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3. Dezember 2009, 14:56 Uhr

Astra, Golf, Focus - wer ist der Beste?

Ab sofort steht der neue Astra beim Händler. Für wen ist er der Richtige? stern.de erklärt, worauf man jetzt in der Kompaktklasse achten sollte. Von Gernot Kramper

Kompaktklasse, Opel Astra, VW Golf, Ford Focus, Check, Kombi, Rabatt, Ford Fiesta, Polo, Opel Corsa

Der Astra überzeugt mit einem edlen Auftritt© Adam Opel GmbH

Mit dem neuen Opel Astra ist der Wettbewerb in der Kompaktklasse neu eröffnet. Die Premiere macht neugierig. Potentielle Kunden zieht es auf die Automeilen und sie stellen sich die Frage: Wer ist der Beste? Dabei sollte die Frage lauten: "Wer passt am besten zu mir?"

Rein nach objektiven Maßstäben gemessen, sind die Unterschiede zwischen den Modellen nicht so groß, wie man vermutet. Natürlich gibt es sie, das Ergebnis: Der Golf ist die Nummer Eins und das ist er zu Recht. In Sachen Verarbeitung, Breite des Angebots an Motorisierungen, in der Motoren- und Antriebstechnik liegt die Golfflotte vorn. In anderen Disziplinen kann den Golf niemand deklassieren. Der normale Kunde kann sich über dieses eindeutige Ergebnis allerdings ohne Bedenken hinwegsetzen, tatsächlich liegen die Mitbewerber technisch so eng beieinander, dass es keinen sachlichen Zwang zu einem Modell gibt.

Wie viel Platz bieten sie?

Beim Raumangebot kann kein Fahrzeug das andere ausstechen. In den klassischen Fließheckmodellen von Focus, Astra und Golf unterscheiden sich die Verhältnisse im Innenraum und das Ladevolumen kaum. Für den Astra ist das eigentlich ein schlechtes Ergebnis, er ist außen der Größte, leider teilt sich das im Inneren nicht ganz mit.

Alle drei bieten ausgezeichnete Plätze in der ersten Reihe. Hinten sitzen häufig Kinder und die haben in allen Modellen keinen Grund zu klagen. Die Kompaktklasse eignet sich generell nicht, wenn regelmäßig Erwachsene im Fond transportiert werden sollen. Ein Astra als Taxi? Das ist dann doch ein bisschen viel verlangt. Aber wie geht der a.) Einkauf und b.) das Reisegepäck in den Kofferraum. Die Antwort ist simpel: Der Einkauf geht locker hinein. Wer die Getränkekiste aus dem Einkaufswagen gewuchtet hat, dem machen ein paar Zentimeter mehr oder weniger Ladekantenhöhe nichts aus.

Für die typische Familie mit zwei Kindern ist der Kofferraum allerdings immer knapp bemessen. Zumindest dann, wenn auch Urlaubsreisen mit dem Wagen absolviert werden. Es bringt leider wenig, einen anderen Typ zu inspizieren. Mehr als 30 Liter mehr Kofferraum gewinnt man beim Modellwechsel nicht. 350 Liter sind es beim Golf, 370 Liter beim Astra oder 385 Liter Focus. Bei Reisegepäck für vier Personen wird es also immer knapp. Wenn Reisetaschen dabei sind, geht keine Kinderkarre mehr in das Ladeabteil. Spürbar mehr Volumen bieten die Kombis.

Mehr Raum nur im Kombi

Wer Platz will, braucht den Kombi. Volkswagen und Ford bieten Lastesel ihres aktuellen Modells an, Opel noch nicht. Aber gerade beim auslaufenden Astra wird man beim Händler massive Rabatte bekommen. Das Gleiche gilt für den Golfvorgänger. Tageszulassungen und Halbjahreswagen des alten VW-Kombis sind derzeit extrem günstig. Für die junge Familie wären die "alten" Kombis eine klare Empfehlung. Volkswagen bietet außerdem noch das "Plus"-Modell an. Auf den ersten Blick unterscheidet es sich kaum vom "normalen" Golf, tatsächlich fällt der Plus allerdings höher aus. Das führt zu deutlich mehr Volumen und einer höheren Sitzposition. Preislich liegt der Plus allerdings fast gleichauf mit dem Kombi.

