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Ressentiment

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Politik
Politik
Röttgens Kehrtwende: NRW-Wahl keine Merkel-Abstimmung

CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen sorgt mit seiner Wahlkampftaktik in Nordrhein-Westfalen für Unmut in der eigenen Partei.

Interview mit Neidforscher Rolf Haubl
Interview mit Neidforscher Rolf Haubl
"Neid kann lebensgefährlich werden"

Neidforscher Rolf Haubl über die Rolle des Neids auf der Suche nach Orientierung und Lebenssinn, warum wir unbewusst neidisch auf Menschen sind, die für andere sterben - und wann Neid behandlungsbedürftig wird.

Die Medien und Guttenberg
Die Medien und Guttenberg
Schmierfinken schützen vor Berlusconi-Effekt

Das Volk hat ihn geliebt, sie haben ihn kritisiert: im Fall Guttenberg haben die Medien ihren Job zwar gut gemacht. Dennoch müssen sie Demokratie künftig besser vermitteln - ohne Show-Effekt.

Verlierer und Gewinner des Skandals
Verlierer und Gewinner des Skandals
Guttenberg-Affäre - die Abrechnung

Er ist zurückgetreten. Immerhin, aber viel zu spät. Sein Zögern hat gewaltige Flurschäden in der politischen Landschaft hinterlassen. Es gibt viele Verlierer und nur einen ganz großen Sieger. Von Florian Güßgen

Politik erzürnt Hochschulverband
Politik erzürnt Hochschulverband
Guttenberg verliert an Sympathie

Ungewöhnlich scharf hat der Hochschulverband die Bagatellisierung der Kopiervorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg kritisiert - mit deutlichem Fingerzeig auf Politiker aus der Koalition. Der Minister selbst verliert unterdessen an Sympathie, aber nicht an Rückhalt.

Die Guttenberg-Affäre
Die Guttenberg-Affäre
Kulturkampf um einen Angebeteten

Die Vorwürfe an Minister zu Guttenberg haben eine erregte Debatte ausgelöst - auch über die Geschäftsgrundlagen der Politik. Viele seiner Fürsprecher verlassen dabei den Boden der Vernunft

