6. November 2012, 11:11 Uhr

Rabattschlacht erreicht Premiumautos

Der Automarkt stagniert. Hersteller und Händler bieten immer höhere Rabatte, um den Absatz anzukurbeln. Schnäppchenjäger werden sogar bei Premiumherstellern fündig. Die besten Angebote. Von Gernot Kramper

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Die Rabatte auf dem deutschen Automarkt steigen weiter. Das zeigt eine aktuelle Studie des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen. Er hat für die Analyse die Rabattsituation im Oktober untersucht. Demnach sind offiziell angebotenen Kundenvorteile auf den Rekordwert von durchschnittlich 13,6 Prozent gestiegen.

Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbandes VDA, spricht von einer Zurückhaltung auf dem Markt, Privatkunden seien wegen der anhaltenden Euro-Schuldenkrise verunsichert. Die Hersteller versuchen, mit günstigen Angeboten gegenzusteuern und den Absatz so anzukurbeln. Selbst Volkswagen mischt im Rabattzirkus mit: Der neue Golf wird mit Nachlässen von bis zu 18 Prozent an den Mann gebracht, aber auch Polo, Touran und Tiguan werden bei Internetvermittlern mit etwa 19,5 Prozent rabattiert. Und der Preisdruck erreicht nun auch die Premiumhersteller, wie ein aktuelles Angebot von BMW zeigt: Beim "Plus Leasing V" kann man beim 3er derzeit satte 26,3 Prozent sparen. Über die gesamte Laufzeit von drei Jahren beträgt die Ersparnis 8000 Euro.

Über Rabatte spricht man nicht
Fast alle Hersteller und Händler unterbieten auf irgendeine Weise die Listenpreise. Nur darüber sprechen möchte keiner. Auf Veröffentlichungen zum reagiert die Branche nervös. So wurde Dudenhöffer von Volkswagen heftig kritisiert. Hintergrund: Der Autohändler Burkhard Weller hatte Dudenhöffer "Rabattschleuderei" vorgeworfen und seine Angaben zu hohen Rabatten in Zweifel gezogen. Der Wolfsburger Konzern begrüßte den Vorstoß Wellers. Dudenhöffer wiederum konterte und warf VW "Scheinheiligkeit" vor. Im Kern wird Dudenhöffer vorgeworfen, zu hohe Rabatte zu nennen. Volkswagen und Autohändler Weller bezweifeln nicht, dass Autos zu den angegebenen Preisen erworben werden können. Aus ihrer Sicht handelt es sich bei den jeweiligen Spitzenrabatten um Aktionen regionaler Händler, die nicht verallgemeinert werden sollten. Die Veröffentlichung der Höchstrabatte setzt die Händler unter Druck. Ihre Kunden tauchen mit der Anzeige eines Superschnäppchens im Showroom auf und verlangen ebenso hohe Nachlässe.

Vom Blickpunkt des Kunden aus betrachtet sticht der Einwand der Industrie nicht: Entscheidend für den Käufer ist, dass die Wagen zu den angegebenen Konditionen gekauft werden können. Richtig ist allerdings, dass man beim heimischen Händler eventuell einen höheren Preis akzeptieren muss. Ohnehin beziehen sich viele Rabattformen auf bestimmte Ausstattungen und können nicht unbesehen auf ein Wunschmodell übertragen werden. Kurz gesagt: Wer den höchsten Rabatt erzielen will, muss Kompromisse eingehen.

In der Fotostrecke stellen wir ausgesuchte Auto-Schnäppchen vor.

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