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10. Oktober 2007, 17:14 Uhr

Raser und Drängler sollen bluten

Schwere Vertöße auf deutschen Straßen werden im kommenden Jahr mit doppelt so hohen Bußgeldern wie bislang geahndet. Bagatell-Verstöße bleiben von der Erhöhung ausgenommen. Damit die Abschreckung funktioniert, müsse aber auch konsequenter kontrolliert werden, sagt der ADAC.

Die Staatsmacht im Einsatz© Matthias Rietschel/AP

Die Verkehrsminister der Länder stimmten entsprechenden Plänen von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee bei ihrer Konferenz in Merseburg im Grundsatz zu. Dies beziehe sich auch auf Autofahrer unter Alkohol- oder Drogen-Einfluss am Steuer, nicht jedoch auf leichtere Verstöße, sagte der Vorsitzende der Ministerkonferenz, Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU). Deshalb müsse der kürzlich von Tiefensee vorgelegte neue Bußgeldkatalog noch einmal überarbeitet werden.

Nach den Plänen des Bundesministers, die vor gut einer Woche bekannt geworden waren, sollen Raser mit bis zu 680 Euro zur Kasse gebeten werden statt jetzt mit bis zu 425 Euro. Bei Trunkenheit sollen 500 Euro fällig sein - doppelt so viel wie derzeit. Drängler sollen 400 statt 250 Euro zahlen, notorische Linksfahrer auf Autobahnen 80 statt 40 Euro.

Wer an unübersichtlichen Stellen parkt und Rettungsfahrzeuge behindert, soll statt 40 Euro künftig 70 Euro zahlen müssen. Wer Feuerwehr-Zufahrten zustellt, muss 100 Euro berappen, doppelt soviel wie bisher. Unbefugte Parker auf Behindertenplätzen sollen mit 50 statt 35 Euro bestraft werden.

Kein Gießkannenprinzip

Tiefensee räumte in Merseburg ein, dass einfache Verkehrswidrigkeiten möglicherweise in einem gesonderten Gesetzgebungsgang festgelegt werden könnten. Dabei geht es zum Beispiel um das Telefonieren mit Mobiltelefonen am Steuer. Bei leichten Verkehrsverstößen hatten die Länder bereits in der Vorwoche vor überzogenen Strafen gewarnt. Der Verkehrsminister von Nordrhein- Westfalen, Oliver Wittke (CDU), forderte in Merseburg neben den erhöhten Bußgeldern schärfere Verkehrskontrollen.

Der ADAC unterstützt die höheren Strafen für schwere Verkehrsverstöße. Gleichzeitig weist der Club aber daraufhin, dass die Kontrolldichte erhöht werden muss. Auch die Gewerkschaft der Polizei hatte moniert, dass es in Deutschland nicht an Strafen mangele, dass aber kaum ein Verkehrsverstoss geahndet werde.

DPA/Kra

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KOMMENTARE (9 von 9)
 
