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Diesel gegen Hybrid

Alle Jahre wieder wollen die Deutschen den Amerikanern den Diesel schmackhaft machen. Bislang ohne Erfolg, denn Hybrid-Motoren liegen in der Kundengunst vorn. Nun sollen die hohen Spritpreise die Begeisterung für sparsame Diesel wecken.

Amerikanische Automobil-Ikonen treffen dieses Jahr bei der Autoshow in Detroit auf japanischen Erfindergeist und europäische Motorentechnologie. Auf der bedeutendsten amerikanischen Automobilmesse am Unternehmenssitz der Branchengrößen (19. bis 27. Januar) zeigen zahlreiche neue Modelle und Studien einen Weg aus der Umwelt- und Absatzkrise auf dem wichtigsten Pkw-Markt der Welt.

Einer der Stars der Messe ist - zumindest aus US-Sicht - die neue Ford F-Serie. Der robuste Pick-up ist seit Dekaden das meistverkaufte Auto in den Staaten, rund 800 000 Einheiten werden jährlich neu zugelassen. Da der bis zu 6,60 Meter lange Pritschenwagen zu den durstigsten Fahrzeugen auf dem Markt zählt, soll in der neuen Generation erstmals auch ein Dieselmotor und ein Hybridantrieb erhältlich sein. Mit der Neuauflage des Retro-Flitzers Chevrolet Camaro und der Topversion des Sportwagens Corvette stehen zwei weitere US-Ikonen in den Startlöchern.

Hybrid-Offensive

In Sachen Umweltschutz setzen die US-Marken vor allem auf zahlreiche neue Hybridmodelle. Allein General Motors (GM) will in den kommenden vier Jahren alle drei Monate ein Fahrzeug mit der Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor auf den Markt bringen. Den Anfang macht unter anderem der neue Saturn Vue 2 Mode Hybrid, ein SUV mit der gemeinsam von GM, Daimler und BMW entwickelten Spritspartechnik. Ford USA setzt neben der Hybridisierung auf das so genannte Downsizing. Durch den Einsatz von Turboladern sollen die Hubräume der Motoren und damit der Kraftstoffverbrauch sinken. Chrysler stellt eine Reihe von Konzept-Fahrzeugen mit Elektro-Antrieben vor, darunter einen Hybrid-Jeep mit Dieselmotor.

BMW X6 Weltpremiere

Im Gegensatz zu den Klassiker-Neuauflagen der Amerikaner wartet BMW mit einem ganz neuen Fahrzeugkonzept auf. Als Design-Mischung aus Gelände- und Sportwagen feiert der BMW X6 Weltpremiere. Optisch zeigt sich die Mischung der widerstreitenden Konzepte einerseits durch die hohe Gürtellinie, kräftig ausgestellte Radhäuser und die von den anderen X-Modellen übernommene bullige Front. Andererseits trägt die Karosserie mit ihrer abfallenden Dachlinie und den kleinen Seitenfenstern deutliche Coupé-Züge. Für sportliches Fahrverhalten soll ein neu entwickelter Allradantrieb sorgen, der die Kraft sowohl zwischen der Vorder- und Hinterachsen als auch zwischen den einzelnen Hinterrädern verteilt. Zu den deutschen Händlern rollt der Viersitzer Ende Mai mit einem von zwei Diesel- und Ottomotoren zu Preisen ab 55 800 Euro.

Zudem wollen nun auch die Münchner, ähnlich wie VW, Audi und Daimler, den US-Markt mit sparsamen Dieselmotoren aufrollen. Das SUV BMW X5 3.0sd und das Mittelklassemodell BMW 335d werden zukünftig mit einem rund 198 kW/269 PS starken 3,0-Liter-Twin-Turbo-6-Zylinder-Dieselmotor angeboten, der dank Oxidationskatalysator, Dieselpartikelfilter und einem SCR-Katalysator zur Stickoxidminderung alle Abgasnormen der USA erfüllt.

Der x-te Anlauf

Die Deutschen versprechen sich von den steigenden Kraftstoffpreisen in den USA neue Chancen für die einst verpönte Ölbrenner-Technik. Audi wirbt in Detroit ebenfalls mächtig für den Diesel. Ein 12-Zylinder-Turbodieselmotor steht auch im Zentrum des Messe-Auftritts. Das rund 500 PS starke Triebwerk befeuert eine Studie auf Basis des Sportwagens R8, der bislang lediglich mit einem Achtzylinder-Ottomotor erhältlich ist. Optisch unterscheidet sich das Selbstzündermodell nur durch dezente Änderungen an der Front von dem Benziner. Zudem zeigen die Ingolstädter die modellgepflegte Version des A3. Erstmals ist der Kompakte nun neben den drei- und fünftürigen Limousinenversionen auch als Cabrio mit Stoffdach erhältlich. Allen Karosserievarianten ist eine neue Frontpartie gemein, die sich am kürzlich vorgestellten Mittelklassemodell A4 orientiert. Die Scheinwerfer-Augen blicken ein wenig böser als bislang, der Kühlergrill kommt etwas größer daher. Am Heck prangen horizontale, zur Mitte spitz zulaufende Leuchten.

