Heute war wohl der schwärzeste Tag. Und wir dachten schon, nach dem Vortag kann es nicht schlimmer kommen. Der Flug ging nach Mendoza. Dann wie üblich rasch ins Camp und an die Computer.
Bei Kilometer 36 sind alle Top-Autos durch. Wo ist Nasser? Er fehlt. Jetzt beginnt das Bangen.
Haben die Mechaniker etwas nicht richtig gemacht? Sie haben doch die ganze Nacht durchgeschraubt und jetzt? Warten, warten. Was dann passiert können wir nicht glauben. An der ersten Zeitkontrolle ist Nasser wieder da. Jetzt mit 20 Minuten Vorsprung. Aber ist wirklich alles ok? Nach kurzer Zeit häufen sich die Gerüchte, dass Nasser ein Waypoint fehlt. Naja, das wären vier Strafstunden. Schlimm, aber noch im Rennen. Jetzt verdichten sich die Gerüchte. Mein Teamchef Marco kommt zu mir und berichtet, dass es sogar mehrere Waypoints sein können, wenn sie nicht durch den Sand gefahren sind. Wir können nur abwarten. Im Ziel der Prüfung gibt Nasser ein Interview und sagt, es könne durchaus sein, dass ihnen Waypoints fehlen, denn sie hätten den Sand zum Teil umfahren müssen.
Wir wissen aber immer noch nicht, wie viele Waypoints fehlen. Ich versuche Tina anzurufen, aber es funktioniert nicht. Erst nach einigen Versuchen habe ich Erfolg. Jetzt kommt die Gewissheit, sie haben mehr als vier Waypoints nicht. Das bedeutet Ausschluss, an führender Position. Eine harte Nachricht, aber wir versuchen alles, damit er weiterfahren darf. Wir würden auch 100 Strafstunden akzeptieren, aber keine Chance. Die Kommissare würden sogar "ja" sagen, aber der Veranstalter sagt "nein".
Das ist für das gesamte Team eine herbe Enttäuschung. Zwei Top Autos in zwei Tagen zu verlieren ist bitter. Abends gibt es dann noch ein kleines Essen im Haus der Eltern von Orly, aber so richtig gut gelaunt ist keiner von uns. Eine lange Dusche hilft den Schmutz ein wenig abzuspülen, leider nicht die Enttäuschung. Am Abend noch ein Briefing mit der Mannschaft. Das neue Ziel – Orly und Rene unter die ersten 10 und Leonid und Guerlain unter die ersten 16 zu bringen. Wenn wir das schaffen, sind wir gut. Das Rennen ist noch lang.