. .
Autokauf - Kaufberatung
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
1. März 2010, 14:30 Uhr

Die Abwrackprämie wirkt - negativ

Zu Beginn der Automesse in Genf sieht es düster aus in der Branche. Nach dem Jahr der Abwrackprämie werden deutlich weniger Autos verkauft. Die Industrie antwortet mit weiterhin hohen Rabatten. Von Gernot Kramper

Autorabatt, billig, Preisnachlass, Peugeot Partner Tepee, 

 Drive

Rabatt-Meister: Der Peugeot Partner Teppee© Hersteller

In dieser Woche feiert sich die Autobranche auf der Messe in Genf. Dort werden attraktive Modelle vorgestellt. Dieses Mal nicht nur in den Sparten unverkäufliche Versuchsfahrzeuge, PS-Tiger oder Edel-Limousinen, sondern auch in den Segmenten, die tatsächlich gekauft werden. Aber so gelungen die neuen Modelle wie der Opel Meriva oder der Audi A1 auch sein mögen, sie werden die unbefriedigende Situation im Verkauf nicht ändern.

In Deutschland wirken mehrere Faktoren. Die Krise ist im Kopf der Konsumenten angekommen, sie halten sich beim Kauf zurück. Das Strohfeuer "Abwrackprämie" ist runtergebrannt, der Bestand an Kleinwagen im Moment so neu wie noch nie, entsprechend gering ist der Appetit auf kleine Wagen. Die These, dass sich im Jahr 2009 ein Nachfragestau nach größeren Wagen gebildet haben müsste, hat sich bislang nicht bewahrheitet. Auch die Nachfrage nach größeren Autos zieht nicht an. Vermutlich haben viele Kunden im Abwrackboom ein Downgrading vollzogen. Sie sind von der alten Mittelklasse zum neuen Kleinwagen gewechselt. Zudem hat die Rabattities des letzten Jahres das Preisgefüge nachhaltig erschüttert. Der Kunde ist nicht mehr bereit, Listenpreise zu akzeptieren, er erwartet Nachlässe. Und diese bekommt er auch geboten.

Weniger, aber höhere Rabatte

Die aktuelle Preis-Studie Februar 2010 des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen hat im Februar einen Rückgang der Verkaufsförderungsaktionen festgestellt, dabei wurden aber die Aktionen mit niedrigen Rabatten zurückgefahren, während die Zahl der Aktionen mit großen Preisvorteilen weiter angestiegen ist. Spitzenwert ist jetzt ein Preisvorteil von über 40 Prozent beim Peugeot Partner. Im Angebot "Der Easy Drive Tarif" gibt es ihn im Leasing mit 0 Euro Anzahlung für 139 Euro im Monat inklusive Wartung. Für Familien oder Personen mit großem Transportbedarf und ohne Interesse an Fahrdynamik ist der Partner ein interessantes Modell. Er und seine weitgehend baugleicher Bruder Berlingo sind in der zweiten Generation so gewachsen, dass nur echte Lieferwagen wie ein T5 deutlich größer ausfallen. Vergelichbar ist auch der Kangoo, der allerdings nicht vom selben band rollt.

Die Zahl der Verkaufsaktionen hat zwar abgenommen, für den Kunden ist aber wichtiger, dass die Rabatthöhe gestiegen ist. Im Februar gab es vier Aktionen mit Preisvorteilen über 30 Prozent und 14 weitere mit Rabatten zwischen 20 und 30 Prozent. Vor allem Importeure drücken ihre Modelle über Preisaktionen in den Markt. Besonders offensiv geht Peugeot vor. Mit dem Leasingangebot "Der Easy Drive Tarif" räumt Peugeot die höchsten Preisvorteile ein. Aber auch der Fiat Panda lockt mit 3.700 Euro oder 38,2 Prozent Preisvorteil. Beim Honda Jazz gibt es 36,2 Prozent und beim Peugeot 207 Nachlässe von über 30 Prozent.

Abwärtsspirale durch Billig-Leasing

Gerade mit den billigen Leasingangeboten setzen die Importeure eine langfristige Spirale nach unten in Gang. Die Fahrzeuge stehen nach drei oder vier Jahren erneut auf dem Hof und werden sich nicht zu den kalkulierten Restwerten verkaufen lassen. Im Moment halten sich deutsche Autobauer bei den Verkaufsförderungsaktionen insgesamt zurück. Volkswagen offeriert weiterhin seine "All-Inclusive"-Angebote, die in der Spitze beim VW Fox einen Preisvorteil von gerade einmal 14,5 Prozent einräumen. Noch zurückhaltender ist Opel. Dort beträgt der höchste Preisvorteil bei offenen Aktionen 14 Prozent für das Sondermodell Corsa "111 Jahre Opel".

