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Französisches Milliardengrab

Europas zweitgrößter Autokonzern Peugeot/Citroën meldet den Rekordverlust von fünf Milliarden Euro. Es wird Zeit, sich für eine bescheidene Zukunft zu rüsten.

Ein Kommentar von Gernot Kramper

  Die geplanten Massenentlassungen von PSA stoßen auf Widerstand.

Die geplanten Massenentlassungen von PSA stoßen auf Widerstand.

Fünf Milliarden Euro Verlust häuft Europas zweitgrößter Autokonzern Peugeot/Citroën (PSA) in einem Jahr an. Erste Konsequenz aus dem Desaster: 8000 Mitarbeiter einer Autofabrik bei Paris sollen ihren Job verlieren. Der Löwenanteil der fünf Milliarden stammt nicht aus dem laufenden Geschäft. Es sind Abschreibungen auf den Wert der Autosparte. Der Autokonzern Peugeot/Citroen ist schlichtweg 4,7 Milliarden weniger wert als noch vor einem Jahr. Unangenehm: In dieser Zahl spiegeln sich die Erwartungen für die Zukunft.

Diese Abschreibungen finden in der Bilanz statt, sie müssen nicht in Euro aufgebracht werden. Anders der dramatische, operative Verlust im Geschäft mit Autos. Er betrug im Jahr 2012 1,5 Milliarden Euro. Und anders als beim deutschen Autobauer Opel gibt es bei Peugeot keine Mutter, die diesen Fehlbetrag überweist. Stattdessen steht ein Verkauf des Mehrheitsanteil am französischen Zulieferer Faurecia im Raum.

Politisch korrekte Modellpalette

Für Grünbewegte ist der Niedergang von PSA besonders bitter. Der französische Hersteller hat eigentlich alles richtig gemacht. Er versammelte Kleinwagen und Familienfahrzeuge in seiner Palette. Die letzte größere Baureihe, der mit einem Audi A6 in etwa vergleichbare Citroën C6, wurde unlängst eingestellt. Wagen aus der echten Oberklasse werden seit Ewigkeiten nicht gebaut. Sportwagen auch nicht. Die SUV-Mode machte PSA - wie alle französischen Hersteller - nur verspätet und widerwillig mit. Anstatt eigener Modelle stehen angepasste Varianten japanischer Modelle in den Verkaufsräumen. Bei alternativen Antriebstechniken dagegen war Peugeot unter anderem mit dem Elektrofahrzeug iOn vorn mit dabei.

Genützt hat das nichts. Die traditionelle Klientel kämpft mit der Eurokrise, und für die Reichen und Verwöhnten hat Peugeot nichts Verlockendes im Angebot. Der Marke fehlt es an Glanz. An technischen Schmankerln, an hochmotorisierten Sportversionen, an Fahrzeugen, die Begehrlichkeiten wecken und ein eigenes Lebensgefühl verkaufen. Erst wenn der Verstand aussetzt, wird mit Autos Geld verdient. Bei den ehrbaren Kleinwagen regiert nur der Preis.

Die Zukunft heißt Schrumpfen

Für Peugeot gibt es keinen einfachen Weg aus der Krise. Alle europäischen Massenhersteller bis auf den Volkswagenkonzern stehen vor dem gleichen Dilemma. Das Hauptproblem ist schlicht und einfach: PSA ist auf das Geschäft in Europa angewiesen. Und hier bricht der Automarkt zusammen, ein Ende ist nicht in Sicht. Liegt das Heil in Übersee? Die Spezialität von Peugeot sind Vernunftautos und günstige Kleinwagen. Bei solchen Fahrzeugen ist es ausgeschlossen, sie in Frankreich teuer zu montieren, sie zu verzollen und nach China zu exportieren. Produktionsstätten in Europa kann man so nicht auslasten.

Die Zukunft für PSA liegt darin, sich mit Partnern wie Opel in einem schrumpfenden Markt einzurichten. Das wird nur durch den drastischen Abbau von Überkapazitäten möglich sein. Die Schließung eines Werks bei Paris mit 8000 Arbeitsplätzen wird auf Dauer nicht ausreichen. Leicht wird dieser Weg nicht werden. Massenentlassungen sind ebenso unpopulär wie teuer. Zudem ist die Schwäche der Konkurrenten die beste Gelegenheit für Volkswagen, mit Macht Marktanteile zu gewinnen. Hilfen, die Frankreich seiner Autoindustrie anbieten kann, werden die Eroberungspläne des mächtigen Volkswagenkonzerns nicht ausgleichen können.

Die Krise von Peugeot ist kein Anlass zur Häme, sondern zum Nachdenken. Andere Autokonzerne, die in den USA und in China vertreten sind, weisen bessere Zahlen auf. Doch wie werden sie reagieren, wenn EU-Europa in der Stagnation verharrt? Auf Dauer folgen die Firmen den Boom-Märkten und ziehen weiter nach China, in die USA oder nach Mexico.

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