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Der kleine Benz geht auf die Jagd

AMG plant den Angriff in der Kompaktklasse. Die bärenstarke 350-PS Version der A-Klasse soll die Sportmodelle von Audi und BMW im nächsten Jahr vor sich hertreiben.

  Der Prototyp des Mercedes A 45 AMG verkneift sich auffällige Verbreiterungen der Karosserie

Der Prototyp des Mercedes A 45 AMG verkneift sich auffällige Verbreiterungen der Karosserie

Dynamisch war sie nicht gerade, die erste A-Klasse. Das aktuelle Modell hat mehr sportliches Potenzial, und die Mercedes Haustuner von AMG wollen es ausschöpfen. Vom Vorgänger hatten sie wohlweislich die Finger gelassen. Dafür machen die Techniker aus Affalterbach bei der neuen AMG-A-Klasse keine halben Sachen.

Typisch für den AMG-Stil ist die rigorose Ertüchtigung des Motors: Mit über 350 PS Leistung und 450 Newtonmeter Drehmoment aus gerade mal zwei Litern Hubraum brauchen sich die Schwaben hinter niemanden verstecken. Um diesen Wert zu erreichen, haben die Ingenieure motortechnisch keinen Stein auf dem anderen gelassen. Neu sind unter anderem das Kurbelgehäuse, der Zylinderkopf, die Kolben und die Parameter der Verbrennung. Damit der Turbo frei atmen kann, haben die Ingenieure ein neuartiges Ladeluftsystem ersonnen. Über Details schweigt sich AMG noch aus.

Das Vierzylinderkraftwerk dreht munter bis etwa 6.200 Umdrehungen und klingt dabei bissig angriffslustig. Nur der gewollte, bollernde Gasstoß beim Schalten durch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe klingt einen Schuss zu vulgär. Optisch macht die AMG-A-Klasse auf Understatement. Dicke Backen oder Bügelbrett-Spoiler sucht man vergebens.

Die Haldex-Kupplung verteilt die Kraft

Erstaunlicherweise gibt es auch beim Karosserieaufbau keine Änderungen, sehr wohl aber beim Fahrwerk. Irgendwie muss ja die Kraft auf die Straßen kommen. Entscheidend ist der Allrad-Antrieb mit Haldex-Kupplung. Ohne ihn würde die etwa 1,5 Tonnen schwere A-Klasse zum Frontkratzer verkommen, das Drehmoment müsste in den tiefen Gängen drastisch heruntergeregelt werden.

Dazu wurden Achsen auf Sportlichkeit getrimmt. So wurde der Sturz an der Vorderachse verändert, um bessere Traktion in den Kurven zu geben. Unterstützend greift auch das elektronische Torque-Vectoring per Bremseingriff ein und lässt die Kraftmeier-A-Klasse mit einer Geschwindigkeit um die Ecken brettern, dass es eine wahre Freude ist. Dabei bleibt der kompakte Schwabe lange neutral und meldet sich erst kurz vor dem Grenzbereich mit einem leichten Rubbeln der Vorderräder. Allerdings ist der Sportler aus dem Ländle straff ausgelegt und gibt zuverlässig Rückmeldung über jede Fahrbahnunebenheit. Das ist auch den optionalen 19-Zoll-Rädern zuzuschreiben. Wer etwas Restkomfort haben will, sollte bei den serienmäßigen 18-Zoll-Pneus bleiben.

Fazit: Der erste Eindruck der stärksten A-Klasse ist gut, ziemlich gut. Das Sahnestück ist sicherlich der Motor. Fahrdynamisch spielt der Kraftmeier aus Affalterbach in einer Liga mit dem BMW 1er M Coupé, dem Audi RS 3 und dem Golf R. Allerdings dürfte sich auch der Preis in der 50.000 Euro-Region bewegen.

Press-Inform/pressinform

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