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Der Golf ist die Nummer Eins© Nigel Treblin/DDP

Kleiner wird billiger

Wer nicht mit Kindern gesegnet ist, sollte sich die Alternativen Fiesta, Polo oder Corsa auf jeden Fall ansehen. Mit dem aktuellen Fiesta und dem Polo kann der Corsa nicht ganz mithalten. Von dem Trio tritt der Polo am seriösesten auf, der Fiesta wirkt dagegen jungendlicher und frischer. Für den Fiesta sprechen die attraktiven Finanzierungs-Angebote von Ford, der Polo kann am ehesten als ebenbürtiger Ersatz für die Kompaktklasse durchgehen.

Preise und Leistung

Die Listenpreise aller Mitbewerber sind fein aufeinander abgestimmt und schenken sich nichts – auf dem Papier kann man nichts sparen. Die Unterschiede sind minimal und meistens findet sich der Grund bei der Ausstattung. Billig sind die Kompakten ohnehin nicht. Wer nicht ganz frugal unterwegs sein will, muss sich von den beworbenen Einstiegspreisen um 16.000 Euro verabschieden. Die unbedingt zu empfehlende zweite Ausstattungslinie und eine Alternative zum Einstiegsmotor führen jedes Modell an die 20.000 Euro-Grenze.

Beim Händler differieren die Preise dagegen sehr. Bei Neuwagen ist die Flatrate-Offensive von Ford interessant. Die größten Rabatte gibt es allerdings bei den Auslaufmodellen, also dem Astra-Kombi, dem Astra-Vorgänger als Tageszulassung oder dem Vorgängermodell des Golf-Kombis.

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Der Ford Focus RS ist die heißeste Krawallmschine im Angebot© Sandro Campardo/AP

Motoren, Antrieb, Sicherheit

In der Motorenpalette gibt es gewaltige Unterschiede – für die meisten Kunden sind sie aber ohne Belang. Die Einstiegsbenziner bietet die billigste Lösung. Bei allen Marken taugen sie leider nichts. Wer Spaß am Fahren haben will und längere Strecken zurücklegen muss, sollte von ihnen die Finger lassen. Wird der Wagen im Alltag nur auf kurzen Strecken im städtischen Gebiet bewegt, reichen die Altmotoren hingegen aus. Der Fahrer mit moderaten Fahrleistungen von etwa 12.000 Kilometer wird von Volkswagen gut bedient: Der 1.4 TSI mit 122 PS und der 1.4 TSI in der Leistungsstufe von 160 PS schlagen die Konkurrenten aus dem Feld. Die Vierzylinder-Diesel aller Hersteller bieten immer gute Leistungen bei guten Verbrauchwerten. Sie lohnen sich wegen der steuerlichen Belastungen und des Mehrpreises nur für echte Vielfahrer.

Wer auf das Schalten verzichten möchte, bekommt bei Volkswagen DSG angeboten. Allrad ist bei Volkswagen selbstverständlich, bei Opel neu und bei Ford nicht zu haben. Die Sicherheit in der Kompaktklasse stimmt: Moderne Karosserien, komplette Airbag-Ausstattung und ESP sind Standard. Der Unterschied zu älteren Gebrauchten oder billigen Kleinstwagen ist eklatant.

Persönliches Fazit

Ich würde mir den neuen Astra auf jeden Fall genau ansehen. Das Design ist attraktiv. Persönlich bevorzuge ich einen Dieselmotor, bei ihnen braucht sich Opel nicht verstecken. Die ergonomischen Sitze des Astra wären mir wichtig und den Aufpreis wert. Oft wird bemängelt, dass die Mittelkonsole in einer Schalterorgie versinkt - das geschieht aber nur bei Vollausstattung. Und darauf würde ich in der Kompaktklasse verzichten. Meine Sicht: Ein Wagen aus der Butter-und-Brot-Liga muss auch finanziell im Rahmen bleiben.