Der kleine SUV mit großem Stern

Mit dem Kompakt-SUV Mercedes-Benz GLK will Daimler neue Käuferschichten erschließen. Der kleinste Stuttgarter Lifestyle-Offroader ist unterhalb der ML-Klasse angesiedelt und bietet Platz für fünf Passagiere. Offiziell handelt es sich bei der in Detroit gezeigten Version um ein Konzeptfahrzeug, doch bis zum Serienstart wird sich nicht mehr viel an Karosserie und Technik ändern. Auf dem deutschen Markt wird der Allrader in der zweiten Jahreshälfte eintreffen. Außerdem feiert der äußerlich und an seinen Motoren gründlich überarbeitete Roadster Mercedes SLK in der Motor-Stadt Premiere.

VW bringt das Mega-Coupé

Der ursprünglich für den Genfer Salon erwartete VW Passat CC feiert nun in den USA seine Welt-Premiere. Das viertürige Coupé schließt die Lücke zwischen der Mittelklasselimousine Passat und dem Oberklasse-Flaggschiff Phaeton. Marktstart in Deutschland ist im Frühjahr. Dann soll das luxuriöse Reiseauto vor allem mit starken Motoren und Allradantrieb erhältlich sein. Der Preis dürfte deutlich über dem der Limousine liegen. In Sachen Umwelt und Kraftstoffersparnis setzt auch VW in den USA auf den Dieselmotor; als erstes für alle US-Staaten zugelassenes Fahrzeug soll der VW Jetta Clean Diesel im Laufe des Jahres auf den Markt kommen. Ein zusätzlicher NOx-Speicherkatalysator sorgt für die Einhaltung der strengen US-Stickstoffgrenzwerte.

Japan kommt kreativ

Die japanischen Autobauer stellen vor allem pfiffige Studien vor. Toyota hat dem in den USA beliebten Pick-up zum Spritsparen eine Abmagerungskur verpasst. Die Studie A-BAT verfügt bei ihrem Debüt auf der Messe in Detroit so über atypisch geringe Abmessungen und einen Hybridantrieb. Mit rund 4,60 Metern ist der Viersitzer deutlich kürzer als die meisten seiner US-Wettbewerber. Durch die wegen der kurzen Motorhaube weit vorne montierten Frontsitze sowie die gegenläufig öffnenden Fondtüren soll das Platzangebot im Inneren jedoch großzügig sein. Variable Sitze und Durchlademöglichkeiten zur Pritsche sollen den Nutzwert weiter erhöhen. Einen Teil der Bordstrom-Versorgung übernehmen Solarzellen auf dem Dach.

Gedanken über die Zukunft der praktischen Innenraumgestaltung im Van hat sich Nissan bei der Studie Forum gemacht. Der dynamisch gestaltete Siebensitzer verfügt im Fond über Schiebetüren auf einem patentierten Scharniersystem ohne Führungsschienen. Jede der drei Sitzreihen hat individuelle Audio-Bedienelemente. Die beiden Einzelsitze in der zweiten Reihe können jeweils um 90 Grad in beide Richtungen oder gemeinsam um 180 Grad gedreht werden, so dass sich fünf Personen gegenüber sitzen können. Die integrierte Mikrowelle wärmt Snacks für den Hunger zwischendurch, für die Kontrolle des Nachwuchses sorgen im Dachhimmel integrierte Kameras, deren Bilder auf einen LCD-Monitor in der Mittelkonsole übertragen werden.

Mazda bleibt dem Wankel treu

Den umweltschonenden Sportwagen der Zukunft zeigt Mazda mit der Studie Furai. Der Zweisitzer verfügt über einen rund 450 PS starken Wankelmotor, der mit reinem Ethanol betrieben wird. Mit dem aus nachwachsenden Rohstoffen hergestelltem Treibstoff betankt, fährt das Fahrzeug CO2-neutral. Durch seine flache Karosserie und die windschnittige Form fügt sich der Alkoholflitzer in die Serie der auf vergangenen Automessen vorgestellten Mazda-Design-Studien ein. Außerdem präsentieren die Japaner in Detroit unter anderem die modellgepflegte Version des Wankelmotor-Sportwagens RX-8 sowie neue Diesel- und Ottomotoren.

Zudem feiert der neue Subaru Forester Premiere, der sich vom Allrad-Kombi zum richtigen SUV weiter entwickelt hat. Mitsubishi zeigt einen zweitürigen Sportwagen auf Basis der Hochleistungs-Mittelklasselimousine Lancer. Und Saab wartet erstmals seit Jahren mit einer echten Neuheit auf: Eine Studie gibt Ausblick auf das kommende Kompakt-SUV der schwedischen Marke. Der Kleinserienhersteller Fisker präsentiert ein viertüriges Coupé mit Hybridantrieb, das im kommenden Jahr für rund 100 000 Dollar auf den Markt kommen soll. Der in einer 15 000er-Auflage gebaute Gran Turismo tritt dann unter anderem gegen den geplanten Porsche Panamera an. Die Stuttgarter selbst verzichten in diesem Jahr ganz auf den Auftritt in Detroit.

Holger Holzer/MID

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