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16. Februar 2012, 12:36 Uhr

General Motors strahlt, Opel stürzt ab

General Motors hat seine Bilanz vorlegt. Viele Menschen haben Grund zum Jubeln - auch US-Präsident Obama. Denn der einstige Pleitekonzern schaffte wohl ein Rekordjahr. Aber bei Opel wächst die Angst.

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Mal wieder düstere Aussichten für Opel© Sean Gallup/Getty Images

Seit mehr als einem Jahr produziert General Motors eine gute Nachricht nach der anderen. Kein Wunder, dass Anleger an diesem Donnerstag Rekordzahlen für das Jahr 2011 von Amerikas größtem Autohersteller erwarten.

Man bedenke, es ist derselbe Konzern, den einst die US-Regierung unter Barack Obama vor der Pleite rettete. Bis heute hält Washington noch knapp ein Drittel an dem Hersteller. Dass es GM gut geht, dürfte Obama daher besonders freuen. Er kämpft um seine Wiederwahl und kann mit Erfolgen bei der Sanierung dieses ur-amerikanischen Unternehmens punkten. Tatsächlich geht es für GM seit der Sanierung 2009 stetig nach oben. Der Konzern präsentiert sich zurzeit in seiner besten Form seit vielen Jahren. Das Geschäft läuft gut in Amerika und in Asien, lediglich in Europa dauert die Sanierung von Opel wohl länger als befürchtet.

Gute Aussichten für die USA

Für 2011 kann GM, laut Mitteilung, einen Nettogewinn von rund 7,6 Mrd. Dollar melden. Der Absatz legt weiter zu, und die neuen Modelle gewinnen Marktanteile. In diesem Jahr dürfte die Nachfrage in den USA und in Asien weiter wachsen.

GM trifft mit seinen Autos vor allem in der Heimat wieder den Geschmack der Kunden. Vergessen sind die Zeiten, in denen Amerikaner kleine, spritsparende Modelle wollten. Zudem herrscht in den USA nach der jahrelangen Krise ein Nachholbedarf in Sachen Neuwagen. Viele Menschen in den Staaten fahren vergleichsweise alte Fahrzeuge - keine schlechte Ausgangslage für Hersteller und Händler.

Zudem nützt GM das Wachstum auf dem chinesischen Markt - und nicht zuletzt die Schwäche des wichtigen Konkurrenten Toyota. Von den Japanern eroberte GM die Position als größter Autohersteller der Welt zurück. Auch, weil Toyota wegen Produktionsausfällen nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im vergangenen Jahr zuletzt viel Pech hatte.

Also alles prima bei GM? Nein, aber vieles. Zwei auffällige Kratzer in der glänzenden Bilanz gibt es allerdings. Das sind Opel und die riesigen Pensionsverpflichtungen von General Motors. Letztere beliefen sich für 2010 auf 128 Mrd. Dollar, für 2011 dürften sie in ähnlicher Höhe liegen. Kritiker verspotten den US-Konzern als "riesigen Pensionsfonds mit angehängter Automobilproduktion".

Und dann ist da die schwierige Lage bei der europäischen Tochter Opel. Für die dortigen rund 40.000 Beschäftigten könnte die Veröffentlichung der neuen Zahlen aus Detroit zum Tag der Wahrheit werden, befürchten einige Beobachter: Wenn GM den höchsten Jahresgewinn seiner Geschichte präsentieren wird, hält die Mutter für die Tochter vermutlich nichts Gutes bereit, unken Pessimisten.

So wird seit Tagen gemunkelt, das Europa-Geschäft mit dem Rüsselsheimer Traditionshersteller könnte abermals einer Schrumpfkur unterzogen werden. Insider rechnen damit, dass die Marke mit dem Blitz im vierten Quartal mehr als 300 Mio. Dollar Verlust gemacht hat. Für das Gesamtjahr ist von Miesen von bis zu 1 Mrd. Dollar die Rede.

Allein die Schließung des GM-Werks in Antwerpen belaste Opels Bilanz mit rund 100 Mio. Dollar, hieß es am Mittwoch in der Online-Ausgabe des "Manager-Magazins". Die Beschäftigten bei Opel befürchten Schlimmes. Der deutsche Hersteller hatte im Schlussquartal den Absatzrückgang in den Schuldenländern Südeuropas voll zu spüren bekommen. Und da die Euro-Krise längst nicht überwunden ist, dürfte es auf diesen Märkten erst einmal nicht aufwärts gehen. Nach Zahlen des Branchenverbands Acea verkauften Opel und die Schwestermarke Vauxhall 2011 in Europa mit knapp einer Million Autos 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

"Gewisse Probleme" müssen gelöst werden

Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke hatte der Belegschaft kürzlich versichert, Entscheidungen für Werksschließungen gebe es derzeit nicht. Zweifellos müsse Opel "gewisse Probleme" lösen. Im Gespräch sind unter anderem Produktionsverlagerungen aus Korea, um die Werke in Europa besser auszulasten. Die Arbeitnehmer fordern ferner, dass GM Opel erlaubt, Fahrzeuge in größerem Stil auch außerhalb Europas zu verkaufen. Denn Detroit hindert Rüsselsheim daran, im großen Stil auf boomende Auslandsmärkte vorzustoßen. Die Amerikaner fürchten, dass Opel dann anderen Konzernmarken Konkurrenz macht.

So sind die Europäer zwar in China vertreten. Doch 2011 rollten gerade mal 5000 Wagen von den Höfen der wenigen Händler. Viel mehr dürften es auch 2012 nicht werden, schätzen GM-Offizielle und scheuen sich nicht davor, das Wort "Nischenmarke" zu verwenden. Zum Vergleich: Insgesamt setzte der US-Autokonzern in der Volksrepublik gut 2,5 Millionen Fahrzeuge ab und damit mehr als in den USA selbst.

Umgekehrt macht die GM-Hausmarke Chevrolet Opel im Stammgebiet Konkurrenz. Unter der Haube steckt in weiten Teilen die gleiche Konzerntechnik, ein Chevrolet kostet aber weniger als ein Opel. Das GM-Management sieht darin kein Problem: Auch andere Autokonzerne kriegten den Spagat hin - namentlich VW mit seinen vielen Marken.

Übernommen aus ...

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Von Annette Berger
 
 
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