Als Fahrer habe ich mit Opel gute Erfahrungen gemacht. Ein Zafira I wurde für 70.000 Kilometer als Familienkutsche genutzt und hat uns niemals im Stich gelassen. Der Qualitätssprung, den Opel mit dem Insignia und dem Astra hinbekommen hat, imponiert und nimmt mich für die Fahrzeuge ein. Im Vergleich zum Klassenprimus Golf würde ich allerdings einen Preisvorteil beim Astra erwarten. Sorry, Opel. Aber der Wert des Golfs erhält sich besser und draufzahlen wollte ich beim Astra dann doch nicht.

Von Gernot Kramper
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
STR_EDDS (06.12.2009, 14:06 Uhr)
@SprinbokCT
Einen Gruß in den Süden. :-) Das "STR" ist der ICAO Code unseres Flughafens. "EDDS" der IATA Code. Das Forensystem wollte sich anno Tobak nicht mit einem zu kurzen Nickname zufrieden geben. Also habe ich aus der Not heraus beide gemischt. Ich liebe Redundanzen. ;-)
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In die Ferne schweife ich aus automobiler Sicht nicht mehr. Schon überhaupt nicht, wenn es um einen Firmenwagen geht. Privat restauriere ich zuffenhausener Gefährte und habe schon aus diesem Grund eine gewisse "Heimatverbundenheit". Ich möchte die Lexus Wägen nicht zu sehr schlecht reden. Zu behaupten, japanische Fahrzeuge wären qualitativ minderwertig, ist gelogen. Keine Frage. Aber wer das Detail liebt, fühlt sich in einem deutschen Auto, zumindest ab der Mittelklasse, deutlich wohler. Und was die "Geldfrage" angeht: den SC hatte ich mangels Nachfrage quasi verschenkt. Restwert? Die Teile wandern bei mobile.de für ein Butterbrot über die Theke. Mein 10 Jahre alter R129 fängt eben wieder an im Wert zu steigen. Der R129 blieb trotz Elektronik-Schnickschnack ebenfalls noch nie liegen...
kurtaxe1 (06.12.2009, 06:17 Uhr)
ein bravo
es sollte einmal gesagt werden, weil es nicht gar so üblich ist: bekanntlich lässt sich über autos herrlich diskutieren und noch trefflicher steiten. aus meiner sicht sind objektive quellen selten. um so erfreulich ist es daher für mich, dass der stern versucht objektiv zu sein.
SpringbokCT (06.12.2009, 06:16 Uhr)
@Knuffiman (05.12.2009, 20:44 Uhr)
Sie haben vollkommen Recht, mein 93er Mercedes-Benziner verbraucht auch zwischen 8 u. 8,5 l nach 6 Erdumrundungen, das ist zuviel. Allerdings gab es noch keine Probleme mit Lackschäden.
SpringbokCT (06.12.2009, 05:28 Uhr)
@STR_EDDS,
mein Mitleid hält sich in Grenzen. Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute liegt so nah. Erfahrung sollte man über Experimente stellen! Aus reinem Umweltbewusstsein war ich 1993 das letzte Mal in EDDS um mich eines 124er zu bedienen, schließlich sind es 130 nm von EDRT aus.

