27. Juni 2008, 17:01 Uhr

Ab in die Schrottpresse

Der Importeur China Automobile soll wegen des Vertriebs einer BMW-Kopie Schadenersatz zahlen und die Fahrzeuge vernichten. Das Landgericht München I verbot nicht nur dem Betrieb, sondern stellte auch eine Schadensersatzpflicht fest. In Deutschland ist der Wagen ein Exot, in anderen Ländern wird er seit Jahren verkauft.

Auf den ersten Blick besteht keine Verwechslungsgefahr©

Das Landgericht München I untersagte dem Importeur nicht nur den Vertrieb des Geländewagens Shuanghuan CEO, der in den Augen von BMW eine Kopie des X5 darstellt, sondern stellte auch die Schadenersatzpflicht des Importeurs fest, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Außerdem soll der Importeur alle Fahrzeuge, die noch in seinem Besitz sind, verschrotten und über die Verkäufe Auskunft geben. Ein BMW-Sprecher begrüßte die Entscheidung: "Wir freuen uns, dass das Gericht unserer Auffassung gefolgt ist." Der Importeur Karl Schlössl selbst will gegen die Entscheidung, die noch nicht rechtskräftig ist, in Berufung gehen.

Ähnlichkeiten in Details, nicht im Gesamtfahrzeug

Notfalls werde er gegen das Urteil bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen, kündigte Schlössl an. "Ein Auto, das in Europa läuft, kann man nicht in Deutschland abwürgen". Alleine auf italienischen Straßen seien beispielsweise 1200 bis 1300 Exemplare des chinesischen Geländewagens unterwegs, in einigen Ländern werde er als Polizei-Fahrzeug genutzt. In dem Gerichtsurteil gehe es um Ähnlichkeiten mit der ersten Generation des X5, die aus dem Jahr 1998 stamme und ein "uraltes Auto" sei, sagte der Importeur.

Neben dem Lenkrad seien auch Ähnlichkeiten an Türteilen und am Heck des Wagens kritisiert worden. "Es wäre aus chinesischer Sicht kein Problem, das abzustellen", sagte Schlössl. Man sei auch mit dem Hersteller in Kontakt. Mit der Veränderung von "fünf oder sechs Bauteilen" lasse sich die Optik des Fahrzeugs verändern. Der Importeur ist ein normales Autohaus, für einen Konzern wie BMW allein also kein Gegner. Der chinesische Hersteller könnte für ein Gleichgewicht der Kräfte sorgen.

Schlössl hat nun mehrere Monate Zeit, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Ob BMW tatsächlich Schadenersatz von ihm verlangen wird, steht nach den Worten des Unternehmenssprechers noch nicht fest.

DPA/Kra

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KOMMENTARE (10 von 16)
 
