Auf zum Volksfest in der Grünen Hölle. Beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife treffen sich Fans und Rennpiloten. Audi schickt einen rasenden Technologieträger an den Start und vielleicht gibt es auch eine Straßenversion vom Höllen-A3. Von Christian Gebhardt, Nürburgring

Nordschleifen-Liebling: Der Streckenabschnitt Brünchen ist bei den Fans begehrt© Christian Gebhardt
Bei Motorsport-Fans und Rennpiloten genießt die Nordschleife Kultstatus. Auch in der Autoindustrie gilt die Eifel-Achterbahn als härteste Teststrecke der Welt. Besonders beim jährlichen 24-Stunden-Rennen wird knallharte Ausdauer gefordert. Audi schickt einen schnellen Technologieträger beim rasenden Nürburgring-Marathon an den Start.
Ex-Formel 1-Weltmeister Jackie Stewart nannte sie die "Grüne Hölle", für Rapper und Hobby-Rennfahrer Smudo ist die Eifel-Piste "der Elvis unter den Rennstrecken". Doch nicht nur enthusiastische Freizeitpiloten und geübte Rennprofis zieht die Faszination der legendären Nordschleife an. Für die Autoindustrie ist "der Ring" der anspruchsvollste Erprobungskurs weltweit. Getarnte Prototypen hecheln hier in Industriepool-Fahrten täglich durch die fordernden 73 Eifel-Kurven. Unbarmherzige Sprungkuppen knüppeln das Fahrwerk durch, ausdauernde Vollgaspassagen im Wechsel mit langsamen Kurven martern den Antriebsstrang und halten den gestressten Boliden ständig in Bewegung. Erst wer den Härteritt auf der Nordschleife besteht, bringt es zur Serienreife. Die absolute Reifeprüfung für die geplagten Fahrzeugteile ist der Ritt um die Uhr. 24 Stunden Vollgas. Tag und Nacht.
"Die Nordschleife ist wie ein realer Rüttelprüfstand. Hier sind alle Streckenbedingungen vereint, die sonst nur auf vielen unterschiedlichen Rennkursen zu finden sind. Der Einsatz beim 24-Stunden-Rennen soll zeigen, wie zuverlässig die Serientechnik von Audi ist", beschreibt Peter Oberndorfer, Projektleiter des 24-Stunden-Härtetests, das Audi-Projekt im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife. Für das diesjährige Marathon-Rennen haben die Ingolstädter tief in ihr Teilelager geschaut. "Unser Ziel war es, ein Fahrzeug an den Start zu bringen, das zum größten Teil aus Serienkomponenten und weniger aus reiner Renntechnik besteht." Und das ist den bayerischen Autobauern gelungen. Für die eilige 24-Stunden-Hatz wird die derzeit kleinste Baureihe mit den vier Ringen in der Eifel an den Start gerollt. Ein Audi A3 soll’s richten. Genauer drei baugleiche Renner in martialisch leuchtendroter, knallgelber und hellgrüner Rennlackierung.
Technische Daten Audi A3 24h Motor: 4-Zylinder-Turbo
Hubraum: 1.984 cm³
Leistung: 310 PS
0-100 km/h: 5,2 s
V-max: ca. 255 km/h
Fahrwerk: KW-Sportfahrwerk
Reifen: Pirelli P Zero 265/645 R 18 vorn,
245/645 R 18 hinten (Slicks, Regenreifen)
Räder: ATS-Leichtmetallräder 8,5 J x 18
Leergewicht: 1130 kg