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11. September 2011, 15:22 Uhr

Der Preis ist das Problem

Elektroautos mit Range-Extender lösen das Reichweitenproblem. Trotzdem werden sie nur dann Kunden überzeugen können, wenn der Aufpreis zum Benziner überschaubar bleibt.

Elektromobilität

im Flottengeschäft wird genau gerechnet, ein Stromerzuschlag wird es nicht geben© Opel

Die Zukunft der Mobilität soll elektrisch sein. Auf die Straßen kommt in den nächsten Monaten der Opel Ampera. Das batteriegestützte Elektroauto mit einem zusätzlichen Motor zur Stromerzeugung ist das bei weitem alltagstauglichste Elektroauto überhaupt. Damit ein Wagen in der Preisklasse von über 40.000 Euro eine Chance hat, muss er im Dienstwagengeschäft akzeptiert werden.

Elektrofahrzeuge, die mit einem Range-Extender ausgerüstet sind, überwinden die Reichweitenproblematik der Modelle, die allein auf die Batteriekapazität angewiesen sind. Ralf Woik, Manager bei der Leasingegsellschaft Arval Deutschland sagt: "Mit Range-Extender können Elektrafahrzeuge für das Dienstwagengeschäft interessant werden."

Für den klassischen Mitarbeiter im Außendienst sind sie noch keine Alternative. Die dort zurückgelegten Strecken sind viel zu lang. Der Einsatz des Range-Extendes zur Stromerzeugung sollte immer die Ausnahme bleiben, wird er zur Regel, fährt man mit einem klassischen Benziner besser und billiger. "Mit einem Fahrzeug mit Range-Extender kann man rein elektrisch ins Büro kommen und am Wochenende auch mal eine längere Strecke fahren", sagt Woik. "Für diese Kunden sind allerdings auch Größe, Komfort und Alltagsnutzen des Autos wichtig." In diesen Disziplinen kann der Ampera bestehen, allerdings steht der hohe Preis einem Erfolg entgegen. "Der Ampera wird von Opel zunächst nur in Vollausstattung ausgeliefert. Für den gleichen Preis kann man auch einen Audi A6 oder einen 5er BMW bekommen. Was soll man sagen: Das sind harte Konkurrenten."

Der hohe Preis der Elektroautos fällt bei Dienstwagen noch stärker ins Gewicht als bei Privatfahrzeugen. Vom geringen Strompreis im Vergleich zu Diesel und Benzin profitiert der Dienstwagenfahrer persönlich nicht, er muss aber alle Einschränkungen des Stromers etwa bei der Wahl eines Parkplatzes mit Stromanschluss hinnehmen. Im Flottengeschäft wird stärker als bei privaten Kunden auf die Gesamtkosten des Fahrzeugs geschaut, der hohe Preis des Fahrzeugs wird durch die geringeren Stromkosten zumindest etwas relativiert, aber nicht aufgewogen.

"Durch den hohen Listenpreis der Elektroautos fällt auch die zu versteuernde Summe für den sogenannten geldwerten Vorteil des Fahrers hoch aus", sagt der Leasingexperte. "Das ist ein Problem: Wenn es vom Nettoeinkommen abgeht, werden die Leute sehr empfindlich." Abhilfe könne nicht durch eine geringe Besteuerung von Elektrodienstwagen geschaffen werden, so Woik. "Damit reduziert man die Steuerlast des Fahrers, aber nicht die Kosten des Fahrzeugs in der Flotte. Das heißt die Firma - der eigentliche Entscheider - müsste weiterhin hohe Kosten akzeptieren, die man bei einem anderen Fahrzeug vermeiden könnte." Auf Dauer müssten sich die Gesamtkosten eines Elektroautos den Preisen eines konventionellen Fahrzeugs angleichen. "Sonst bleiben die Chancen im Flottengeschäft gering."

Von Gernot Kramper
 
 
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