Mit einem Elektrorad können sich auch Nicht-Sportler lange Ausflüge zutrauen. Aber nicht alle Modelle eignen sich für ambitionierte Touren. Sechs E-Bikes im Check. Von Gernot Kramper
Wadenpower plus Elektromotor - diese Kombination ist bei Fahrrädern groß im Kommen. In diesem Jahr werden voraussichtlich mehr als eine Million Elektroräder verkauft. Was liegt im Sommer also näher, als die Stromer auch für Fahrradreisen und lange Touren zu benutzen. Aber in der Praxis zeigt sich schnell, dass Elektroräder das gleiche Manko haben wie die Elektroautos: Es hapert an der Reichweite.
Wie kommt es? Die meisten Akkus reichen für Strecken von 40 bis 70 Kilometern. Für den Alltag ist das vollkommen genug. Anders sieht es bei Tagestouren oder im Fahrradurlaub aus: Die spürbare Erleichterung durch den Motor ermöglicht selbst Untrainierten eine forsche Geschwindigkeit, Tagesetappen von mehr als 100 Kilometern wären so gesehen kein Problem.
Nur spielt da der Akku nicht mit. Die angegebenen Reichweiten lassen sich zudem nur mit kräftiger eigener Wadenarbeit erreichen. Wer mit geringer eigener Anstrengung, aber voller Unterstützung durch den Motor fährt, halbiert den Höchstwert. Zusätzlich fressen Steigungen die Akkukapazität auf. 500 Höhenmeter sind verteilt auf einen Tag nichts Besonderes, aber auch sie halbieren die Reichweite eines Standardakkus.
240 Wattstunden Akkukapazität ist das Minimum für einen längeren Ausflug. Damit ist aber noch keine echte Tagestour möglich. Wer regelmäßig lange Touren radeln will, kommt nicht um einen teuren Hochleistungs- oder einen zweiten Austauschakku herum. Mit Muskelkraft allein lassen sich die Testkandidaten nämlich nur von gestählten Radfahrern bewegen. Das hohe Gewicht der Räder von etwa 25 Kilogramm macht das klassische Radeln für den Untrainierten zur Qual.
Der Tipp für gelegentliche Ausflüge: Planen sie eine längere Rast in der Gasstätte ein, dort können sie die schlappe Batterie wieder aufladen und dann den Rest der Etappe zurücklegen.