Wenn ich mir noch eine Frage erlauben darf, was bedeutet das STR in Ihrem Namen, ist das die Abkürzung für "Streamliner"? Sehen Sie, auch ich wechsel schon mal, nur nicht das Auto.
STR_EDDS (06.12.2009, 01:16 Uhr)
Lexus?
Erwähnte hier jemand Lexus? Meine Erfahrung mit dieser Marke (priv. SC430, RX400) waren heilend. Dünnes Händlernetz. Überforderte Toyota-Werkstätten. Gebaren von Verkäufer untrainiert und der Wagenklasse nicht angemessen. Der SC voller Probleme (Verdeck, div. Ausfälle, etc.). Nach 15.000km und 12 Tagen Ausfallzeit wegen Reparatur, mit jämmerlichem Restwert wieder verkauft.. Der RX Hybrid hat sich als Blender erwiesen. Beworbene Verbräuche waren niemals zu realisieren. Ständig Probleme mit Elekrik. Drei Mail liegen geblieben auf der Autobahn (und dann gibts keine 24h Mobilitätsgarantie, dann tuckert der ADAC oder irgendein Abschlappfuzzi an). Mir kommt kein Japaner mit grüner Funzelbeleuchtung ins Haus oder in die Firma. Das Märchen vom so zuverlässigen Asiaten erzählen sich die, welche den Statistiken glauben, die ansonsten immer so heftig anzweifeln. Und: meine erste E-Klasse (ca. 1995, 2,8l V6 Benziner) lief in der Firma über 280.000 km und hatte ausser den üblichen Inspektionen keinerlei Ausfälle. Achso - ja: wir haben vor kurzem auch zwei Opel gekauft. Die Fahrer sind absolut zufrieden, das bei einem angenehmen Preis- / Leistungsverhältnis.
Josl.M (06.12.2009, 00:34 Uhr)
Opel
Nach mehr als zwölf mehr oder minder Katastrophen-Jahren als Vielfahrer, >30tkm/p.a., von Audi (200, A4, A3, A6) seeehr skeptisch auf Opel (Astra GTC CDTI 110kW) umgestiegen und mehr als zufrieden. Gleiche Laufleistung, bisher mehr als 100tkm, ohne Probleme. Verbrauch Top, 5L/100km ohne besonders ökonomisch fahren zu wollen, Verarbeitung absolut einwandfrei. Kein Klappern, Knirschen, o. Ä.
Knuffiman (05.12.2009, 20:44 Uhr)
deutsche wertarbeit :d
der neue touran ez 2007: mit lackschaden in wolfsburg losgefahren (wurde vom händler dann beseitigt) bei abholung ging der wagen gleich wieder zurück in die aufbereitung. war voll poliermittelreste. innerhalb des ersten jahres - kupplung, handbremsseile, schrauben von der motorabdechung unten herausgefallen, hecklappe rappelt (bis z. heutigen tag). armaturenbrett wurde wegen geräuschentwicklung aus und wieder eingebaut. spritverbrauch: 1,9 TDI eine katastrophe. digitale verbrauchsanzeige wurde neu justiert, jetzt verbraucht er optisch knapp 2 liter weniger, aber beim tanken und händisch auslitern, immer noch weit über 8l. eher 9. der usb anschluss funktioniert nur, wenn er will. eigentlich will ich keinen asiaten fahren, aber viel bleibt glaub ich nicht mehr übrig. und das ganze für fast 25.000 euro. das waren mal 50.000 dm. was wirklich faszinert ist die haltbarkeit der wischerblätter. immer noch die ersten nach 29500 km. toll ! wischerblätter können se schon mal gut.
Knuffiman (05.12.2009, 20:26 Uhr)
arniston
dann schauen sie sich im ausland mal genauestens um. dort sind die deutschen fabrikate meist günstiger als hier.
Coffeeaddict (05.12.2009, 18:44 Uhr)
Den hier werde ich mir voraussichtlich kaufen :)
http://www.indiaautomotive.net/2009/12/2011-hyundai-sonata-prepared-to-wage.html

arniston (05.12.2009, 18:26 Uhr)
blech aus fern ost.
wie kann sie jemand derart blenden lassen und aus der modellpalette der deutschen autos nicht das richtige auto finden.
im ausland reissen sich die menschen um deutsche autos, und bezahlen teuer.
audi vw porsche bmw mercedes, gegen blech aus fern ost, mit der gier nach der goldenen sonnenblende ,
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