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2. November 2009, 12:05 Uhr

Die sanfte Revolution

Warum effizientes Fahren nicht nur das Umweltgewissen beruhigt, sondern auch die Nerven und den Wagen schont. Und warum man am Ende genauso schnell am Ziel ankommt. Von Gernot Kramper

Fahrpsychologie

Spartanische Solarmobile sind keine Produkte für den Massenmarkt© Todd Korol/Reuters

Das Umdenken für die Umwelt beginnt im Kopf. Entsagung und Askese bringt sofort die größten Resultate: Wer nicht mehr mit dem Auto fährt sondern mit dem Rad, spart mehr Sprit als mit dem sparsamsten Motor. Die CO2-Belastung geht radikal zurück. Das gilt auch, wenn man auf die Fernreise verzichtet und dafür zu Hause TV guckt. Wer sein großes Haus räumt und mit einer Idealschachtel von Stararchitekt Le Corbusier von unter 10 qm Fläche zufrieden ist, schont die Umwelt ganz besonders. Realistisch betrachtet sind diese Verhaltensweisen aber keine Alternativen. Askese ist die Lebenshaltung von Säulenheiligen, die meisten Menschen sind damit überfordert.

Schätzen Sie sich also richtig ein. Wenn dauerhafter und konsequenter Verzicht nicht Ihr Lebensmotto sein soll, gibt es intelligente Methoden, mit denen man den gewünschten Lebensstil mit dem Schonen der natürlichen Ressourcen verbinden kann. Und dabei sogar noch ein mehr an Lebensqualität erreichen kann.

Moderne Technik nutzen

Vorne weg zu sein, anderen voran zu gehen, bedeutet heute, einen Wagen mit einem ausgezeichneten Verbrauch zu fahren. In Cent und Euro lohnt sich das nicht immer, vor allem wenn dem Wagen keine hohe Laufleistung abverlangt wird. Es ist durchaus möglich, dass eine individuelle Kostenrechnung günstiger ausfällt, wenn man einen älteren "Stinker" fährt. Bei anderen Energiesparmaßnahmen etwa einer Gebäudesanierung ist das ähnlich - selbst wenn diese Maßnahmen zusätzlich staatlich gefördert werden. Damit in der Gesellschaft etwas passiert, ist es wichtig, dass positive Entwicklung aktiv unterstützt werden. Ob man sich nun für eine elegante Start-Stopp-Automatik oder ein Hybrid-Wagen begeistert, ist eigentlich zweitrangig: Wichtig ist, eine Entwicklung in die richtige Richtung zu fördern. Gerade in den Segmenten der größeren Wagen hat es in den letzten Jahren enorme Effizienzsteigerungen gegeben, noch nie konnte man soviel PS- mit so wenig Verbrauch fahren wie heute. Viele Innovationen haben es im Kleinwagensegment schwer, da die Kunden sehr kostensensibel reagieren.

Fahrpsychologie

Kleinere Wagen müssen keinen Verzicht bedeuten© Hersteller

Edles Downsizing

Umweltschonen kann man auch, weil kleinere Wagen keine spartanischen Verzichtskisten mehr sind. Selbst in einem Polo oder Fiesta ist man einigermaßen komfortabel unterwegs. Und auch die kleinen Modelle der luxuriösen Premiumhersteller bieten Leistung, den von einer Premiummarke gewohnten Komfort und den erwünschten Status. Es muss also kein nur Verzichtsdenken sein, wenn man sich für ein kleineres Modell entscheidet.

Luxus ist Bescheidenheit

Krawallauftritte, Kavalierstarts und Drängeln fallen heute nur noch unangenehm auf. Selbst derjenige der sich mal zu so einem Auftritt hinreißen lässt, weiß, dass es sich um eine Entgleisung handelt. Das Leitmotiv im Verkehr heißt Souveränität und Besonnenheit. Wer sich daran hält, merkt, dass man auch im heutigen Verkehr noch entspannt unterwegs sein kann. Vorausschauendes Fahren, Rücksichtsnahme, sanftes Bremsen, das sind Merkmale, die einen umweltschonenden Verbrauch hervorrufen. Spurenspringen, Drängeln, abruptes Beschleunigen und jähes Bremsen erhöhen den Verbrauch – passen aber auch nicht mehr in die Zeit. Was denkt heute ein Beifahrer neben einem "Gasfuß Piloten"? "Toller Kerl" bestimmt nicht, sondern wahrscheinlich: "Was für ein Idiot. Ich will hier raus!"

Von Gernot Kramper
 
 
 
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