Facti (11.10.2007, 12:52 Uhr)
Wieder am Kernproblem vorbei
Ich höre immer nur Raser und Drängler. Jene, die bei schönstem Wetterbedingungen mit 60 in der 100-er Zone vor sich hinschleichen und dabei 15 und mehr Fahrzeuge blockieren. Oder der Verkehrsober-lehrer, der mit 100 die mittlere bzw. linke Fahrspur der Schnell-strasse besetzt hält; dieser Fahrer-kreis wäre als erster zur Verant-wortung zu ziehen. Sie sind es, die mit ihrer Pennerei gefährliche Situationen und die Drängeleien heraufbeschwören. Der sichere, zügige Fahrer schaut in seinen Rückspiegel und macht Platz wenn ein Schnellerer sich nähert.
Banzi (11.10.2007, 12:51 Uhr)
viel öfter...
Meiner Meinung nach müssten nicht unbedingt die Beträge erhöht werden, sondern viel öfter kontrolliert werden und dann der Straf(Bußgeld)Rahmen auch konsequent ausgenutzt und am oberen Ende angesetzt werden. Auch ib den meisten anderen bereichen sind unsere Straßrahmen ausreichend, sie müssten nur entsprechend angewendet werden. Und noch ein Wort zu denen, die meinen, das alles sei nur "Abzocke"...: Regeln sind da um eingehalten zu werden - von allen. Wenn da ein Schild steht, dann gilt es auch. Wenn es Regeln gibt, dann sind sie auch einzuhalten. Man kann allenfalls diskutieren, OB ein Schild dort wo es steht zurecht steht, aber solange es dort steht gilt es - für alle. ... und schließlich ist am Ende jeder für sich selber verantwortlich. Ich will keinem einzigen verbieten zu schnell zu fahren oder etwas zu tun was er(sie) eigentlich nicht darf - nur darf man dann hinterher, wenn man wrwischt wurde, nicht jammern. Jeder weiß was droht, wenn man etwas tut oder nicht tut... In diesem Sinne, allzeit frohe Fahrt - und denkt vielleicht auch mal daran "leben und leben lassen"...
netter_fahrer (11.10.2007, 10:14 Uhr)
Ich fasse es nicht...
...und wollte eigentlich auf den unsäglichen Schmarrn, den belzebub99 da von sich gibt: "Drängeln mit der Lichthupe sei eine Nötigung, so ein grotesker Unfug" nicht antworten, wenn mir nicht das hier vor kurzem passiert wäre http://www.stern.de/sport-motor/autoservice/599225.html?id=599225&rendermode=comment
Offenbar ist belzebub99 genau jener höfliche, wohlerzogene, sich an alle Regeln haltende Dahrer im Alfa....!! Wenn das keine Nötigung ist - was dann??? Fängt Nötigung bei Ihnen erst mit einer vorgehaltenen Waffe an?
silber_ruecken (11.10.2007, 09:18 Uhr)
gäääähn!
Eigentlich wollte ich auch noch etwas gehaltvolles von mir geben - fand aber schon bei "S-achte" das Richtige:
Drängler/Abstandssünder: 400 EUR und Führerscheinentzug wie derzeit.
Notorischer Linksfahrer: 400 EUR und ein Führerscheinentzug wie derzeit bei den Abstandssündern!
Wenn man Polizisten privat kennt, erzählen die einem nämlich hinter vorgehaltener Hand, dass es nicht „erwünscht“ sei, Jagd auf kleine Fische zu machen, wie in dem Fall Drängler = 400 EUR : Linksfahrer = 80,00 EUR. Bei einer Gleichstellung beider Delikte ändert sich das vielleicht…
Man bedenke: Wer nötigt wen: Der Drängler den Linksfahrer oder ist es doch umgekehrt? Was war zuerst: Die Henne oder das Ei????
doc-cs (11.10.2007, 07:30 Uhr)
Aber bitte da wo es Sinn macht.
Allzuoft beobachtet man Geschwindigkeitsmessstellen der Polizei, die vorallem danach aufgebaut sind, die Autofahrer reinzulegen und abzukassieren.
Hingegen fehlt mir die Polizeipräsenz an wirklich wichtigen Stellen oder in den Abendstunden vor Discotheken. So lange man offensichtlich abgezockt wird, wird der Bürger kein Verständnis für höhere Strafen haben. Allein die Tatsache, dass ein nicht verkehrsssicherer LKW fast soviel kostet wie dei Benutzung eines Radarwarners, bestätigt meine Aussage. Es ist der Polizei wichtiger ihre Messstellen zu schützen, als die Autbahnbenutzer vor LKW-Zeitbomben.
alcolaya (10.10.2007, 23:50 Uhr)
Bussgeld ist wohl dehnbar
..wenn ich sehe, wie bei uns 2x im Jahr, beim Aufbau der Silage-Mieten für die Landwirtschaft,die Geschwindigkeiten innerorts von 50 auf 80 km/h erhöht werden - weiss ich nicht, was die Erhöhung soll.
Gibt es zweierlei Mass bei der STVO ???
S-achte (10.10.2007, 23:23 Uhr)
Mein letzter Beitrag zu diesem Thema:
Drängler/Abstandssünder: 400 EUR und Führerscheinentzug wie derzeit.
Notorischer Linksfahrer: 400 EUR und ein Führerscheinentzug wie derzeit bei den Abstandssündern!
Kontrollen nicht einfach als Momentaufnahme von irgendwelchen Brücken, sondern mit zivilen Fahrzeugen entsprechend der tatsächlichen Verkehrssituation!
Dann, liebe Freunde der gnadenlos offenen Bußgeldkasse, wird auch für mich ein Schuh draus. Aber so?
Reine Abzocke!
Gruß
PS: Ich spreche hier nur von Autobahnen
doit (10.10.2007, 21:53 Uhr)
Kein Verständnis
Als Normalfahrer mit ca. 45.000 km/Jahr habe ich absolut kein Verständnis für diese Dikusion. Ich wär einverstanden mit : 60 Km/h über dem Erlaubten = Führerscheinentzug für min. 3 Monate. Parken auf Behindertenparkplätzen 80€ + Punkte.
Drängeln auf der Autobahn min. 3 Monate. Notorische Links- oder Mittelstreifenfahrer 1 Monat. Bitte an die Gesetzesmacher : Sorgt dafür, dass verschärft Kontrollen durch zivile Fahrzeuge mit entsprechender Ausrüstung eingesetz werden.
Verzichtet dafür auf eine kostenpflichtige Verwarnung wenn wir die Parkzeit um max.15 Minuten überschritten habe.
belzebub99 (10.10.2007, 18:05 Uhr)
Abzocker!
Sonst nichts. Und dann noch die lästigen Fragen dieses lächerlichen Faschingpersonals. "Wo kommen Sie her - wo wollen Sie hin - Warum...."
Ja wie, ist das denn ein Quiz?
Die tollste Behauptung: Dichtes Auffahren und Lichthupe sei eine Nötigung. So ein grotesker Unfug.
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