Neben den offenen Rabatten bei Neuwagen setzen immer mehr Hersteller auf den verbilligten Verkauf von Kurz- oder Tageszulassungen. Der Anteil der sogenannten taktischen Zulassungen am Gesamtmarkt beträgt im Januar 28,9 Prozent. Bei Chevrolet wurden sogar 65 Prozent aller Zulassungen im Januar als taktische Zulassungen in den Markt geschoben, bei Subaru waren es 60 und bei Daihatsu ebenfalls 60 Prozent. Innerhalb kürzester Zeit landen diese Schnäppchen dann stark verbilligt beim Kunden.

Autorabatt, billig, Preisnachlass, Peugeot Partner Tepee, 

 Drive

Die Peugeotanzeige. Aber Vorsicht so günstig ist das Modell nur in der beworbenen Basisausstattung© Peugeot

Die kleinen Tricks der Billig-Heimer

Unter den offiziellen Preisaktionen finden sich allerdings "Blender", die beworbenen Rabatte gelten dann ausschließlich für das beworbene Modell – etwa die Basisausstattung. Diese Lockangebote holen die Kunden zu den Händlern, aber schon geringste Abweichungen bei der Bestellung können zu drastisch schlechteren Konditionen führen. Hier muss der Kunde einen kühlen Kopf bewahren und sich entweder für das Lockangebot mit sehr magerer Ausstattung entscheiden oder aber seine Entscheidung für das Modell insgesamt noch einmal überdenken. Wegen eines mittelprächtigen Rabattes muss sich der Kunde heute nicht für ein bestimmtes Modell entscheiden.

Bei weitgehend frei konfigurierbaren Modellen kann man derzeit bei Internetvermittlern stattliche Rabatte ohne Verhandlungsstress einstreichen. Das CAR-Center Automotive Research ermittelte bei den 25 meistverkauften Fahrzeugen in Deutschland im Durchschnitt einen Rabatt von 16,3 Prozent beim Kauf über einen Internetvermittler. Bei einem Bestseller wie dem Golf VI Trendline 1.4 lässt sich so ein Rabatt von 19,4 Prozent erreichen, bei einem Ford Focus sind es 23,3 Prozent.

Anm/Korr: Der Renault Kangoo ähnelt als Typ dem Gespann Berlingo/Partner zwar, ist aber nicht weitgehend baugleich

Von Gernot Kramper
 
 
KOMMENTARE (10 von 19)
 
Arioffz (03.03.2010, 17:29 Uhr)
Dem Steuerzahler
Milliarden gekostet? Naja, der Staat hat immerhin wieder an jedem Auto die 19%MwSt verdient und somit bei vielen Käufen sogar Gewinn gemacht.
Mikeorganizer (03.03.2010, 08:16 Uhr)
Nun....
es ist ja eigentlich kein Geheimnis, dass es nach dem Kaufboom zu einem gnadenlosen Absturz kommen wird.

Erschwerend hinzu kommt, das die Autoindustrie vor der anstehenden Krise sich nicht wirklich für die vernünftige Vorgehensweise entscheiden konnte und während der Krise und auch danach noch auf ihrem hohen Ross sitzen geblieben sind. Im Ausland hat man den Zahn der Zeit wohl begriffen und sich auf den neuen Bedarf eingestellt - Zeitgemäß- wie ich wohl meine. Ein 20 Liter Auto ist eben heute nicht mehr der Renner, ebenso Fahrzeuge, die weit mehr als 300km/h fahren verlieren ihre Bedeutung im Angesicht von Megastaus, Benzinpreisen und Endlosbaustellen.
Rainhelt (02.03.2010, 20:23 Uhr)
@mamawo59
ach, PSA, Renault, alles die gleiche Sauce ;)
atetzlaf (02.03.2010, 16:24 Uhr)
Autos kaufen keine Autos
sagte mal irgend so ein alter Kommunist.

Ford hieß der glaube ich...

