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3. März 2009, 13:40 Uhr

Autoabsatz springt kräftig an

Abwrackprämie

Der Autoabsatz hat nach dem Einbruch zu Jahresbeginn dank Abwrackprämie im Februar deutlich Fahrt aufgenommen: Die Neuzulassungen schnellten um 21 Prozent in die Höhe. Nutznießer sind jedoch nicht die deutschen Hersteller, sondern die auf kleinere und billigere Modelle spezialisierten ausländischen Autobauer - mit einer Ausnahme.

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Schub durch Abwrackprämie: Die Neuzulassungen sind im Februar um 21 Prozent auf 277.700 gestiegen. Gefragt waren vor allem Kleinwagen© Jörg Sarbach/AP

Die Verschrottungsprämie für Altautos hat dem monatelang lahmenden deutschen Automobilmarkt im Februar kräftig auf die Sprünge geholfen. Die Neuzulassungen seien im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21 Prozent auf 277.700 gestiegen, teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Dienstag mit. In den ostdeutschen Bundesländern sei der Absatz nach den Schätzungen des Importeursverbandes sogar um 40 Prozent nach oben geschnellt.

Matthias Wissmann, Chef des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sagte: "Dies ist das höchste Absatzniveau in einem Februar seit zehn Jahren." Der Verband erwarte, dass der Inlandsabsatz im gesamten ersten Quartal über den Vorjahreszahlen liegen werde. Im Export hingegen sieht es alles andere als rosig aus: Die Ausfuhren deutscher Hersteller brachen laut VDA im Februar um 51 Prozent auf nur noch 202.000 Einheiten ein.

Mercedes und Co. schauen in die Röhre Von der staatlichen Abwrackprämie profitieren vor allem die auf kleinere und billigere Modelle spezialisierten ausländischen Autohersteller. Ihr Marktanteil sei im Februar um 45 Prozent gestiegen, erklärte der VDIK. Im Januar waren es nur 37 Prozent gewesen. Unter den deutschen Herstellern sieht sich nur Volkswagen als Nutznießer. Im Februar seien 135.000 Bestellungen eingegangen, sagte Vertriebschef Detlef Wittig der Branchenzeitung "Automobilwoche". "Normalerweise haben wir einen Bestelleingang von 40.000 bis 50.000 Autos im Monat." Keine andere Automarke in Deutschland verkaufe mehr Autos durch die Umweltprämie als VW.

Die deutschen Oberklasse-Hersteller gehen dagegen weitgehend leer aus. "Die Abwrackprämie hilft den Massenherstellern. Uns hilft sie auch, aber in einem Prozentbereich, der nicht kriegsentscheidend ist", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer. Im Februar habe sich der Absatz ähnlich schwach entwickelt wie im Januar, als die Verkaufszahlen um rund ein Viertel eingebrochen waren. Audi-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer sagte auf dem Genfer Automobilsalon, gefragt seien Autos unter 15.000 Euro Kaufpreis. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, die Abwrackprämie helfe ausländischen Autobauern viel mehr als den deutschen.

Die Bundesregierung zahlt seit Mitte Januar 2500 Euro für jeden Neu- oder Jahreswagen, wenn dafür ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet wird. Die Prämie stößt auf großes Interesse. Bis zum Dienstag lagen bei dem für die Auszahlung zuständigen Bundesamt für Wirtschaft bereits 158.000 Anträge vor. Damit ist das Budget von 1,5 Milliarden Euro zu mehr als einem Viertel ausgeschöpft. Insgesamt reichen die Mittel für 600.000 Autos. Der VDIK forderte angesichts dessen die Bundesregierung auf, die Prämie zu verlängern und das Budget aufzustocken. "Es gilt nun, darüber nachzudenken, welche Anreize mittelfristig zur nachhaltigen Erneuerung des Fahrzeugbestandes gegeben werden können", sagte Verbandspräsident Volker Lange.

Abwrackprämie nur Strohfeuer? Nach Einschätzung der Unternehmensberatung Roland Berger können auch Förderprogramme wie die Abwrackprämie der Automobilbranche nicht wirklich auf die Sprünge helfen. Sie hätten nur kurzfristige Wirkung. Viele Menschen kauften sich jetzt günstige Autos, den Absatz großer, teurer Karossen werde die Prämie aber kaum ankurbeln.

