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19. Januar 2009, 17:33 Uhr

Pannen, Ausfälle und Führungswechsel

Das X-Raid-Team auf der elften Etappe© X-Raid

Dakar 2009, Sven Quandt, 11.Etappe

Heute konnte ich endlich mal sechs Stunden am Stück schlafen. Nachdem ich gestern Nacht noch bis um 2.30 Uhr am Laptop gesessen und gewartet habe, dass unser Renntruck endlich auf der Ergebnisliste erscheint, konnte ich die Zeit wenigstens nutzen um ein paar E-Mails zu schreiben. Durch die Zeitverschiebung ist es nicht so einfach, zu Hause jemanden ans Telefon zu bekommen, denn vor 20.00 Uhr hiesiger Zeit bin ich meist noch so beschäftigt, dass keine Zeit für Telefonate bleibt. Letzte Nacht hatte ich dann in meinem Zimmer noch Marco eins, meinen Teammanager und Marco zwei, einen meiner besten Mechaniker untergebracht. Wir drei fliegen heute zum Marathontag, weil es eh keinem Mechaniker erlaubt ist, an diesem Tag am Auto zu schrauben. Sie dürfen dem Team dennoch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das Einschlafen mit meinen beiden Mitarbeitern war jedoch nicht so einfach, denn mit ihrem Schnarchen hätte man einen ganzen Wald fällen können. Irgendwann ist man dann aber doch so müde, dass die Augen einfach zufallen.

Morgens nahm uns die Crew von Mitsubishi mit zum Flughafen und so konnten wir bis gegen 9.00 Uhr schlafen. Der Flug nach Fiambala war nicht so spektakulär wie erwartet, da man zwar eine große Schleife mit dem Flugzeug drehen muss um auf die Höhe zu kommen um über die Anden zu fliegen, jedoch steigen die Anden hier langsam an und so ist der Höhenunterschied nicht so sichtbar wie von Mendoza nach Valparaiso.

Fiambala liegt wie es so schön heißt "in the middle of nowhere". Eine Piste zum Landen und ein paar Häuser. Tagsüber ist es warm und abends kühl bis kalt. Da die Wertungsprüfung heute abgesagt wurde und sämtliche Fahrzeuge inklusive der Rallye-Autos die ganze Strecke als sogenannte Verbindungsetappe fahren, ist es sozusagen ein Ruhetag für uns. Wir sitzen also im Zelt und warten bis die BMW X3 CC da sind und natürlich auch unser Renntruck, denn der ganze Servicetross muss direkt nach La Rioja fahren. Alle Trucks bis auf einen sind heute früh schon um vier Uhr losgefahren und haben so die Möglichkeit den Sonnenaufgang in den Bergen zu erleben. Katrin (die mich ja sonst im Flugzeug begleitet) hat heute mit Marco zwei getauscht und gleich beim ersten Telefonat berichtete sie mir wie toll es war. Ja, diese Passage muss ich mir wohl für ein anderes Mal aufheben. Die Rennautos sind gegen 15.00 Uhr im Camp eingetroffen und die Beifahrer checken alles. Morgen wird es noch mal hart. Die Fahrt mit dem Auto über den Pass muss fantastisch gewesen sein. Die Fahrer und Beifahrer zeigen mir alle Bilder und da wird man dann erst recht neidisch. Tolle Landschaft und keiner der Crew hatte ein Problem mit der Höhe. Um 16.00 Uhr dann ein Anruf der Servicecrew, dass sie doch bis Rioja fahren wollen und lieber ein paar Stunden mehr unterwegs sind, aber dafür morgen am Platz bleiben können.

Marco eins hatte ich in die „Stadt“ geschickt, um für uns wenigstens ein Zimmer zu finden, damit die Fahrer nicht im Zelt schlafen müssen. Er kommt zurück und hat sogar mehrere Schlafplätze in einem Haus gefunden und von Mitsubishi bekommen wir noch zwei Zimmer in einem Hotel. Na ja Hotel ist etwas übertrieben, aber es stehen in jedem Zimmer drei Betten und eine Art Dusche gibt es auch. Da wir auch für den Rest der Crew einige Betten gefunden haben, mieten wir uns noch einen Ford 1972 Pickup, um dann alle so schnell wir möglich ins Hotel bringen zu können. Der Fahrer und Eigentümer des Pickups hatte uns bei der Suche nach der Unterkunft geholfen und für Marco eins und zwei noch schnell ein Mittagessen organisiert. Rührend, wie hilfsbereit und herzlich die Menschen hier vor Ort sind. Glücklicherweise ist Claus Mühlberger auch noch mit unserem Presse BMW X6 gekommen und so haben wir genügend fahrbaren Untersatz, um all unsere Leute in das Hotel und Haus fahren zu können. Die Stadt ist etwa vier bis fünf Kilometer entfernt und die Sonne sticht heftig. Renè und Leonid bringe ich sofort nach ihrer Anfkunft ins Hotel, damit sie sich ausruhen können. Guerlain muss noch im Camp bleiben weil er noch ein paar Interviews geben muss. Der Wind hat sich ein wenig gelegt, aber wir sind froh als wir um 20.30 Uhr dann auch endlich im Hotel und Haus ankommen.

Morgen wird ein langer, harter Tag Fiambala nach La Rioja. Und jetzt durchsuche ich einfach mal mein Gepäck nach Ohrstöpseln und hoffe auf ein paar Stunden Tiefschlaf.

 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Progreso (16.01.2009, 12:26 Uhr)
@trohm - che boludo ...
... aus einem anderen Artikel über diese kranke Veranstaltung: "Der Mensch hat in der Wüste eigentlich nicht viel zu suchen. Ganz egal, ob man zu Fuß, auf einem Motorrad oder in einem Auto unterwegs ist", sagte der spanische Volkswagen-Pilot ... dann soll er auch so konsequent sein und nicht mehr an solch einem nichtsnutzigen, sinnentleerten, egomanischen und nur auf Zerstörung und Kontamination von Wasser, Luft und Erde ausgerichteten "evento" teilnehmen, auch wenn der dumme Massenpöbel (hier wie anderswo und egal welcher sozialen Klasse) motor"sport"verrückt ist!
Saludos desde la costa atlantica
Eisenbaer (14.01.2009, 12:49 Uhr)
Ja und....
...wer war nun der "Dauerblocker"???
trohm (13.01.2009, 14:54 Uhr)
Echt Spannend
Ich sitze zwar auch hier in Buenos Aires und damit eigentlich recht nah am Geschehen, aber so habe ich die Rallye auch noch nicht mitbekommen. Super und ich freue mich schon auf den morgigen Bericht...
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