Was mag der nur gemeint haben?
olli68 (02.03.2010, 16:10 Uhr)
Negative kaufpsychologische Effekte
Sowohl ich als auch meine Frau haben den Kauf eines neuen Autos erst einmal aufgeschoben und wir fahren unsere 5-7-jährigen Gebrauchten noch zwei-drei Jahre länger - (privat-)wirtschaftlich gesehen sowieso die beste Alternative. Der Hauptgrund für unsere Zurückhaltung ist aber simpler "Sozialneid": Wir sehen nicht ein, für den nagelneuen Golf oder Touran, den unsere Freunde bei den Rabattschlachten im letzten Jahr für 12 000 - 13000 ? bekommen haben jetzt 6000 Euro mehr hinzulegen.
Sollen doch die sauer verdienten Euronen bei der Bank versauern...
Lifemap (02.03.2010, 15:03 Uhr)
beim Handwerk noch nicht angekommen
nach dem Verkaufsboom des letzten Jahres reist sich kein Verkäufer um den kaufwilligen Kunden.
mein Erlebnisse: im Verkaufsraum kümmert sich keiner um mich (bei 4 verschiedenen Autohäuser) im 5 kommt eine leitender Mitarbeiter entschuldigt sich dafür und versucht einen Verkäufer heranzuholen. Bringt den Gebrauchtwagenverkäufer heran, ich erzähle meine Wünsche er erklärt sich nicht für zuständig, er holt einen jüngeren Verkäufer für Neuwagen (im Anzug jetzt erkenne ich den Unterschied) , der hat aber kein richtiges Interesse und ich verlasse auch diese Autohaus.
Der nächster erzählt mir die derzeitige Kampagne seines Herstellers ?suche alte Kombis biete 2.000? sei Unsinn er müsse davon 1.000? dazuzahlen.
Eigentlich wollte ich ein neues Auto kaufen, nach diesen Erfahrungen nehme ich zuerst einmal Abstand.

http://entwicklungs-agentur.eu/
mr_s (02.03.2010, 14:21 Uhr)
@Dumpel
Ich weiss ja nicht wo Sie herumdumpeln... aber die Denkelite unserer Nation sitzt in Berlin... nicht in Bonn... aber das ist egal. Mit dem Rest haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen...
STR_EDDS (02.03.2010, 12:48 Uhr)
Werbung
Wenn man Werbung so unverschämt als Link in einem redaktionellen Beitrag präsentiert, sollte die ganze Seite entsprechend deklariert werden. Unglaublich, dieses Blatt.
mamawo59 (02.03.2010, 12:32 Uhr)
Kangoo + Berlingo baugleich???
Da scheint ja mal wieder ein sehr kompetenter Mitarbeiter genauestens recherchiert zu haben: Partner/Berlingo/Kangoo "weitgehend baugleich"??? Wer Äpfel von Birnen nicht unterscheiden kann, sollte nicht über Obst berichten dürfen!
Dumpel (02.03.2010, 12:05 Uhr)
Ach ne ?
Oooops, das ist ja ein Ding, na sowas!? Was machen wir denn jetzt?
Es ist wirklich unglaublich, wie naiv man sein kann. Dass der große Abschwung in Sachen Auto kommt war klar und mit der Abwrackprämie hat man den einfach etwas verschoben. Das eigentlich irre daran ist, dass offensichtlich niemand aus "dot com Blasen" und "Immobilienblasen" gelernt hat, die eben irgendwann platzen und einem um die Ohren fliegen. Und da dachte sich die Politik halt "ach komm, wir machen uns mal selbst eine Auto-Blase"! Und jetzt platzt das Ding eben.
Jeder der nur 2 + 2 zusammen zählen kann konnte das vorhersagen. Und in Zeiten, in denen Manager nicht mehr Business, sondern "Holzklasse" fliegen, warten jetzt die Hersteller auf den Run auf die großen Autos. Na wenn diese Hoffnung nicht mal nach hinten losgeht. Vielleicht muss der 5er im Aussendienst jetzt leider dem 3er weichen. Dann werden die Gesichter lang und länger.
Aber das schöne ist ja, man weiß genau, dass es so kommt und warum es so kommt. Man braucht also keine großen Marktanalysen betreiben!

Alles zusammen ein Armutszeugnis für die Politik! Die Abwrackprämie hat den Steuerzahler Milliarden gekostet und "puff" weg sind sie! Die hätte man sicher besser ausgeben können.

Ein Hoch dem Dilletantentum in Bonn!
 
Partnerangebot Kfz-Versicherungsvergleich

Versicherungsbeiträge erhöht? Nutzen Sie jetzt Ihr Sonderkündigungsrecht und sparen Sie bis zu 500€ im Jahr. mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft