterschrift von Pierro Ferrari wird zwar selbst von Ferrari Classiche in Maranello ausgestellt. Eberlein ist jedoch befugt die Prüfung durchzuführen und stellt das Fahrzeug dann im Werk vor, ohne dass es physisch anwesend sein muss. Neben diesem besonderen Service brachte er sich in der Ferrari-Szene aber auch durch die Teilnahme der 1992 ins Leben gerufenen Ferrari Challenge ins Gespräch, an der er von Anfang an mit einem eigenen Rennteam teilnahm. Jean-Philippe Leloup, Managing Director of Ferrari Central Europe: "Das Eberlein-Team zeigt eine bemerkenswerte Vielseitigkeit. Diese reicht vom Vertrauensaufbau bei Ersteigentümern bis hin zu einer außergewöhnlichen technischen Kompetenz hinter den Kulissen im Servicebereich. Es sind diese Art Menschen, welche garantieren, dass einen Ferrari zu besitzen, eine positive Erfahrung ist, wie man sie von einer Luxusautomarke erwartet. Wir sind sehr stolz darauf ein solch engagiertes und noch immer familiengeführtes Team bei uns an Bord zu haben."

Der zentrale Mann im Eberlein-Team ist Thomas Kunz, einer der Mitarbeiter der ersten Stunde. Der Fachmann für das genaue Examinieren, aus welchen Teilen ein vorgestellter Ferrari besteht, ist einer der wichtigsten Personen im Betrieb. Warum Thomas Kunz für die Marke Eberlein so wichtig ist, erklärt der Geschäftsführer in einem Satz: "Er ist der Beste auf seinem Gebiet." Bei klassischen Modellen gibt es viele Indikatoren, die auf die Originalität schließen lassen, wie zum Beispiel die Motornummer außen am Gehäuse und eine werksinterne Nummer, die seit 1947 bei Ferrari hinterlegt ist und zeigt, ob ein Motor echt ist. Hinzu kommt die Karosserienummer, die jeder Ferrari-Typ an einer anderen Position trägt und in nicht gerade seltenen Fällen unter einer dicken Lackschicht verborgen ist. Thomas Kunz kennt sie alle - und noch vieles mehr.

Wer heute einen Blick in die Werkstatt wirft, die durch große Glasscheiben vom Verkaufsraum einzusehen ist, wird daher nicht selten Millionenwerte zu Gesicht bekommen. Ob nun ein auseinandergebauter Ferrari Enzo, ein seltener F40, ein 512 M oder ein Dino - zu Eberlein kommt alles, was mit Ferrari zu tun hat. Immer wieder parken Einzelstücke wie der La Ferrari oder historische Rennwagen in der Leipziger Straße 282 in Kassel. Neben den funkelnden Neuheiten im Verkaufsraum, deren Preise zumeist deutlich jenseits der 200.000 Euro-Marke liegen, stehen in einer erst vor kurzem fertiggestellten Halle und im Untergeschoss des nicht nur von innen edel wirkenden Baus noch jede Menge weiterer automobiler Schönheiten. Hier können zum einen Kunden von Helmut Eberlein ihre Fahrzeuge überwintern lassen. Zum anderen stehen dort auch Fahrzeuge seiner privaten Sammlung. Hier gibt es nicht nur zahllose Ferrari-Modelle, sondern auch einen nachgeschärften Land Rover Defender.

Und damit ihm kein Kunde, ob mittel- oder schwerreich, entgeht, begegnet er jedem, der durch das große rote Eingangsportal hereinkommt, mit dem Gefühl willkommen zu sein. "Mir ist wichtig, dass jeder so behandelt wird, als wenn er mit einem unserer Fahrzeuge nach Hause fahren könnte. Die meisten sind zugegebenermaßen Stammkunden und liebevoll formuliert alle ein bisschen verrückt." Hinzu kommt, dass der eine oder andere gut betuchte Interessent es auch drauf anlegt und im Schlabberlook hereinkommt. Doch damit hat Helmut Eberlein, der wie alle seiner Angestellten nicht hochnäsig im edlen Armani, sondern bodenständig in Jeans und firmeneigenem Pullover durch die Verkaufsräume wandelt, noch nie Probleme gehabt - was zahllose Kundenzufriedenheits-Urkunden an den Wänden bestätigen.

Der schlanke Geschäftsführer legt ganz offensichtlich Wert auf andere Dinge. Dinge wie Ehrlichkeit, Gespräche ohne Zeitdruck oder auch ein simples "setz Dich doch einfach mal in einen echten Ferrari mein Junge", die bei seinen Kunden ankommen und sie regelmäßig zum Kauf neuer Sportwagen verleiten. So wundert es nicht, dass drei originale Fußballtrikots ehemaliger Fußball-Bundesligaprofis ihren festen Platz bei Eberlein gefunden haben. Auf einem ist zu lesen: "Ich habe eindeutig zu viel Geld bei Dir gelassen, aber Deine Autos sind leider gut. Vielen Dank!" Helmut Eberlein hat geschafft, dass auch die ganz Großen ihm immer wieder vertrauen - eben seit einem Viertel Jahrhundert. Besonders stolz ist er daher auch auf seine schwere Armbanduhr des Typs Panerai Ferrari Scuderia FER00009. "Die hat mir Jean Todt, der Präsident des Welt-Automobilverbands FIA, geschenkt", verrät der bekennende Rohköstler, während er sich genüsslich das aus eigener italienischer Produktion hergestellte Olivenöl über seinen Salat gießt.

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