Försters Liebling

20. Januar 2013, 18:32 Uhr

Subaru ist der erfolgreichste Allradhersteller der Welt. Ganz neu dabei: der Forester.

Subaru, Forester, 2.0 XT , 4161

Besonders schön ist der Forrester immer noch nicht, dafür hat er aber keine Angst vor feuchten Wiesen.

Der Subaru Forester war und ist kein Aufschneider. Kein Pseudo-Allradler, der einem Lifestyle vorgaukelt und mit dem man auf der Münchner Maximilianstraße seinen großen Auftritt genießt. Wie schon sein Vorgänger ist auch die vierte Generation des Forester ein rustikaler Bursche mit Nehmerqualitäten. Stark abseits der befestigten Wege und allemal eine gute Wahl für die harten Ansprüche einer Familie. Denn der Forester ist mehr praktischer Allradkombi denn der bunte Crossover für das Wochenende. Das Styling ist dabei wenig extravagant: solide und auf den ersten Blick als Subaru zu erkennen. Wie bei den Japanern üblich ist der Forester optisch etwas zu hochbeinig unterwegs und daher wenig dynamisch, auch wenn bullige Schürzen und Lufteinlässe besonders als Topmodell 2.0 XT zeitgemäßer denn je aussehen lassen wollen.

Ordentlich ist sein Platzangebot. Die Türen öffnen weit und so lässt es sich zu viert prächtig leben. Zu fünft wird es allzu eng. Die Sitze, etwas höher positioniert als bisher, lassen etwas an Seitenhalt und insbesondere Oberschenkelauflage vermissen. Längere Strecken werden so insbesondere für groß gewachsene Passagiere nicht zu einem grenzenlosen Vergnügen. Auch Instrumente und Bedienelemente wirken lieblos und die Wahl der Materialien lässt einen an Beginn der asiatischen 90er denken. Edel und wertig ist in jedem Fall anders. Und das Bildschirmnavigationssystem fährt der Konkurrenz ebenfalls ein paar Jahre hinterher. Der Kofferraum schluckt 505 Liter und bei umgeklappter Rückbank fast 1.600 Liter. Praktisch ist die elektrische Heckklappe, die jedoch so langsam öffnet und schließt, dass in der Zwischenzeit noch eine komplette Fahrzeugpolitur oder ein kleiner Kundendienst möglich wäre.

Die Fahrwerksabstimmung des Subaru Forester ist betont komfortabel. Vorne gibt es eine Einzelradaufhängung mit Dreieckslenkern; hinten eine Mehrlenkerachse mit Einzelradaufhängung. Wie schon beim Vorgänger lässt die Servounterstützung die nötige Rückmeldung von der Fahrbahn vermissen. Sie ist zudem zu leichtgängig. Manche werden das beim Einparken mögen.

In Deutschland wird der 4,60 Meter lange Subaru Forester in drei Motorvarianten angeboten. Volumenmodell dürfte der Forester 2.0 Diesel mit seinem 108 kW / 147 PS starken Commonrail-Diesel werden. Ebenso ein kompakt bauender und bullig brummender Boxermotor wie die Benzintriebwerke mit 150 und 240 PS. Komplett neu entwickelt wurde der Turbomotor des Subaru Forester 2.0 XT. Dessen Twin-Scroll-Direkteinspritzer leistet überaus drehfreudige 177 kW / 240 PS und ein maximales Drehmoment von 350 Nm ab 2.400 U/min. Der Boxermotor schlägt sich in dem über 1,6 Tonnen schweren Japaner prächtig, hängt willig am Gas und bietet gute Fahrleistungen. Für 240 PS ist man dann jedoch eher zäh unterwegs.

Insbesondere das stufenlose CVT-Automatik-Getriebe namens Lineartronic ist eine glatte Fehlbesetzung. Es schnürt den Motor über Gebühr ein und nimmt ihm viel von seiner Dynamik und Drehfreude. In Sachen Kraftstoffverbrauch ist der Forester 2.0 XT mit 8,5 Litern Super kein Kostverächter, denn real ist unter zehn Litern nichts zu machen. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 221 km/h und für den Spurt 0 auf Tempo 100 benötigt der Allrad-Japaner 7,5 Sekunden. Wer es sparsamer will, ist mit dem Diesel-Boxer deutlich besser bedient. Er gibt sich als Handschalter mit einem Normverbrauch von 5,7 Litern Diesel zufrieden.

Einmal mehr überzeugend gibt sich beim Forester der Subaru-Allradantrieb, der zusammen mit dem Fahrstabilitätsprogramm X-Mode vernetzt ist und unter anderem über Bergan- sowie Bergabfahrhilfe verfügt. Per Knopfdruck passt sich das Allradsystem den verschiedenen Untergrundverhältnissen an. Auf dem zentralen Display im Armaturenbrett ist zu erkennen, welche Regeleingriffe aktuell durchgeführt werden. Spielerei, aber wieso sollte der Forester seinen Insassen nicht auch auf diese zeigen, was er kann? Nicht nur für Förster wichtig ist der Hängerbetrieb. So kann der Subaru bis zu zwei Tonnen an den Haken nehmen. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein Gespann-Stabilisierungssystem. Eine elektronisch gesteuerte Fahrdynamikregelung bremst gezielt einzelne Räder ab, die so das Schlingern eines Anhängers zu verhindern.

Der Basispreis für den 150 PS starken Subaru Forester 2.0 X liegt als Handschalter bei 28.900 Euro; der Diesel startet bei 31.000 Euro. Das Topmodell Forester 2.0 XT Platinum Lineartronic kostet mindestens 43.000 Euro und bietet ebenso wie die günstigeren Modellen nicht den Hauch eines zeitgemäßen Assistenzsystems. Auch ein guter Allradler wie der Subaru sollte darum keinen Bogen durchs unwegsame Geläuf machen. Marktstart für die vierte Generation es Subaru Forester ist Ende März.

Subaru Forester 2.0 XT
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