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21. Januar 2012, 14:53 Uhr

Neuwagen aus Nachbarländern billig wie nie

Preisschlager EU-Importe: Derzeit gibt es Rabatte von fast 40 Prozent auch für gefragte Modelle. So kommen Sie günstig und sicher zum neuen Auto aus dem Ausland. Von Gernot Kramper

EU-Import-Wagen

Selbst den Klassenprimus VW Giolf gibt es 28 Prozent unter Listenpreis© Hersteller

EU-Import-Wagen lohnen sich wieder. Nachlässe von mehr als einem Drittel sind durchaus drin. Und das nicht bei Auslaufmodellen wie dem alten Fiat Panda, sondern bei Bestsellern wie dem Ford Mondeo oder dem VW Passat. An diese Rabatte kommen auch Internetvermittler nicht heran. In einer aktuellen Marktstudie hat die "Auto Bild" einen Preisnachlass von 37 Prozent für einen Ford Mondeo Turnier ermittelt. Ihn kann man mit 2.0-TDCI-Diesel für 19.990 statt für 31.670 Euro bekommen.

Hier finden Sie die Top-Konditionen der Importeure für zehn Besteller

Was sind eigentlich EU-Importe?

Es handelt sich um Fahrzeuge, die in anderen Ländern der EU auf den Markt gebracht werden, aber zum tatsächlichen Verkauf nach Deutschland transportiert werden. Etwa ein Hyundai i40, der in Deutschalnd angeboten wird, in Korea gebaut wurde und für den spanischen Markt vorgesehen war.

Ein besonderer Fall sind Re-Importe, also Wagen, die ursprünglich in Deutschland für den Export gebaut wurden und nun wieder nach Deutschland zurückgebracht werden. Wie der Preisknaller von Ford. Weil Europa ein einheitlicher Wirtschaftsraum ist, können diese Fahrzeuge ohne Veränderungen zugelassen werden und auch die Garantie bleibt erhalten. Bei Importen aus den USA gilt das nicht, daher lohnt sich der Kauf trotz niedriger Preise nicht. Zusätzliche Steuern, Transportkosten und notwendige Umbaumabnahmen fressen die Ersparnis wieder auf.

Warum lohnen sich EU-Importe?

In den einzelnen Ländern werden die Autos zu unterschiedlichen Preisen und mit unterschiedlichen Steuern in den Verkauf gebracht. Der Import nach Deutschland rechnet sich, weil hier die Autopreise traditionell besonders hoch sind. Die Preisunterschiede schwanken aber von Modell zu Modell. Nicht alle Autos lassen sich auf diesem Weg so günstig beschaffen, dass sich der Kauf eines Importwagens lohnen würde. Wer die Toprabatte nutzen will, muss sich nach dem Angebot richten.

Zurzeit drückt der Zusammenbruch der Autokonjunktur in den Mittelmeerländern die Preise. Die Händler dort können ihre Kontingente nicht an Einheimische verkaufen, die Preise fallen ins Bodenlose. Auch Leasingrückläufer finden in diesen Ländern zu wenig Kunden, daher lohnt sich auch der Import eines Gebrauchten.

Sind EU-Autos schlechter?

Nein, die Wagen laufen vom selben Band und unterliegen den gleichen Qualitätsstandards. Nur die Ausstattungsmerkmale unterscheiden sich. Hier muss die Ausstattungsliste des Imports haarklein mit den deutschen Prospekten verglichen werden. Mit Abweichungen muss man leben können, in Spanien wird eine Sitzheizung eben seltener verlangt. Die beliebten Ausstattungspakete unterscheiden sich ohnehin von Land zu Land.

Typisch ist auch ein Reserverad anstelle des in Deutschland mittlerweile üblichen Abdichtkits. Auch bei Sprachausgabe und Sprachsteuerung ist es nicht selbstverständlich, dass auf eine deutsche Version umgeschaltet werden kann.

Was ist mit Garantie und Kulanz?

Innerhalb der EU gilt die Herstellergarantie. Aber Achtung: Es gilt die Herstellergarantie des Verkauflandes. Sonderaktionen mit besonders langen Garantiezeiten müssen nicht in allen EU-Ländern gelten. Wenn in Deutschland mit einer Vier-Jahres-Garantie geworben wird, sollte man sich erkundigen, welche Konditionen auch im Verkaufland des Autos gelten.

Für die sogenannte gesetzliche Gewährleistung tritt der Verkäufer ein und nicht die Automarke. Man solte darauf achten, dass der deutsche Importeur juristischgesehen der Verkäufer und nicht nur ein Vermittler ist. Sonst muss man sich unter Umständen bei Problemen mit der Gewährleistung mit einem Autohaus in Portugal auseinandersetzen.

Auf freiwilliges Entgegenkommen kann man bei einem Importwagen kaum rechnen. Die Kosten für Kulanzreparaturen tragen meist Vertragshändler und die Landesorganisation des Herstellers – bei einem EU-Fahrzeug ist die Bereitschaft zu zahlen gering. Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte einen Teil der Ersparnis in eine Garantieverlängerung investieren.

Vorsicht bei der Abwicklung

Nur sehr wenige Importeure haben einen Showroom mit einer größeren Auswahl an Autos. Aber hier ist der Kauf am einfachsten: Die Wagen können besichtigt werden, bezahlt wird bei Übergabe. Wer einen Händler mit dem gewünschten Lagerfahrzeug gefunden hat, sollte eine längere Anreise nicht scheuen. Nur selten ist es möglich, Re-Importe über den Vertragshändler zu beziehen. Wenn das geht – wie teilweise bei Ford – sollte man diese Möglichkeit nutzen. Echte Auto-Importeure sind in aller Regel kleinere Firmen mit nur wenigen Fahrzeugen auf dem Hof. Beim Kauf auf Bestellung kann eine kleine Anzahlung als Schutzgebühr geleistet werden, eine größere Summe sollte man nicht vorab bezahlen. Die Vermittler sind rechtlich unabhängig, bei einer Insolvenz ist das Geld verloren.

Probleme und Alternativen

Bei besonders günstigen Modellen kann es sich um Restfahrzeuge handeln, die noch in der Ausstattung des Vorjahres ausgeliefert wurden. Den wichtigen Preisvergleich muss der Kunde immer selbst vornehmen. Alle Hersteller bieten Konfigurationsseiten mit detaillierten Preisangaben im Netz an, außerdem gibt es alle Preislisten als PDF-Datei zum Download. Wegen der unterschiedlichen Ausstattung dürfen die Händler auf ihrer Interneteite ihren Preis nicht einfach einem deutschen Preis entgegenstellen. Um den Überblick zu behalten, sollte man sich beim eigenen Vergleich auf einige, wenige Wunschmodelle beschränken.

Schnäppchenjäger sollten als Alternative zum EU-Import die Angebote von Internetvermittlern und die Sonderaktionen der Hersteller prüfen. Wen es nicht stört, dass der Wagen bereits zugelassen war und 50 Kilometer gefahren ist, sollte Tageszulassungen unbedingt ansehen. Hier kann der Händler vor Ort fast mit den Rabattkrachern aus der EU mithalten.

EU-Auto-Importe
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EU-Auto-Importe Zehn Bestseller zu Discountpreisen
Von Gernot Kramper
 
 
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