Lord Vader bittet zum Tanz

26. Februar 2013, 14:30 Uhr

Mercedes schärft seinen SLS nach und adelt ihn mit dem Black-Series-Signet. 631 PS, 315 km/h Spitze und der bollernde V8-Sound sind gewaltig. Wenn nur die Konkurrenz nicht in eine völlig anderen Liga abgehoben wäre.

Der Mercedes SLS ist einer der spektakulärsten Supersportler, der für viel Geld und gute Wort zu bekommen ist. Mit dem Black Series setzt AMG seiner Speerspitze die Krone auf. Mit 464 kW / 631 PS, 635 Nm maximalem Drehmoment und 315 km/h gibt es grandiose Fahrleistungen, die an sich keine Wünsche offen lassen. Leider haben Lamborghini, Pagani, Ferrari und Co. in den letzten zwei Jahren so draufgesattelt, dass die üppige Motorleistung den Affalterbacher allenfalls für die dritte Startreihe reicht. Die direkte Konkurrenz bietet deutlich über 700 PS und 350 km/h Spitze. "Wir hatten bei der Entwicklung des Black Series unseren Fokus nicht auf der Höchstgeschwindigkeit", erläutert AMG-Entwicklungs-Chef Tobias Moers fast entschuldigend. Eine Black-Series-Version ist es an sich gewohnt, bei den schnellsten der Schnellen zu sein und dabei Leistungsmaßstäbe zu setzen. Das gelingt beim SLS trotz 0 auf Tempo 100 in 3,6 Sekunden erstmals nicht. Sein Normverbrauch: 13,7 Liter.

Dabei fährt sich der 1.550 Kilogramm schwere Supersportler, der durch zahlreiche Modifikationen um mehr als 70 Kilogramm abgespeckt hat, ganz anders. Der Unterschied zum gewöhnlichen und ebenfalls alles andere als zahmen Flügeltürer mit seinen 571 PS ist deutlich. Die Lenkung ist präziser, der Tatendrang gerade bei hohen Drehzahlen größer und der Fahrspaß gigantisch. Jede Menge Detailarbeit hat das Entwicklerteam rund um Tobias Moers in die Überarbeitung des Doppelkupplungs-Getriebes gelegt. Hier hatte der Mercedes SLS bisweilen gerade bei harter Gangart seine Schwächen. Doch unwirsches Hochschalten und ruppiges Herunterschalten ist beim SLS Black Series vergessen. Wenn der schwarze Ritter einmal anschiebt, gibt es kein Halten mehr. Die Titanabgasanlage sorgt nicht nur für eine Gewichtsersparnis von 13 Kilogramm, sondern auch einen brüllenden Klang. Die serienmäßige Karbonbremse ist genauso bärenstark wie das Triebwerk - klasse.

Und doch dürfte es der Mercedes SLS Black Series nicht in alle gewünschten Traumgaragen von wohl betuchten Kunden schaffen. Denn auf dem Papier fehlt schlicht die Höchstleistung, mit der man nicht nur am Stammtisch glänzen kann. Die Konkurrenz bietet eine ähnliche Exklusivität und ist gerne mit 350 km/h unterwegs. Noch wilder wird es, wenn die neuen Mega-Sportler von Porsche, Ferrari und McLaren in den nächsten Monaten auf die Bühne fahren. Dann geht es auch Dank Hybridpower in Richtung 800, 900 und mehr PS. Bitter, dass der SLS Black Series dann im Schatten steht. "Viel mehr Leistung bekommen wir aus dem Sauger nicht heraus", sagt Dr. Martin Hart, bei AMG für den Antriebsstrang verantwortlich, "ein Turbo brächte zwar mehr Leistung, doch das würde nicht zu dem Charakter des jetzigen Motors passen. Unser Motor dreht jetzt maximal 8.000 U/min. Die 1.000 U/min extra merkt man deutlich." Wer auf der Rennstrecke Fahrspaß ohne Grenzen genießen will, sollte sich den mindestens 249.900 Euro teuren Mercedes SLS Black Series ab Sommer einfach einmal gönnen. Wen interessieren da schon 100 PS mehr oder weniger?

Mercedes SLS Black Series
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