AlexanderPlatz
Blog "AlexanderPlatz"
Heilig und Ewig

Der Spiegel vergleicht in einer Titelgeschichte Rom und Mekka. Welches Schicksal teilen diese beiden großen religiösen Kultstätten? Es ist nicht einfacher geworden, an Gott zu glauben, unter dem Kreuz genauso wenig wie unter dem Halbmond. Große Fragen stehen im Raum. Kommen Antworten aus Rom und Mekka? Der Spiegel, so hat es der Kabarettist Hagen Rether gesagt , betreibe "Moslem-Bashing“. Er macht dies unter anderem an den tiefschwarzen Hintergründen fest, auf denen die Contra-Islam-Themen pranken: "Papst gegen Mohammed“ oder "Mekka Deutschland – die stille Islamisierung“. Und zu Weihnachten 2009 fragte das Nachrichtenmagazin sogar "Wer hat den stärkeren Gott?“ – die Christen oder die Muslime (dieses Mal allerdings nicht auf schwarzem Grund). Um zum Fest der Liebe zu versöhnen, haben sich die Kollegen in Hamburg entschieden, dieses Jahr einen islamfreundlichen Titel zu machen: "Mythos Mekka – die Schicksals-Stadt des Islam“. Der Hintergrund ist wieder schwarz – vielleicht, um im Bild von Hagen Rether zu bleiben –, das Ressentiment gegen die Muslime zwar zu schüren, dann aber nicht zu bedienen. Geschrieben ist der Text von einem Deutschen, der zum Islam konvertierte, als er eine Muslimin heiratete. So steht es in der Ankündigung des Textes auf Seite 3. Es ist normal und anständig, wenn man in eine gute islamische Familie keine andere Religion mitbringt. Die Top-Toleranz-Religion des Erdballs ist damit adäquat vorgestellt. Märtyrer ohne Bombengürtel? - verrückt! Konvertiten, das gilt religionsübergreifend, sind ja immer die größten Hardliner und riesigsten Nervensägen. Und sie sind sehr eifrig, vor allem im Verhältnis zu den anderen Religionen oder gar der Religion, der sie früher einmal anhingen. So vergleicht der Autor Bernhard Zand die Stadt Mekka mit Rom und schreibt: Mekka ist "Mittelpunkt des islamischen Universums und Kern des individuellen Glaubens. Es ist kein Thron, kein Kirchenfürst, von dem diese Weihe ausgeht. Sie geht von dem Ort aus, von den ewigen Koordinaten der Kaaba, um die Tag und Nacht die Pilger kreisen“. Nun, die Stadt Rom hat für Christen aller Konfessionen eine tiefe Bedeutung, weil hier, im Mittelpunkt des antiken Universums, die ersten Christen für ihren Glauben an Jesus Christus mit dem Leben zahlten. Sie wurden in den Arenen hingemetzelt oder als Fackeln benutzt und verbrannt. Also nichts mit goldverzierter Kirchenverwaltung (Papst-Bashing), sondern Martyrium. Das mag dem Islam als einer Religion, die nach ihrer Gründung anders als das Christentum nicht zu Fuß und mit dem Wort, sondern auf dem Pferd und mit dem Schwert ausgebreitet wurde, fremd sein. Märtyrer ohne Bombengürtel? – Verrückt! Spirituelles findet einen Revenue-Stream Gibt es denn eine Brücke zwischen Rom und Mekka, christlicher und islamischer Welt? Bernhard Zand beschreibt eindrücklich und genau, wie diese heilige Stadt des Islams, wie das Allerheiligste der Muslime von weltlichem Tand und Prunk eingekesselt und vereinnahmt wird: große Hotels, Fast-Food-Ketten, Pilgerindustrie. Da teilt die Kaaba ein Schicksal mit der Peterskirche. Heilige Stätten – sie sollen nicht mehr sein im 21. Jahrhundert? Nun, Wallfahrten bedeuteten immer sprudelnde Geldquellen: Pilger mussten schlafen, sich verköstigen, Andenken erwerben. Die christliche Welt kennt das bis in die Gegenwart, Mekka war schon in vorislamischer Zeit ein Wallfahrtsort. Die durchökonomisierte Welt findet auch für das Spirituelle einen Revenue-Stream. Zand beschreibt, dass die Modernisierung Mekkas mit vielen Fragen junger Muslime an die Gelehrten einhergeht. Beginnt hier, im Herzen des Islams, eine neue, junge, kritisch-reflexive Theologie? Zu wünschen ist es dieser Religion, die die Kultur von Ländern ausmacht, deren Bewohner zu einem überwältigenden Teil unter 25 Jahre jung sind, die moderne Kommunikation nutzen und die verstehen, dass die Welt nicht hinter dem nächsten Minarett endet. Gibt es Gott? Nichts ist uns sicher: die Existenz der Seele, die Freiheit des Willens , die Unerklärlichkeit der Natur, die Größe oder Finalität des Universums. Aber wie sollen wir als kontingente Wesen überleben, wenn uns klar wird, dass die religiösen Überzeugungen, die über die Jahrtausende dazu dienten, uns das Leben erträglicher und erklärlicher zu machen, nicht wahr sind? Wunder gibt es nicht, sondern nur Machbarkeiten. Die Religionszentralen in Rom und Mekka stammen aus einer anderen Zeit, als die Evolution uns noch mit Religion am Leben zu bleiben half. Was kommt jetzt – Horror Vacui, die Angst vor der Leere? Am 1. Januar beginnt nicht eine Zeit größter apokalyptischer Unsicherheit, sondern das Jahr 2011 nach Christi Geburt. Der Glaube muss sich wandeln, wenn er nicht verschwinden soll. Die Antworten auf die großen Fragen stehen weiterhin aus. Kommen neue Gedanken dazu aus Rom und Mekka? Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur des Debatten-Magazins The European

Deutscher Fernsehpreis
Deutscher Fernsehpreis
Zehn Schwächen des deutschen Fernsehens

Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreis vergewissert sich die Branche ihres Könnens. Kritiker streiten über Kategorien oder Nominierungen. Wichtiger ist eine realistische Gesamtbilanz.