Blacky007 (29.06.2008, 17:50 Uhr)
Alle die gegen China sind
sollten sich selbst einem Experiment unterwerfen und versuchen, eine Woche zu leben und alle Produkte, die entweder aus China stammen oder die Bauteile aus China beinhalten, zu meiden. Wer dies konsequent durchzieht, wird ganz schnell feststellen, dass Nichts, aber auch gar Nichts mehr geht! Es gab vor Kurzem einen Bericht, da hat es eine Familie versucht und ist daran gescheitert. Es gibt bei uns am Markt fast keine Produkte, die nicht wneigstens ein Bauteil aus China beinhalten...
Sandygirl (28.06.2008, 19:40 Uhr)
*lach*
Das meiste Zeug, was ihr hier kauft enthält Teile aus Asien. Der Kunde sit so preisgeil, dass es ohne outsourcing gar nicht geht. Das ist nicht unbedingt die Schuld des Kunden, weil er das meist gar nicht erkennen kann. Dann ist der Pries das einzige Entscheidungsmerkmal. (Das gilt auch für Produkte aus typisch "deutschen Firmen")
Aber in einer Gesellschaft von Fremdkapitalfirmen bleibt die Moral außen vor.
Von einem chinesischen Auto sprechen ist genauso ungenau, wie von einem deutschen zu sprechen.
Also spart Euch Eure China-Boykott rufe. Verzichtet mal auf Eure Armbanduhr, Euer Mobiltelefon, das meiste Eurer Wäsche und die Steuerelektrik Eures Kühlschranks!
Wir leben in einer globalen Welt, da ist kein Platz mehr für Kleinstaaterei.
Ein Arbeitsplatz, der hier eingespart wird, schafft in China drei neue Arbeitsplätze. Es gibt nur einen Unterschied: Hier gibt es Harzt 4, dort gibt es Reis und Wasser, wenn man keine Arbeit findet.
Robbespierre (28.06.2008, 10:07 Uhr)
Chinaboykott jederzeit gerne
Urteil finde ich ausnahmsweise mal gut. Man sollte diese Terror-Diktatur grundsätzlich isolieren und ein europäisches Handelsembargo gegen China mit guten Schutzzöllen einrichten. Man könnte vermutlich gar nicht schnell genug gucken, wie zügig hier wieder Produktionsstätten aufgebaut würden, die dann jedoch unter Einhaltung menschenrechtlicher Grundstandards produzieren müssten.
arniston (28.06.2008, 09:53 Uhr)
zuschauen?
Nichts gegen die wunderbare chinesische Kultur und Vergangenheit.
Der Herr Deng Zhao Ping hatte wohl schlechte Träume.
Auf Kosten der Natur in China den Western Helden zu spielen finde ich schlecht. Auch weil wir als Verbraucher, ähnlich wie die Amis mit Japan Korea Taiwan, alles billige aufnehmen. Das wir in Europa damit teilweise unsere Eigenständigkeit verlieren ist schon fast nebensächlich. Übrig bleibt hier Porsche Mercedes und einige Textilmaschinen, hier haben wir Bedarf wegen Kosten eingeschränkt, oder sie passen nicht in die Garage. Es ist nicht möglich das aufzuzählen was und aus Fern - Ost überschwemmt mit billig Arbeit und unsozialem, aber was Interessiert ein 16 Stundendtag in der Welt. Da immer alles einen Preis hat, bezahlen beide Seiten auf ihre weise.
Warum kommt eine Unterhose aus China? Haben sie die auch erfunden? .
Wer verdient sich dumm damit hier Arbeitsplätze zu zerstören und ist auf der Überhohlspur der wenigen.
Wann halten wir in unserem Land wieder zusammen, ohne in Hilflosigkeit das Elend zu verwalten.
Nokia ist hier zu nennen, ein Aufschrei in Deutschland, von Herrn Clement, der in Wirklichkeit nicht nur in der Kantine von Adecco isst. Die feinen Herren und Damen in der Politik, die verfallen sind in Bilanzen, den Menschen nur als Kostenfaktor sehen, im Gegensatz zu Adenauer und Reuter. (Beispiel)
Die das Volkseigentum, zum Missbrauch, in private Hände geben, da wo Oma machtlos wird, da fällt ein Bmw X5-Chinaklone kaum noch auf..
tomcat68 (28.06.2008, 09:38 Uhr)
ihr blinden....
wenn ich die beiträge lese, alles suv's und alle minis und alle autos sowieso sehen gleich aus, dann kann ich nur sagen, macht mal eure augen auf. so blind kann doch keiner sein, der einen bmw x5 und einen audi Q7 nicht auseinander halten kann. mann, mann, nicht von autos verstehen, aber hier mitreden wollen. *kopfschüttel*
und, wer sich diese überteuerten suv's und co. hier kauft, ist selber schuld und hat es nicht besser verdient.
Idefix1234 (28.06.2008, 08:25 Uhr)
Fälschungen
Ich finde es richtig, dass den Fälschern der Verkauf ihrer Plagiate möglichst schwer gemacht wird. Der volkswirtschaftliche Schaden und die damit verbundenen Arbeitsplatzverluste sind enorm, gerade für das High-Tech-Land Deutschland.
@gmathol: mal wieder totaler, zusammenhangsloser Schrott, den Du da von dir gibst
gmathol (28.06.2008, 05:56 Uhr)
BMW wird bald in China fertigen.
Was soll also die Aufregung. In den USA heisst BMW uebrigens BM-trouble-you - wegen der lausigen Qualitaet loesen sich Teile vom Fahrzeug und die Motor Elektronik faellt immer wieder aus.
Da die Muenchener auch noch Arbeitsplaetze abbauen sollten sie einfach samt ihren Besitzern nach China oder USA auswandern.
laui (28.06.2008, 00:53 Uhr)
Sorry, [ironie] vergessen (kT)
Sorry, beim letzten Beitrag den ersten Absatz in [ironie] ... [/ironie] setzen.
Der zweite Absatz ist ernst gemeint!
laui (28.06.2008, 00:37 Uhr)
Allen BMW-Händlern die ...
... nicht bereit sind, ihre in Billiglohnländern produzierten Fahrzeuge zu entsprechenden Billiglohnpreisen zu verkaufen, sollten sämtliche Scheiben an den überteuerten Wagen eingeschlagen werden, die Lacke zerkratz und die Reifen plattgestochen werden.
Wer in Osteuropa oder Asien produzieren lässt, müsste seitens des Gesetzgebers gezwungen werden, seine Produkte zu Preisen die sich an den Löhnen im Herstellerland orientieren zu verkaufen.

gelegenheitsposter (27.06.2008, 22:11 Uhr)
Mini in zig Varianten

Mittlerweile hat jeder Anbieter seinen Mini ... zig Autos sehen dem Mini vom Grundgedanken her sehr, sehr ähnlich.
Heute sehen die Nachfolger so aus wie die Klone des Vorgängers .... alle sind schwarz oder Silber ....
Aber Männer achten nur auf das Äussere ... räusper ... ;-)
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