Die Autobranche werde sich frühestens 2012 erholen, heißt es in einer Studie der Münchner Unternehmensberatung. Das habe vor allem für die Zulieferer fatale Folgen: Die Branche stehe vor der größten Krise in ihrer Geschichte. "20 Zulieferer haben allein in Deutschland in den letzten drei Monaten die Waffen gestreckt", sagte Marcus Berret von Roland Berger. "Mit deutlich mehr Insolvenzen ist zu rechnen, wenn die Produktionszahlen in der zweiten Jahreshälfte 2009 nicht wieder kräftig zulegen." Der Absatz auf dem Automobilmarkt in Nordamerika, Europa und Japan sei Anfang 2009 im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 35 Prozent zurückgegangen. Der Umsatz der Zulieferer brach um bis zu 40 Prozent ein. Roland Berger hatte für die Studie weltweit 100 Vorstände von Zulieferern befragt und außerdem die Zahlen von 400 Automobilzulieferbetrieben ausgewertet.

joe/Reuters/DPA/AP
KOMMENTARE (10 von 14)
 
Eisenbaer (03.03.2009, 17:17 Uhr)
@-Lea- -Bilanz -
Sie vergessen in Ihrer Bilanz einen wichtigen Faktor: die Wagen, die jetzt in die Verwertung gehen sind mindestens neun Jahre alt und alles andere als Neuwagen. Nach dieser Zeit und entsprechenden Kilometerleistungen bedarf ein wagen ein erhöhtes Maß an Pflege und auch mal das eine oder andere Ersatzteil, das ebenfalls in die Kostenbilanz einfließen muss. Außerdem altert ein Fahrzeug keineswegs nur an den sichtbaren Teilen, sondern auch in der Struktur. Erschwerend kommt hinzu, dass ältere Wagen keineswegs die Crashsicherheit von Wagen der heutigen Generationen aufweisen (können), da die Entwicklung und das Erlangen neuer Erkenntnisse von Jahr zu Jahr voran schreitet.

Alle diese Faktoren einschließlich der höheren Kosten für die Beseitigung von Unfallschäden an Mensch und Maschine findet sich aber in keiner "Energiebilanz" die ich bis jetzt gesehen habe. Deshalb wage ich einmal zu behaupten, dass diese ganzen Rechnungen genauso geschönt sind und einem ähnlichen Zweck dienen, wie die der Industrie und dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt.
Eisenbaer (03.03.2009, 17:05 Uhr)
@Corazito3333 - Schrottberge -
Sie haben eine romantische Vorstellung, wie die Verwertung eines Autos von sich geht. Da gibt es keine "Schrottberge" sondern die Wagen werden auseinander genommen, die brauchbaren Teile wandern in den Weiterverkauf in die Ersatzteillager und der Rest der Karosserie wird etwa ein Jahr für die "Privatschrauber" vorrätig gehalten.

Danach geht es in die Presse und in den Schredder, wonach die verschiedenen Bestandteile (Metall, Kunststoffe, Gummi, etc.) voneinander getrennt werden. Das ergibt mehrere große Haufen, die in das Recycling gehen.

Das alles spart große Mengen an Devisen für unsere Volkswirtschaft, weil wir in dem gleichen Maße keine Rohstoffe auf dem Weltmarkt kaufen müssen. Und in dem gleichen Maße werden dabei bei uns Arbeitsplätze gesichert und nicht in den ausländischen Bergbauunternehmen, den Rohstoffproduzenten, den Transportunternehmen, usw. sondern bleibt alles im eigenen Lande.

Also nicht immer alles so schwarz sehen, sondern ein wenig nachdenken!
Eisenbaer (03.03.2009, 16:52 Uhr)
@stormyweather - Zulassungsstatistik -
Die hochwertigen Neuwagen unserer Premiumhersteller, die bis vor kurzem noch die Neuzulassungsstatistik verschönert haben, wurden aber nicht auf dem Privatmarkt zugelassen, sondern gingen verstärkt und zu sehr günstigen Konditionen als Werks-, Firmen- oder Leihwagen über den Tisch. Und heute werden diese nach einem halben Jahr schon wieder auf den Markt geworfen und verderben als Halb-Jahreswagen, o. ä. noch zusätzlich die Neuwagenpreise...

