Welche Fahrradlampe passt zu mir?

20. Juli 2013, 20:28 Uhr

Bald sind Radbeleuchtungen ohne Dynamo erlaubt. Aber die praktischen Akkulampen sind nicht immer die beste Wahl. Welches System passt zu welchem Zweck? Von Gernot Kramper

Dynamo, Akku-Beleuchtung,

Ein funktionierende Beleuchtung ist für die Sicherheit unerlässlich.©

Im Bundesrat wurde beschlossen, die Dynamo-Pflicht für Fahrräder aufzuheben. In Zukunft sollen auch Beleuchtungen mit Stromversorgung durch einen Akku offiziell erlaubt werden. Damit wird die Realität legalisiert. Ein überfällige Regelung, denn längst sind viele Räder ohne Dynamo unterwegs.

Der Dynamo sorgt für Sicherheit

Eine fest installierte Lichtanlage mit eigener Stromversorgung ist und bleibt jedoch die beste Lösung, wenn es um die Sicherheit geht. Die Anlage befindet sich am Rad und ist immer betriebsbereit - weder kann eine Lampe vergessen werden, noch kann der Akku zwischenzeitlich schlapp machen.

Nicht zu empfehlen sind die altertümlichen und billigen Dynamos, deren Antrieb an den Felgen mitläuft. Sie verstellen sich schnell und produzieren dann keinen Strom mehr. Besser sind Dynamos, die in die Radnabe integriert sind. Sie sind unauffällig und arbeiten praktisch wartungsfrei. Ein Nachteil: Ein Nabendynamo lässt sich mit vertretbarem Aufwand nicht nachträglich einbauen. Wer nachrüsten will, muß das komplette Laufrad ersetzen.

Ein Dynamo benötigt einen Stromkabel zu den Leuchten. Verlegung und Befestigung müssen sorgfältig geschehen, eine zweiadrige Verbindung ist besser als ein einadrige. Übrigens: In eine Dynamoanlage lassen sich auch USB-Anschlüsse integrieren, die ein Smartphone mit Strom versorgen können.

Die Vorzüge der Akkus

Der Bundesrat will Lichtanlagen mit Akkubetrieb legalisieren, doch für Kinder und Jugendliche sind Akkusysteme keine gute Wahl. Achten sie nicht auf den Ladestand, kann das Licht bei der Fahrt ausgehen. Da die Leuchten nur aufgesteckt werden, werden sie häufig gestohlen. Für sportliche Radler, die es gewohnt sind, ihr Rad regelmäßig zu warten, können sie eine gute Alternative sein.

Die Akkubeleuchtungen kommen den ästhetischen Vorlieben von Radliebhabern entgegen. Am Tage befindet sich überhaupt keine störende Lichtanlage am Rad, eine Verkabelung ist nicht nötig und die Lampen selbst sind klein und unauffällig. Ein Nabendynamo müsste ins Laufrad montiert werden - für einen Radsportler unvorstellbar. Die Preise für brauchbare Sets starten im Versandhandel bei etwa 15 Euro.

LEDs sorgen für Helligkeit

Bei den Leuchtmitteln, egal ob mit Akku oder Dynamo betrieben, sind LEDs heutzutage der Stand der Technik. Sie verbinden geringen Stromverbrauch mit sehr guter Lichtausbeute. Auch bei einem kleinen Gehäuse muss man nicht mit einer trüben Funzel unterwegs sein. Die Lichtmenge ist auf jeden Fall wesentlich höher als bei alten Fahrrädern mit konventionellen Glühbirnen.

Worauf muss man achten

Lichtanlagen werben heutzutage mit Angaben in Lux und Lumen. Diese nackten Leistungsdaten bedeuten wenig. Billige Anlagen protzen mit den reinen Leistungsdaten des Leuchtkörpers, Qualitätsprodukte messen dagegen das Licht, dass die Lampe tatsächlich ausstrahlt.

Noch wichtiger als die Helligkeit ist der Lichtkegel der Lampe. Günstige Systeme funktionieren wie eine Taschenlampe und strahlen einfach nur einen runden und spitzen Lichtkegel ab, anstatt den Boden vor dem Fahrrad gezielt auszuleuchten. Starke LED-Systeme leisten 90 Lux und mehr. Bei dieser Intensität muss das Licht auf den Untergrund ausgerichtet werden, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden.

Sehen oder gesehen werden

Auf beleuchteten Wegen in der Stadt soll die Lichtanlage vor allem andere Verkehrsteilnehmer auf den Radfahrer aufmerksam machen. Das schaffen auch preiswerte Systeme. Fährt man aber auf vollkommen unbeleuchteten Wegen, sollte das Frontlicht den Weg vor dem Rad ausleuchten. Bei hohen Geschwindigkeiten muss der Lichtkegel entsprechend weit reichen. In diesem Fall muss man zu einem Qualitätsprodukt greifen, das sein Licht gezielt abgibt, auch wenn der Reflektor der Lampe etwas größer ist.

Akku allein genügt nicht

Die Besitzer von Sporträdern oder besonders gestylten Bikes werden ihre Räder auch in Zukunft nicht gesetzeskonform ausrüsten. Zwar wird die Beleuchtung mit Akku legalisiert, doch das Gesetz sieht darüber hinaus zahlreiche Reflektoren am Rad vor. Ohne diese Anbauten entsprechen die Räder auch mit Akku nicht der StVO.

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