
Einen einfachen Yaris gibt es für 10.000 Euro© Uli Deck/DPA
Wer billiger fahren möchte, muss Kompromisse machen. Auf extravagante Zusatzwünsche sollte man verzichten. Tageszulassungen und Halbjahreswagen sind meistens 15 bis 20 Prozent günstiger als der Listenpreis, einzelne Modelle werden noch günstiger weggegeben. Ganz wichtig: Bei einem bereits zugelassenen Fahrzeug fallen keine Überführungskosten an. Sie können zwischen 500 und 800 Euro liegen - bei günstigen Fahrzeugen sind das immerhin weitere 7 Prozent.
Modelle mit Absatzschwierigkeiten werden massiv verbilligt. In der Preisliste treten diese Wagen zwar selbstbewusst gegen die Platzhirsche an, der Händler aber bekommt sie zu dem Wunschpreis nicht los. Nachdem der übermächtige Polo im Markt ist, werden viele Konkurrenten für etwa 10.000 Euro angeboten. Ein Beispiel unter vielen: Aktuell gibt es einen nagelneuen Toyota Yaris mit Klimaanlage zu 9.999 Euro. Wenn das Bargeld knapp ist, empfiehlt sich die Finanzierung von Toyota – mit 1,9 Prozent effektiven Jahreszins kann man nichts verkehrt machen.
Flexibilität in der Wahl des Modells, eines bestimmten Händlers und der Verzicht auf eine eigene Wunschkonfiguration helfen billigere Alternativen zu finden. Allerdings muss man sich kundig machen. Erster Anlaufpunkt sind die Aktionen der Hersteller. Vorteil: Hier macht auch der lokale Händler mit. Die Bedingungen sind vorgegeben, das lästige Feilschen entfällt. Besonders interessant sind diese Angebote, wenn ein Altwagen in Zahlung und der neue Wagen finanziert werden soll. Stressfrei günstiger wird es bei Neuwagenvermittlern, sie übernehmen das Feilschen für den Endkunden. Interessant sind immer Kurzzulassungen und Lagerfahrzeuge.
In der Billigklasse gelten beim Verkauf andere Gesetze als bei teuren Limousinen. Zu den "unverzichtbaren" Extras gehört lediglich die Klimaanlage. Beim Radio kann man eine Radiovorbereitung bestellen und ein MP3-fähiges Gerät aus dem Elektrofachmarkt einbauen. Bei der Sicherheitstechnik wäre ein ESP-System wichtig. Eine Familie sollte sich vier Türen gönnen.
Wer jetzt einen Fiat Panda mit der Fiat eigenen Abwrackprämie für 6.000 bis 8.000 Euro kauft, kann nach fünf Jahren und 50.000 Kilometern immer noch 3000 Euro erlösen. Dann hätte das gute Stück um die 75 Euro im Monat gekostet. Benzin, Steuern und Versicherung nicht eingerechnet. Wer einen dieser günstigen Wagen fünf Jahre lang fährt, erleidet am Ende meist einen minimalen Wertverlust - gemessen am tatsächlichen Kaufpreis und nicht am Listenpreis. Mit einem gut ausgestatteten Passat darf man den Wert des gesamten Panda in weniger als einem Jahr abschreiben.