Zwischen Coolness und Sicherheit

11. Dezember 2010, 10:43 Uhr

Viele Kinder wünschen sich zu Weihnachten ein Fahrrad. Eltern sollten beim Kauf jedoch einiges beachten, damit Sicherheit und Spaß am Radfahren nicht zu kurz kommen. Von Gernot Kramper

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Ein Zweirad unterm Weihnachtsbaum: Die Kleinsten beginnen am besten mit einem Laufrad©

Fahrräder stehen auf Wunschzetteln für Weihnachten ganz oben, aber Überraschungsmoment und sorgfältiger Kauf schließen sich leider aus. Damit das Rad passt und auch gefällt sollten Sie Ihr Kind mit in den Kauf einbeziehen.

Ein Rad ist kein Spielzeug, gehen Sie also in ein Fahrradfachgeschäft, das seinen Schwerpunkt auf Kinder-, Familien- und Jugendräder setzt. Nehmen Sie sich die Zeit, verschiedene Räder auszuprobieren, auch eine Probefahrt sollte drin sein. Und: Finger weg von Billigangeboten aus dem Supermarkt! Kinderräder sind auch im Fachhandel deutlich billiger als Räder für Erwachsene. Um diese Preise zu unterbieten, wird beim Discountrad schon am Nötigsten gespart. Es lohnt sich, ein Kinderfahrrad einer renommierten Marke zu kaufen. Wenn das Rad zu klein geworden ist, können Sie es zu einem relativ guten Preis wieder verkaufen - vorausgesetzt es ist gut gepflegt.

Beim Kauf an die Wartung denken

Kinder pflegen und warten ihre Räder meist nicht selbst. Kleine Kinder sind damit überfordert und ältere drücken sich gern davor. Wenn Sie den lästigen Service nicht selbst übernehmen wollen, sollten Sie nur bei einem Geschäft in der Nähe einkaufen, das diese Arbeiten übernehmen kann. Viele Fachgeschäfte verweigern den Service bei Rädern, die beim Discounter gekauft wurden.

Für die Kleinsten gibt es sogenannte Laufräder. Auf ihnen können die Steppkes das Radfahren erkunden und finden doch noch schnell einen sicheren Stand auf den Füßen. Dieser Einstieg gilt heute als besser, als die Montage von Stützrädern, die doch nur eine trügerische Sicherheit bieten. Außerdem: Auf Laufrädern bekommen schon die Kleinen ein gutes Gleichgewichtsgefühl, der Umstieg auf ein "richtiges" Fahrrad fällt dann viel leichter.

Nicht zu groß kaufen

Auch wenn die Verlockung der Ersparnis groß ist: Kaufen Sie das Rad nicht zu groß ein. Ein zu großes Rad lässt sich nicht sicher im Verkehr führen. Für kleine Kinder gibt es als Erstausstattung "mitwachsende" Räder, die das Kind eine Zeitlang begleiten können. Achten Sie auf einen tiefen Einstieg für den kleinen Radler und ein akzeptables Gewicht.

Bei den Kleinen sind Räder besonders beliebt, die sich mit Kultfiguren wie "Pumuckl" oder "Prinzessin Lilifee" schmücken. Dazu müssen Sie nicht unbedingt die teuren Sondereditionen kaufen. Zu jedem Kinderhelden können Sie im Internet Fanartikel wie Abziehfolien oder Wimpel kaufen. Ein individuell ausgestaltetes Rad mit Batman-Symbolen und "Bat-Kühlerfigur" auf dem Schutzblech hat sonst niemand auf dem Schulhof.

Das muss sein

Bei älteren Kindern müssen Sie versuchen, einen Kompromiss zwischen Alltagstauglichkeit und "Coolness" zu finden. Es kann schnell passieren, dass sich der Nachwuchs auf einem allzu bieder aussehenden Rad nicht in die Schule traut. Umgekehrt verlangen Kinder, sobald sie zur Schule gehen, nach Ausstattungen, die überflüssig sind. Vor allem Federungen schaden mehr, als sie nützen. Eine sinnvolle Federung ist relativ teuer und verlangt nach einer peniblen Wartung.

Ganz oben auf der Hitliste sind auch Scheibenbremsen, sie schaden wenigstens nicht. Ganz groß bei den Kids ist immer eine aufwändige Kettenschaltung mit möglichst vielen Gängen. Leider muss eine Kettenschaltung immer gesäubert und gefettet werden. In regelmäßigen Abständen muss sie neu justiert werden. Einen fast ebenso weiten Übersetzungsbereich bei weitgehender Wartungsfreiheit bieten moderne Nabenschaltungen. Tipp: Die beliebten BMX-Räder sind sicher nicht das effizienteste Fortbewegungsmittel - aber sie sind relativ robust und verzichten auf unnötige Teile.

An der Sicherheit sollten Sie nicht sparen. Neben guten Bremsen und einer funktionierenden Lichtanlage, sind ein Helm und eine reflektierende Weste empfehlenswert. Bei einem Markenrad sind die installierten Bremsen immer ausreichend. Sporträder entsprechen häufig nicht den Sicherheitsvorschriften. Für den Gebrauch im Alltag müssen sie meist mit Lichtanlage und Reflektoren aufgerüstet werden. Lassen Sie eine gute Lichtanlage am Rad installieren. Ein Nabendynamo arbeitet am verlässlichsten.

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