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Die aufgepeppten Retrorenner

Retro oder modern? Bei Porsche-Modellen scheiden sich daran die Geister. Singer kreiert einzigartige Porsche-Boliden. Auf Basis des 964ers werden Youngtimer-Porsche zu Kunstwerken für die Straße.

Das Preisschild klebt nicht im Auto, doch die Aussage von Firmeninhaber Rob Dickinson schockt nachhaltig: "Unter dem Strich kostet so ein Singer Porsche mindestens 420.000. Die Preise gehen hinauf bis auf 550.000 Dollar. Je nachdem, was der Kunde für Wünsche hat." Mehr als doppelt so teuer, wie ein aktueller Porsche 911 Turbo S - das sitzt. Wer sich für einen Singer Porsche interessiert, für den darf Geld keine Rolle spielen. Ein Spielzeug für Männer, die schon alles haben - mehrere Porsche-Modelle sowieso. Da kommt ein einzigartiger Retrosportler gerade Recht. Von außen sehen die Modelle aus, wie Zuffenhausener Spaßmacher aus den 70er Jahren.

Singer Porsche: Die ewig gestrigen
  Singer Porsche Los Angeles

Singer Porsche Los Angeles

Technische Basis ist ein Porsche 911 der Baureihe 964. Design, Fahrwerk und Innenraum werden komplett verändert. Bei der Suche nach dem rechten Grundmodell helfen die Singer-Leute gerne; kennen nahezu jeden 964er, der in den USA aktuell angeboten wird. Ein guter Teilespender kostet 15.000 bis 20.000 Dollar. "Alles wird nackt gemacht und herausgeschnitten", so Techniker Marlon Goldberg, "auch das Boxertriebwerk wird einer Kraftkur unterzogen. Cosworth baut die Motoren um - das dauert knapp sechs Monate." Später haben diese dann 3,8 Liter Hubraum, rund 350 PS, die Ventile vom 993 RS und viele Details von Sporttriebwerken. "Der Kunde kann sich dann entscheiden, ob er eine 993er Sport- oder Serienschaltung will. Differenzialsperre und was sonst noch", so Goldberg weiter, "wir machen fast alles möglich." Karbonteile sorgen dafür, dass das Singer-Modell um mehr als 200 Kilogramm im Vergleich zum Serien-964er abspeckt. Die Fahrleistungen sind entsprechend. Der Ausflug auf die Rennstrecke für die Kunden zumeist fester Bestandteil des Unterhaltungsprogramms am Wochenende.

Die Singer Porsche stehen in keinem lichtdurchfluteten Verkaufsraum. Starverkäufer sucht man vergeblich und die Firmenzentrale hat keine 1A-Lage in Beverly Hills. Wer Singer Porsche sucht, fährt quer durch Los Angeles, in den wenig schmucken Norden der Millionenmetropole an der kalifornischen Westküste. Hier ist gar nichts exklusiv; im Gegenteil. Düstere Geschäfte reihen sich an zwielichtige Autowerkstätten. Gleich daneben liegen Billig-Supermärkte und DVD-Shops. Auf einem wenig ansehnlichen Hof residiert die Firma Singer. Mittlerweile arbeiten sechs Personen daran, aus abgetakelten 964er Porsche automobile Schmuckstücke zu machen. Die einen Porsche-Fans sind begeistert; andere schütteln ob der Porsche-Blasphemie nur mit dem Kopf. Der weiße 911er, der fast fertig in den Werkshallen steht, steht kurz vor der Abreise nach Indonesien. "Das war ehemals ein 1990er Porsche 964", erzählt Techniker Marlon Goldberg, "das ist unser Auto Nummer sechs." Fast ein Jahr lang haben die Singer-Leute an dem Retro-Sportler herumgedoktert. Er sieht aus wie aus dem Ei gepellt. Der Zustand - perfekt. "Allein die verbauten Teile kosten bei diesem Modell mehr als 250.000 Dollar", erläutert Rob Dickinson selbstbewusst.

Die finanzstarken Kunden kommen aus Europa, Asien und Südamerika. Wer sich entschieden hat, muss erst einmal warten. Die Bauzeit eines Singer Porsche liegt bei 3.600 Stunden - ein knappes Jahr. "Die Kunden suchen bei uns etwas Einzigartiges - alt und doch auch neu. Wie einen alter Freund, den man immer um sich haben möchte", so Dickinson. Die Warteliste wird täglich länger. Für die nächsten Jahre ist Singer ausverkauft. Zukünftige Modelle gehen unter anderem nach Russland und Hong Kong. Nur in den USA interessieren sich nur wenige Sportwagenfans für die neu aufgebauten Retro-Sportler.

Das Singer-Rezept ist so einfach wie genial: man nehme einen Porsche 911 der Baureihe 964, zerlege ihn in Einzelteile und baue ihn von Grund auf zu einem historischen Porsche-Modell der Chrom-Ära mit moderner Rennsporttechnik um. Firmenchef Rob Dickinson: "Ich habe Autodesign studiert, wollte aber eigentlich Rockstar werden. Daher kommt auch der Firmenname: Singer." In Eigenleistung baute er einen 1969er Porsche 911 3.0 zum Retrorenner mit dem Kennzeichen California 69 POR um. "Das ist mein gelber Frankenstein-Porsche", lacht Rob, "ich wohne in Hollywood. Immer wieder wurde ich auf dieses Auto angesprochen. Viele wollten es mir an der Ampel abkaufen. Ich fahre den Wagen jeden Tag."

Der weiße Retro-Porsche in der Singer-Werkstatt erinnert kurz vor seinem Export nach Indonesien nicht im Geringsten an einen Elfer der rundlichen 964er-Baureihe, die zwischen 1989 und 1994 gebaut wurde. Immerhin fährt sein Heckspoiler ab 80 Meilen für mehr Anpressdruck aus. Enge Sportstühle mit gestepptem Leder in dunklem rot, LED- und Xenonleuchten, Klimaanlage und ein komplett mit Leder bespanntes Armaturenbrett. Und hinter dem Steuer zeigt sich schnell - nicht nur optisch ein Hochgenuss. "Wir denken intensiv darüber nach, auch Turboversionen aufzubauen", sagt Marlon Goldberg. Die Kunden wird es freuen. Dann dürfte es Richtung 600.000 Euro gehen.

Press-Inform/pressinform

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