Umstrittene Pension
Umstrittene Pension
Sarrazin will kein Polit-Wiedeking sein

Thilo Sarrazin verteidigt seine Pension. Er hätte noch viel mehr Geld von der Bundesbank verlangen können, meint der geschasste Vorstand. In der SPD will er auf jeden Fall bleiben.

AlexanderPlatz
Blog "AlexanderPlatz"
Geiles Gymnasium

Bildung ist das einzige ideologische Thema, das weite Teile der Bevölkerung in Aufruhr und Rage versetzen kann. Längere Laufzeiten für AKWs? Na ja, nicht besonders beliebt. Aber ein Aufstand? Nie! Hotelgewerbe-Entlastung in Zeiten klammer Kassen? Ein laues Lüftchen. Das Maximum an öffentlicher Geißelung hier: Schaut her, die Mövenpick-Partei. Mehr nicht. Wenn aber die Grundschule von vier auf sechs Jahre Dauer verlängert werden soll, fegt ein Bürgerentscheid über die Stadt Hamburg hinweg, der die CDU bei der nächsten Wahl zum Stadtparlament ordentlich Stimmen kosten wird. Wenn das Gymnasium von neun auf acht Jahre verkürzt wird, kostet das die CSU die Alleinherrschaft im Bayernland. So sieht es aus. Nichts hat in der Schuldebatte so sehr zur Emotionalisierung getaugt wie das Drohbild der Gesamtschule. In NRW soll dieser Schultyp nach dem Willen der rot-grünen Minderheitsregierung aus dem Dornröschenschlaf geküsst und mit Hilfe der Linkspartei wiederbelebt werden. Die SED-Nachfolgepartei wird sich leicht für die egalitäre Bildungsform begeistern lassen. Burberry gegen Ballonseide Schon zu meiner Schulzeit ging die rheinland-pfälzische SPD-Kultusministerin Götte auf Werbetour für die Gesamtschule. Sie blitzte damit an meiner Schule, der städtischen Lateinschule, dem Humanistischen Rudi-Stephan-Gymnasium in Worms, ab. Ich habe noch gut einige meiner Lehrer im Ohr, die bei der großen Debatte in der Sporthalle nicht hinter dem Berg hielten, für die SPD zu stimmen, aber die Gesamtschule, die treibe die Gleichförmigkeit auf die Spitze. Nichts, aber auch gar nichts hat sich an der Debatte um die Schulen seitdem geändert: Das Gymnasium gilt bei seinen Gegnern immer noch als Hort, an dem sich die Bessergestellten vom Rest der Gesellschaft abkoppeln. Die Hauptschule ist in der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung immer noch der vermaledeite Ort, in dem die Mehrheit der Schüler auf eine Rolle als vom Sozialstaat alimentierte Feinrippunterhemdenträger vorbereitet wird. Burberry gegen Ballonseide. Die Datenlage ist verwirrend: Mal heißt es, die deutsche Gesellschaft sei in Sachen Bildung so undurchlässig wie eine Betonwand. Auf der anderen Seite heißt es, das Negativbeispiel eines ungebildeten Menschen in Deutschland von einst – das katholische Mädchen vom Lande – gäbe es schon längst nicht mehr, die Gesellschaft sei durchlässiger geworden. Wem soll man da Glauben schenken? Die Sechs in Chemie mit der Eins in Reli ausgeglichen Von der Spitze der Gesellschaft droht kein Ungemach. Die Abschaffung des Gymnasiums verbessert die Lage nicht. Denn die Behauptung, dass der, der in Englisch gut ist, vielleicht in Mathe schlechter ist und daher einen anderen Schwierigkeitsgrad im Unterricht benötigt, greift ins Leere. Die Möglichkeit, Ausgleich zu schaffen, gibt es