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BMW fährt ins Ungewisse

Sichtlich nervös präsentiert BMW sein Elektroauto i3. Kein Wunder: Der Autohersteller wagt sich so weit vor wie kein deutscher Hersteller. Doch das Risiko für Marke und Bilanz ist immens.

Von Lutz Meier

  • Lutz Meier

Nicht eine, sondern drei Shows haben sie am Montag bei BMW organisiert. Und auch dieses Getöse, das parallel in New York, London und Peking stattfand, ist nur eine weitere Stufe in einer langen Reihe von Auftritten, mit denen der Münchner Autokonzern sich und der Welt versichern will, dass er mit seinem neuen Auto i3 die Zukunft erfunden hat - und zwar nicht nur die Zukunft des Autos, sondern die Zukunft des Fahrens, der Mobilität und der Stadt gleichzeitig, wie es bei BMW heißt.

"Eine neue Ära beginnt", deklamierte Konzernchef Norbert Reithofer. "So fühlt es sich an, wenn Geschichte gemacht wird", salutierte sein Vorstandskollege Peter Schwarzenbauer. Zwar lassen sich Autofirmen inzwischen bei jeder Neuvorstellung viele Übertreibungen einfallen und jede Menge Gelegenheiten, Lärm zu machen. Aber was BMW seit Monaten rund um den i3 veranstaltet, das erste Serien-Elektroauto aus München, sprengt den Rahmen. Und es lässt nur einen Schluss zu: Sie sind sich ihrer Sache nicht sicher bei BMW. Überhaupt nicht sicher, wie Christoph Stürmer festgestellt hat, Autoexperte beim Prognosehaus IHS.

Das futuristische Design hat eine Botschaft

Für die Nervosität gibt es einen Grund. Natürlich wissen sie bei BMW auch nicht genau, ob der i3 wirklich die Zukunft ist. Das Kompaktauto, das jetzt zum ersten Mal ohne irritierende Tarn-Aufkleber auf die Bühne gerollt wurde, bekam extra ein futuristisches Design verpasst. Gerade so eben ist es noch als BMW zu erkennen, mit seinen nach hinten wegklappenden Stummeltüren, seinem Schwung in den Fenstern und seiner gedrungenen Bauform, in der die Motorhaube in die Frontscheibe fast übergeht, und die so dem Gestaltungssatz folgt, mit dem einst der Renault Twingo das Fahrzeugdesign revolutioniert hat. Man soll sofort sagen "Da fährt die Zukunft", so haben sie dieses Design bei BMW begründet. Nun aber sind sie nervös. Nun muss der Konzern zittern, ob die Welt tatsächlich in die neue Ära eintreten möchte, von der er redet.

  Der i3 bietet einen großzügigen Innenraum mit ökologischen Materialien.

Der i3 bietet einen großzügigen Innenraum mit ökologischen Materialien.

BMW ist zu klein, um einen Milliardenflop wegzustecken

BMW hat in den vergangenen Jahren mehrere Milliarden Euro investiert in die Hoffnung, dass der Kunde schon jetzt bereit für die Zukunft ist. Viel Geld floss in die Leichtbautechnik mit kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, in den völlig neuen Elektroantrieb und in neue Produktionsstätten für all das in Amerika, Bayern und Leipzig. Wenn der i3 sich nicht verkauft, dann hat nicht nur die Zukunft ein Problem, sondern auch BMW. BMW beteuert, das neue Auto müsse Geld verdienen, was bedeutet, dass sich wohl mehrere zehntausend Exemplare verkaufen müssten.

Konzernvertreter relativieren zwar, das Auto müsse auch nicht alle Entwicklungsausgaben zurückverdienen. Fest steht aber, dass BMW nicht groß genug ist, um einen Milliardenflop einfach so wegzustecken. Und tatsächlich kann man nicht völlig ausschließen, dass der Konzern ein bisschen übermütig geworden ist, nachdem er Audi und Mercedes, seinen beiden Konkurrenten im Luxusautosektor, in den vergangenen Jahren weit davongeeilt ist. Man muss sich auch mit der Idee auseinandersetzen, dass die neue Ära auf sich warten lässt und im Autobau noch ganz lange die alte Welt regiert: Jene, in der BMW mit riesigen Geländeautos gutes Geld verdient, nicht mit einem Edelstromer für ökologisch bewusste Großstadtakademiker, welche BMW als Zielgruppe für den i3 ausgemacht hat.

Aber Konzernchef Norbert Reithofer will zeigen, dass er weiter denkt. Seiner Firma solle es nicht gehen "wie den Herstellern von Schreibmaschinen, als der Computer kam". Es ist das erste Serien-E-Auto aus Deutschland, es ist eines der wenigen Stromfahrzeuge, das tatsächlich von Grund auf für den Elektrobetrieb entwickelt wurde. Und es ist ein Auto, für das BMW eigens eine Untermarke gegründet hat: Sie heißt i, als Gegenpol zu M, dem Label von BMW für besonders hochgezüchtete Sportwagen. M für die Heißsporne, i für die Bedächtigen, so versuchen die Münchner, das ganze Spektrum abzudecken. Aber manche im Konzern fragen, ob der Hersteller damit nicht die Marke BMW zu sehr strapaziert.

  Den i3 gibt es auch mit Lederausstattung.

Den i3 gibt es auch mit Lederausstattung.

