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Rumms - Googles Roboterwagen verursacht ersten Unfall

Den selbstfahrenden Autos von Google fahren sehr vorsichtig. Jetzt wechselte ein Roboterauto die Spur im Schneckentempo von 3 km/h - die Folge war die Kollision mit einem Bus.

  Das kuffige Google Car fährt häufig allzu langsam.

Das kuffige Google Car fährt häufig allzu langsam.

Die Software eines selbstfahrenden Autos von Google hat erstmals einen Unfall provoziert. Der Roboterwagen wollte die Spur wechseln, um ein Hindernis zu umfahren, erklärte Google in dem am Montag veröffentlichten Unfallbericht. Das Google-Auto ließ dabei zunächst mehrere Fahrzeuge durch und fuhr dann los, während sich ein Bus annäherte. Bei dem Zusammenstoß mit geringer Geschwindigkeit gab es einen Blechschaden, niemand wurde verletzt.

"In diesem Fall tragen wir eindeutig eine gewisse Verantwortung, denn es hätte keinen Zusammenstoß gegeben, wenn sich unser Auto nicht bewegt hätte", erklärte Google dem TV-Sender CNBC. Die Software sei nach dem Unfall angepasst worden: Die Autos würden sich nun stärker darauf einstellen, dass es weniger wahrscheinlicher sei, dass Busse und andere große Fahrzeuge sie durchlassen würden. 

Unfall bei minimaler Geschwindigkeit

Der Google-Mitarbeiter am Steuer des umgerüsteten Wagens der Marke Lexus habe das Manöver nicht aufgehalten, weil er davon ausgegangen sei, dass die Zeit ausreiche oder der Bus notfalls abbremsen würde, erklärte der Internet-Konzern. Es sei jedoch zu einem Zusammenstoß bei geringer Geschwindigkeit gekommen. Das Google-Auto sei zum Zeitpunkt der Kollision etwa 3 Kilometer pro Stunde schnell gewesen und der Bus gut 20 Kilometer pro Stunde. Von der Polizei lag am Montag zunächst keine Einschätzung zu den Umständen des Unfalls vor.

Nicht flott genug

Der Fehler liegt vermutlich in der Software. Der Fahrer des Bus wird davon ausgegangen sein, dass ein Fahrzeug bei einem Wechsel auf seine Spur zügig beschleunigen würde. Das Google Car hingegen hat dieses Alltagsmanöver mit extremer Vorsicht durchgeführt – 3 km/h entsprechen der halben Fußgängergeschwindigkeit. Unklar ist auch, warum der Roboter nicht beschleunigte, als seien Sensoren den nahenden Bus bemerkten. Ein Sprint auf nur 20 km/h hätte den Unfall verhindert. Offenkundig ist die Software mit der Alltagssituation überfordert gewesen.

Null Toleranz bei Unfällen

In der Vergangenheit war bemängelt worden, die Google-Autos seien zu vorsichtig unterwegs und behinderten damit zum Teil den Verkehr. Eines davon wurde schon mal von der Polizei herausgewunken, weil es zu langsam gefahren sei. Offenbar versucht Google, die Algorithmen so anzupassen, dass die Autos sich flüssiger in den Verkehr einordnen und auch annehmen, dass andere Fahrer für sie abbremsen werden.

Die Frage der Sicherheit ist für das Projekt Roboter-Auto extrem wichtig. Für eine Akzeptanz der neuen Technologie wird es nicht ausreichen, dass die Roboter besser als Menschen fahren. Sie müssen hundertprozentige Sicherheit garantieren.


Kra/DPA
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