E-Bikes - schön, schlank und mit Elektro-Power

18. Dezember 2013, 16:29 Uhr

Junge Leute sollen Elektroräder kaufen. Dafür werden die E-Bikes fit gemacht. Die auf der Fahrradmesse in Friedrichshafen vorgestellten Modelle locken mit schickem Style und sportlichem Gewicht. Von Gernot Kramper

Senioren haben die Elektromobiliät in Deutschland groß gemacht. Seit Jahren kaufen sie Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor und verhelfen der Branche so zu einem langen Aufschwung. Sie sind attraktive Kunden, denn ein gutes Elektrofahrrad kostet mehr als 2000 Euro.

In diesem Jahr werden 430.000 Räder mit E-Antrieb in Deutschland verkauft. 50.000 mehr als 2012. Damit das weitergeht, müssen neue Zilegruppen erschlossen werden. Auf der Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen wollen die Hersteller endlich auch Jüngere für das Elektrorad begeistern. Anstatt der Rentnerräder mit dem charakteristischen tiefen Einstieg werden immer mehr Design-Räder mit Stromantrieb vorgestellt. Die ganze Stromtechnik, die in den ersten Jahren mehr schlecht als recht ans Rad anmontiert wurde, soll unsichtbar gemacht werden. Und damit sich auch Sportler für E-Räder begeistern, werden diese radikal auf Diät gesetzt. Rennräder mit Strom liegen inzwischen bei unter elf Kilogramm Gewicht. Ein gewagter Spagat. Die zusätzliche Power des Motors belastet das Rad. Doch die erfolgsverwöhnte Branche hat gute Nachrichten nötig: Das größte Debakel erlebten die Hersteller in diesem Jahr, als Elektroräder reihenweise auf dem Prüfstand der Stiftung Warentest zerbröselt wurden.

Mit den neuen Messemodellen gibt es ein attraktives Angebot. Ob designverwöhnte Städter zugreifen, muss sich noch zeigen. Citybewohner, die wegen der schlanken Linie Fahrrad fahren, haben an einem Hilfsantrieb wohl kein Interesse.