Nicht die Regierung hat Schuld an dem "Strohfeuer", dass nur die Hersteller von Kleinwagen beglückt, sondern die Premiumhersteller haben durch viel zu spätes Zurückfahren der Produktion ihrer teueren Produkte, und den dadurch notwendigen Abverkauf der Überbestände durch sehr gute Preise an gewerbliche Kunden sich selbst zuerst die Preise verdorben, dann dem Käufer von hochwertigen Wagen einen profitablen Second-Hand-Markt unbeabsichtigt eröffnet und leiden jetzt (zu recht) unter ihren eigenen Fehlern und Dummheiten...
Corazito3333 (03.03.2009, 16:45 Uhr)
- LEA - bin absolut deiner Meinung
und es wurden gute Fahrzeuge verschrottet, ?wenn die nicht irgendwie im Ausland gelandet sind??
Ansonsten sitzen wir auf den Schrottbergen - nächstes Problem!!!
diese Politiker denken grad mal bis Mittag, aber ihnen kanns ja egal sein, sie haben ihr Schäfchen im Trocknen!!!
-Lea- (03.03.2009, 16:33 Uhr)
Traurig
Kurzfristig Geld in Form der Abwrackprämie in den Markt gepumpt, aber die Leute, die kein Geld für ein neues Auto haben, müssen den Rest finanzieren.
Die Finanzierung wird diesen Effekt umkehren, denn in Zukunft ist die Liqudidität der Käufer durch die Zahlungen an die Bank geschmälert. Also profitiert die Autobranche auf Kosten des restlichen Binnenmarktes.
Ich kann das nicht nachvollziehen. Außerdem werden teilweise gute Fahrzeuge verschrottet. Die Gesamtenergiebilanz ist ja wohl verheerend.
Das ist keine Politik, das ist Schrott. Jetzt lachen die Leute noch, in ein paar Jahren sieht das hier ganz Düster aus...
Die Suppenküchen erleben jetzt schon einen Boom. Man braucht nicht glauben, das sich Geschichte nicht wiederholen lässt.
Grausam.
Wiebitte20081 (03.03.2009, 16:33 Uhr)
???
Und nach dem Strohfeuer(Kaufrausch) kommt unter Umständen d. Arbeitslosigkeit.Dann platzen d. Kredite,ALG 2 liqudiert dann diese Torfnasen.Wer will in dieser Situation denn 48 Monate im Voraus planen.Die Autos fliessen in den freien Markt.Bewertet wird dann nach subventioniertem Auto oder nicht.Dann kommt die Stunde derer die dann noch Geld haben.Dann wirds ,,Richtig Billig".Bis dahin fahr ich noch schön meinen gepflegten Kleinen.
Amin42 (03.03.2009, 16:29 Uhr)
@stormyweather....
Doch, ich fürchte Babylon hat nicht ganz Unrecht. Klar, bis vor 12 Monaten rangierten A4 und 3er BMW weit oben, das stimmt. Da lag aber auch der Anteil privater (!!) Käufer bei knapp nem Drittel, der Rest waren Flotten. und Firmenwagen. Die Abwrackprämie erhält aber NUR der Privatmann. Da der aber keine A4 mehr kauft, weil zu teuer, sonder eher Polo, Golf und natürlich Importfahrzeuge, haben diese prozentual zugenommen. Ob dies mit Dummheit zu tun hat, lassen wir mal dahingestellt sein, es hat auf jeden Fall mit viel Lobbyarbeit zu tun: den Absatz stabil halten mit Autos, die der Privatmann nicht mehr will. Auch das beweist letztlich diese unselige Abwrackprämie.
Wiebitte20081 (03.03.2009, 16:24 Uhr)
???
Muhahahahahahahahahah die doofen Deutschen kaufen ausländische Kleinwagen v. ihrem abgezählten Kleingeld um die deutscheen Autobauer zu unterstützen und der Umwelt zu Liebe.Und Mercedes und Konsorten stecken Millionen in die Entwicklung v. Monstern wie dem neuen Flügeltürer und dem ,,Mad Max" Benz in dem USA Test(Stern)für Leute die unter Umständen am Niedergang der deutschen Industrie mitschuldig sind.Das kommt davon das wir uns hier im Land einer Kaste aus Gangstern unterwerfen deren Ursprung im Osten liegt.Und die wissen wie man ein Volk an der Nase herumführt.
Amin42 (03.03.2009, 16:23 Uhr)
Ist doch klar.....
das ein 2500 Euro Zuschuss die verkaufzahlen kurzfristig nach oben katapultiert. Ich freue mich für jeden, der eh ein Auto kaufen wollte und daher den Kauf jetzt tätigt, und nicht erst im Herbst oder nächstes Jahr. ABER: Fakt ist doch auch, dass der Markt völlig gesättigt ist, gerade die Abwrackprämie beweist dies. Irgendwann reichen dann keine 2500 Euro mehr, um noch mehr Autos in den Makrt zu schieben, und dann? Wird die Prämie erhöht? Auf 3000 Euro, auf 4000?? Um die Sättigung noch weiter zu treiben? Das die Autolobby das fordert ist klar, aber es kann doch nicht sein, dass der Stuerzahler auf dauer den Autoabsatz künstlich am Leben erhält. Eins wird doch oft vergessen: durch diese Prämie wird das Auto keinen Cent billiger! Und all die anderen Märchen vom "umweltfreundlichen und sparsamen" Neuwagen, die stimmen auch alle nicht. Leider. Der Beweis: ein akuteller Kleinwagen mit 60 PS, 160km/h Spitze verbraucht 6-7 Liter Benzin. Ehrlich: ich hatte vor 10 Jahren nen 78er PAssat mit 55 PS. Der fuhr auch 160 Spitze und brauchte...... na? 7 Liter!! In diesem Sinne....lasst Euch nicht hetzen..... Schönen Gruss!!
stormyweather (03.03.2009, 16:16 Uhr)
@ babylon
selten solch schwachsinnigen Kommentar gelesen... Bis vor 12 Monaten rangierten z.B. 3er BMW und Audi A4 weit oben ( wenn ich mich recht entsinne, auf den Plätzen 3 und 4) der Neuzulassungsstatistiken - und das seit Jahren. Nun erklären Sie mir mal bitte, wie ein Autohersteller so schnell auf veränderte Bedingungen reagieren soll. Solche Experten wie Sie wissen immer alles besser und sind die Oberschlauen ... natürlich immer erst hinterher.
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