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Näher am Tiguan

Kia spendiert dem Sportage die Plattform des Hyundai Tuscon. Neben gewachsenen Ausmaßen und einem deutlich sportlicheren Design bietet das Kompakt-SUV mehr Assistenzsysteme als bisher und hat damit das Zeug wieder ein Bestseller zu werden.

Die Heckleuchten erinnern an den Jeep Cherokee

Die Heckleuchten erinnern an den Jeep Cherokee

Ein Ladenhüter war der Kia Sportage noch nie. 2015 entschieden sich 12.752 deutsche Autofahrer für den koreanischen Tiguan-Konkurrenten. "Und das im letzten Jahr des noch aktuellen Modells", wie Kia-Deutschlandchef Stephan Cost freudestrahlend feststellt. Der Erfolg des Sportage lag unter anderem am schicken Design, dem durchaus attraktiven Paket mit einer Sieben-Jahre-Garantie und dem vernünftigen Preis. Technisch hinkte das koreanische Kompakt-SUV der deutschen Konkurrenz, wie dem VW Tiguan hinterher. Diese Schwachstelle haben die Koreaner erkannt und wollen sie mit der neuen Modell-Generation ausmerzen.

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Die Heckleuchten erinnern an den Jeep Cherokee

Die Heckleuchten erinnern an den Jeep Cherokee

Da trifft es sich gut, dass sich der Kia Sportage mit dem Hyundai Tuscon die Plattform teilt und daher auch dessen fortschrittliche Assistenzsysteme sowie Ausstattungsdetails. Jetzt freuen sich die Passagiere über ventilierte Sitze, die bei Bedarf auch den Rücken wärmen. Neu ist der Notbrems-Assistent, der auch auf Fußgänger achtet. Für zusätzliche Sicherheit sorgen ein Toter-Winkel- und ein Spurhalte-Assistent. Dass vorne und hinten jeweils ein USB-Anschluss vorhanden ist, wirkt beim immer wieder ausbrechenden Streit, wer sein Smartphone aufladen darf, deeskalierend. Für fortschrittliche Handybesitzer steht auch eine induktive Lademöglichkeit bereit.

Wer sich für den gefahrenen Zweiliter-Diesel mit 136 kW / 185 PS mit der Ausstattung "GT-Linie" entscheidet, bekommt davon vieles serienmäßig geliefert, muss aber auch 37.990 Euro auf den Tisch legen. Zum Vergleich: Ein Nissan-Qashqai mit Allradantrieb und 130 PS, kostet 4.000 Euro weniger, bietet aber nicht die Ausstattungsvielfalt sowie die Wertigkeit der Materialien des Sportage. Im Innenraum fühlt man sich auf den Ledersesseln wohl und das Armaturenbrett mit dem Acht-Zoll-Touchscreen schmeichelt Händen und Augen. Da spielt der Sportage in einer anderen Liga als der japanische Konkurrent, erreicht aber nicht die Solidität des VW Tiguan. Der kostet in der Sport&Style-Version mit 184 Diesel-PS und Doppelkupplungsgetriebe mindestens 36.825 Euro. Allerdings sind unter anderem das Navigationssystem, die Klimaautomatik und das Bi-Xenon-Licht nicht im Preis inbegriffen.

Eine solche Schaltung stünde auch dem großen Sportage-Diesel gut zu Gesicht. Die Kombination aus Sechsgang-Automatik und Zweiliter-Selbstzünder schlägt sich wacker, solange man mit leichtem Gasfuß auf Landstraßen- und Autobahn-Etappen dahinrollt. Kraft ist mit dem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern genug vorhanden. Nach 9,5 Sekunden erreicht der rund 1,7 Tonnen schwere Kraxler Landstraßen-Tempo und bei 201 km/h ist Schluss. Der durchschnittliche Verbrauch von 6,3 Litern pro 100 Kilometern ist in Ordnung; der schwächere Nissan Qashqai genehmigt sich 1,2 Liter/100 km weniger. Soll es dynamischer vorangehen, raubt das Getriebe dem 185-PS-Motor jede Menge Temperament. Dabei hilft das durch den Allradantrieb generierte Traktionsplus durchaus beim Kurventanz. Deutlich harmonischer wirkt da schon das Zusammenspiel des 130 kW / 177 PS Benziners mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Die von uns gefahrene "GT Line"-Diesel-Version hat 19-Zoll-Räder in der Dimension 245/45 serienmäßig aufgezogen, die das Abrollen etwas hölzener machen, aber das Korea-SUV wurde selbst auf schlechten Straßen nicht ungehobelt. An der Lenkung haben die Ingenieure ebenfalls getüftelt, konnten ihr das synthetisch-indirekte Lenkgefühl jedoch nicht austreiben.

Beim Platzangebot schlägt die große Stunde des schmucken Koreaners. Der Sportage ist im Vergleich zu seinem Vorgänger um vier Zentimeter auf 4,48 Meter gewachsen. Der um drei Zentimeter verlängerte Radstand kommt dem Platzangebot im Innenraum spürbar zugute. Im Fond haben auch großgewachsene Menschen genug Platz und auch die Beinfreiheit beeindruckt. Das Gepäck kommt trotzdem mit. Bei Vollbesetzung passen 503 Liter in den Laderaum, legt man die Rückbanklehnen um, sind es 1.492 Liter. Zum Vergleich: Der zehn Zentimeter kürzere Nissan Qashqai schluckt zwischen 430 Liter und 1.585 Liter. Mit einer Höhe von rund 73 Zentimetern ist die Ladekante nicht gerade niedrig, aber ein ebener Kofferraumboden, eine große Luke sowie eine mit Kick öffnende und elektrisch schließende Heckklappe machen den Malus annähernd wett.

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