Die große Elektro-Ernüchterung bremst den Elan

Vor zwei Wochen sprach der Mann, der dafür verantwortlich ist, das Zukunftsauto an den Mann zu bringen, über seine Chancen. Er sprach von "Gegenwinden", von "Herausforderungen", von der schwierigen Zeit, die herrsche. Als BMW 2008 beschlossen habe, das Auto zu bauen, "haben wir erwartet, dass der Markt für Elektroautos bis heute weiter voran und stärker wäre", gibt BMWs Vertriebsvorstand Ian Robertson zu. Denn die Realität sieht folgendermaßen aus: Das Elektroauto ist politisch gewollt und gefördert. Die Technik macht Fortschritte, aber gemächlich. Und die Kundschaft zögert. Vor fünf Jahren gab es einen Hype, Investoren steckten viel Geld in Elektro-Sportwagenfirmen wie Tesla oder Fisker, deren Produkte Modeprodukte wurden. Etablierte Autobauer mussten sich gleichzeitig vorhalten lassen, dass sie die neue Ära verpasst hatten. Doch die Mode hatte erst einmal ein kurzes Leben.

Jetzt herrscht die große Ernüchterung, vor allem, weil man gesehen hat wie viele Hürden es auf dem Weg in die - möglicherweise - elektrische Autozukunft noch gibt. BMW-Manager Robertson spricht das Wort aus, als rede er von einer ansteckenden Krankheit: "Reichweitenangst". Der i3 kommt mit einer Batterieladung 150 Kilometer weit. Das reicht für den Weg zur Arbeit, aber ist es genug für ein Auto, das mindestens 35.000 Euro kosten soll? Auch eine andere Sorge kann BMW dem zaudernden Publikum nicht nehmen: Wie lange die Batterie lebt, das mit Abstand teuerste Teil des i3. "Die ist schon für die ganze Lebensdauer", sagt zwar Peter Küpper, Projektleiter bei BMW. Aber dann fügt er an, dass der Hersteller die Lebensdauer, die er garantiert, auf 100.000 Kilometer festgelegt habe, so viel werde solch ein Stadtverkehr-Pendlerauto ja nicht bewegt.

Ein Auto zum Herumheizen

Um trotz aller Vorbehalte Kunden von dem neuen Auto (und der neuen Ära) zu überzeugen, setzt BMW beim i3 auf das, was der Hersteller ausweislich seines Werbespruchs am besten kann. Als vor zwei Wochen der Konzern Journalisten auf sein Testgelände auf einem ehemaligen Flughafen in Maisach lud, um das Auto probezufahren, da trieben die BMW-Mitarbeiter die Fahrnovizen geradezu zum Rasen an. "Fahren Sie in die Kurve mit 80 rein!", hieß es. "Sie sind zu langsam! Sie können bei mindestens 60 das Lenkrad abrupt nach links reißen!" Die Reifen jaulten, die Felgen rauchten, aber die Motoren machten keinen Mucks und von Bremsenquietschen war auch nichts zu hören: Den i3 kann man über weite Strecken fahren, ohne das Bremspedal auch nur zu berühren. Denn wenn der Fahrer "Gas wegnimmt" (wie man in der alten Ära gesagt hätte), dann bremst das Auto automatisch und speichert die dabei gewonnene Energie.

Die Fahrweise, die die BMW-Verantwortlichen den Probefahrern einpeitschten, ist nicht unbedingt sehr nachhaltig. Die versprochenen 150 Kilometer Reichweite schafft eher nicht, wer sein Auto derart bewegt. Aber BMW will unbedingt beweisen, dass sein 170PS-starker E-Motor mit heißen, benzinschlürfenden Maschinen mindestens mithalten kann. Und, was soll man sagen, beim Anfahren spürt man die ungestüme Kraft des E-Motors am meisten, was daran liegt, dass - wie bei allen Stromautos - die Kraft sich nicht erst umständlich entfalten muss. Ebenso wenig muss der Fahrer sie per Getriebe übertragen. Wer dann tatsächlich fährt, wie von den BMW-Instrukteuren gewünscht, rutscht ganz schön auf den olivenblattgegerbten Ledersitzen hin und her und sucht Halt an der Armaturenbretteinlage aus natürlich behandeltem Holz, an der Türverkleidung aus freiliegendem Bastgeflecht. Und schon fragt man sich, ob dieser Gegensatz aus Raserei und Ökoparadies funktionieren kann.

  Der i3 ist derzeit das am konsequentesten umgesetzte E-Mobil.

Der i3 ist derzeit das am konsequentesten umgesetzte E-Mobil.

Was bietet man der Jugend an?

Man muss wissen, dass der i3 aus existenziellen Zukunftssorgen geboren ist. Vor sechs Jahren setzte sich Konzernchef Reithofer mit seinen Vorstandskollegen zusammen und fragte sich und die Kollegen, wie lang noch Bestand haben würde, wovon die Autoindustrie noch lebt. Klimaschutz, immer härtere CO-2-Grenzen, verstopfte Städte, die Einfahrtsschranken aufbauen. Und dann diese ganzen Studien, die zeigen, dass die Kundschaft von morgen nicht mehr vom Sechszylinder träumt, sondern von irgendwelchen elektronischen Gadgets - der Führerschein ist keine Priorität mehr.

Also beschloss Reithofer, dass BMW keine Autofirma mehr sei, sondern ein Mobilitätsanbieter und beauftragte ein Team, sich eine Antwort auf die Entwicklung auszudenken. Dabei kam dann doch wieder ein Auto heraus, aber ein Elektrisches, der i3. Wird das Fahrzeug wirklich die Welt verändern? Am Montag holt der Konzern in New York, London und Peking jeweils Kinder auf die Bühne, um das Tuch von dem Auto zu ziehen. Das Mädchen in New York schaut etwas irritiert, als die Hülle runter ist. "Willst Du einmal so ein Auto fahren?", fragt die Moderatorin. Das Mädchen schickt noch einen skeptischen Blick. "Ja, das ist überwältigend", sagt es dann brav.

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