doch schon lange: Unzählige Male habe ich meinen Sechser in Chemie mit dem Einser in Religion ausgeglichen. Es gibt aber bei Schülern ein allgemeines Niveau, das sie zum Besuch der einen oder anderen Schule befähigt. Das fängt schon vor dem Besuch der Grundschule an. Bislang ist es so, dass der, der den untersuchenden Medizinern noch nicht reif genug erscheint, nicht etwa auf einen anderen Typ Grundschule geschickt wird, sondern einfach ein Jahr warten muss, in der Hoffnung, dann so weit zu sein. Schulen sollen den Menschen aber bilden und nicht für effiziente und gerade benötigte Produktionsprozesse fertigen. Schule bedeutet Befähigung zur Freiheit, Erlernen von kritischem Denken. In der Schule spätestens lernen wir auch, dass Menschen mit unterschiedlichen kognitiven Begabungen ausgestattet sind. Daher ist ein mehrgliedriges System nötig, um dem Rechnung zu tragen. Wir brauchen eher mehr Schultypen und Abschlüsse als weniger. Diese müssen gesellschaftliche Anerkennung erhalten. Jemand, der aus einer bildungsfernern Familie kommt und einen Abschluss macht, in der Schule oder im Beruf, der verdient mehr Anerkennung, weil er es ohne positive Rollenbilder geschafft hat, sich aus sich selbst heraus zu motivieren. Da müssen wir hin. Wir können es uns nicht erlauben, dass 40 Prozent eines Hauptschuljahrganges ohne Abschluss die Schule verlässt. Da geht Talent verloren. Es geht aber nicht verloren, weil zwei Straßen weiter zur gleichen Zeit die Schüler am Gymnasium ihr Abitur machen. Bildung verpflichtet Warum arbeiten sich dennoch so viele am Gymnasium ab? Vielleicht weil der Wunsch nach Gleichheit bei den Deutschen besonders verbreitet ist? Wir reden gerne und viel von der deutschen Mittelschicht. Doch dort wird darauf geachtet, dass der andere ja nicht besser ist in irgendetwas, dass er nicht länger und weiter weg in Urlaub fährt und dass er kein größeres Auto hat als man selbst. Häufig bestimmt Neid das Leben dort. Diese Todsünde macht die Mittelschicht zu einer Spießerhölle. Der Kampf um das Ende des Gymnasiums ist ein Schaukampf. Er löst kein Problem. Er spielt mit dem Ressentiment gegenüber „denen da oben“. Klassenkampf im Bildungswesen. Mein ehemaliger Schulleiter gibt seit seiner Pensionierung Unterricht für Kinder aus bildungsfernen Familien. Es gibt viele Projekte, die aus der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft kommen, die versuchen und helfen, diesen Kindern zu zeigen, was Bildung bedeutet und dass man es mit Bildung schaffen kann, zu Erkenntnis, Anerkennung und einem bestimmten Maß an Wohlstand zu kommen. Bildung verpflichtet. Das habe ich am Gymnasium gelernt. Alexander Görlach ist der Herausgeber und Chefredakteur des Debattenmagazins The European . Weitere Kommentare zum Thema Bildung auf The European: Helmut Anheier: Unser Bildungsideal Interview mit Michael Hartmann: Mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem Nadja Sergan: Bologna ist gescheitert. Kehrtwende jetzt! Sascha Spoun: Bologna ist nicht gescheitert! Stephan Jansen: Marx hatte recht , Studiengebühren sind notwendig.

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