Nie zu vor starben so wenig Menschen auf den Straßen wie im vorigen Jahr - trotz zunehmender Verkehrsdichte und mehr gefahrener Kilometer. Die Autos werden immer sicherer. Nun soll die Elektronik neue Wunder bewirken. Das Ziel heißt: Unfallvermeidung. Von Michael Specht

2008 starben etwa 4600 Menschen im Straßenverkehr© Georg Barth/DPA
Knautschzonen kennen wir seit Jahrzehnten, ebenso den Gurt und die "steife Fahrgastzelle". Auch Airbags sind zu vertrauten Partnern geworden und haben zigtausenden von Menschen das Leben gerettet oder vor schweren Verletzungen bewahrt. Fachleute sprechen bei diesen Dingen von "passiven" Sicherheitselementen, weil sie erst ihre Wirkung entfalten, wenn es bereits gekracht hat.
Der Standard der passiven Sicherheit hat mittlerweile ein Niveau erreicht, bei dem es nur noch wenig zu verbessern gibt. Airbags blasen sich, je nach Aufprallhärte adaptiv auf. Sensoren können messen, wie schwer Fahrer und Beifahrer sind und danach die Intensität des Luftsacks regeln. Weitere Airbags schützen von der Seite bis hoch zum Kopf – oft auch auf der Rücksitzbank. Selbst Knieairbags unter der Lenksäule sind keine Seltenheit mehr.
Unfall vermeiden, statt Folgen mildern
Die vorderen Gurte haben heute fast ausschließlich Gurtstrammer und Gurtkraftbegrenzer, um Fahrer wie Beifahrer möglichst weich abzufangen. Und die meisten Karosserien sind so stabil, dass sich selbst nach einem EuroNCAP-Crash (64 km/h, versetzt gegen eine verformbare Barriere) die Türen problemlos öffnen lassen.
Die Zukunft gehört daher den Assistenzsystemen. Moderne Elektronik, Sensoren, Kameras, Infrarot-, Ultraschall- und Radarsysteme sollen Unfälle gar nicht erst entstehen lassen oder zumindest ihre Schwere mindern. Die Autoindustrie legt Wert darauf zu betonen, dass der Fahrer durch die Assistenten niemals bevormundet wird und weiterhin die Oberhand sowie die volle Verantwortung behält.