Startseite

Jetzt werden Deutschlandreisen billiger

Reisende können sich über eine billige und umweltbewusste Alternative zur Bahn freuen: Die Politik verhindert nicht länger Fernbusse im Linienverkehr. Was sich ab Januar alles ändern soll.

  So billig könnten Reisen sein: Diese Linie bringt für neun Euro Passagiere von Dresden nach Berlin.

So billig könnten Reisen sein: Diese Linie bringt für neun Euro Passagiere von Dresden nach Berlin.

Konkurrenz von Billigfliegern am Himmel haben die ICE und Intercity der Bahn schon länger. Künftig sollen Reisende auch zu Lande mehr Alternativen haben, wenn es für längere Inlandsstrecken nicht das Auto sein soll. Fernbusse, die das Gesetz seit mehr als 70 Jahren bremst, bekommen von 2013 an bundesweit freie Fahrt auf Linien von Stadt zu Stadt. Günstigere Tickets sollen Kunden locken. Wie schnell ein großer neuer Markt entsteht, muss sich aber erst zeigen.

Was hemmt Fernbuslinien bisher in Deutschland?

Die Politik. Sondergesetze, die auf die NS-Zeit zurückgehen, haben Fernbuslinien bis heute in Deutschland verhindert. Mit dem Verbot soll die Bahn vor unliebsamer Konkurrenz geschützt werden. Die Idee: Fernbuslinien werden nicht genehmigt, wenn es eine Zugverbindung gibt. Umsteigen unmöglich, so kassiert die Bahn sicher ab.

Ausnahme ist seit der deutschen Teilung Berlin. Auch ins Ausland gibt es Reisebusfahrten schon länger. Zuletzt hatten Fernbusse laut Statistischem Bundesamt zwei Millionen Inlandskunden im Jahr, Fernzüge aber 125 Millionen.

Was soll sich 2013 ändern?

"Zukünftig sind überall in Deutschland Fernbuslinien möglich, die untereinander und auch mit dem Eisenbahnfernverkehr konkurrieren dürfen", verkündete eine ganz große Bus-Koalition im September. Nach langem Streit fanden Union, FDP, SPD und Grüne einen Kompromiss, den der Bundesrat am Freitag absegnete. Die K.o.-Klausel zum Schutz der Bahn fällt weg.

Fallen jetzt alle Schranken?

Nein. Nach wie vor müssen Busunternehmer Fernlinien bei den Länderbehörden beantragen. Landespolitiker haben durchgesetzt, dass für die Haltestellen ein Mindestabstand von 50 Kilometern gilt. Damit wird aus der Reform ein Reförmchen. Denn so ist ein engmaschiges Busnetz in den Flächenstaaten nicht möglich.

Die neue Schutzklausel soll verhindern, dass Fernbusse den Strecken im Nahverkehr Konkurrenz machen, die mit Steuergeldern mitfinanziert werden. Böse gesagt: Für Pendler darf es keine schnellere oder billigere Alternative zur Bahn geben.

Praktisch bedeutet die fatale 50-Kilometer-Regel, dass Buslinien zwar das Reisen günstiger machen, aber keine Verbesserungen bei alltäglichen Routen erreichen werden.

Für welche Kunden sind Fernbusse interessant?

Busse sind eine Alternative für preisbewusste Kunden, die für einen günstigen Fahrpreis eine längere Reisedauer in Kauf nehmen. So kostet die knapp dreieinhalb Stunden lange ICE-Reise von Berlin nach Dortmund 96 Euro zum Normaltarif, eine Busfahrt ist für regulär 38 Euro zu haben - dauert aber gut sieben Stunden.

Geschäftsleute dürfte das kaum zum Umsteigen bewegen. Die neuen Angebote richten sich denn auch zuerst an "preissensible Pkw-Nutzer", denen eine Mitfahrzentrale nicht verlässlich genug ist oder ihr Auto wegen hoher Spritprise schlicht zu teuer, wie der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer erwartet. Buslinien in anderen europäischen Ländern bieten zudem Rabatte an. Wer terminlich flexibel ist, wird mit dem Bus in Zukunft sehr günstig reisen können.

Was sagt die Umwelt?

Reisebusse haben kein besonderes Öko-Image, aber umweltschonender als mit dem Bus kann man nicht unterwegs sein. Der Energieverbrauch pro Personenkilometer liegt noch unter dem der Bahn.

Stehen Busfirmen schon in den Startlöchern?

Etwa 50 bis 100 mittelständische Busfirmen interessieren sich für den neuen Markt, wie es beim Verband heißt. Dass zum 1. Januar sofort etliche neue Linien starten, wird in der Branche aber nicht erwartet. Nach der langen politischen Unsicherheit sind Investitionen etwa ins Marketing nötig, kleinere Anbieter könnten sich für Kooperationen zusammentun. Der größte private Bahn-Konkurrent Veolia Verkehr hatte schon 2010 drei Buslinien von Mönchengladbach nach München sowie von Essen nach Hamburg und München beantragt - nach alter Rechtslage. Sie würden nun nochmals neu bewertet, wie eine Sprecherin sagt. "Insofern können wir heute noch nicht sagen, wie, wann und wo wir starten."

Was sagt die Deutsche Bahn?

Der bundeseigene Konzern wartet zunächst ab. "Wir beobachten die Entwicklungen des Fernbusmarktes und werden entsprechend reagieren", sagt ein Sprecher. Dabei wollte die Bahn als größter Anbieter der Republik (rund 14 000 Busse/30 Fernlinien) bei einer Marktöffnung eigentlich selbst in die Offensive gehen. Im vergangenen Jahr entschied der Vorstand aber erst einmal, sich auf das Kerngeschäft mit Zügen zu konzentrieren.

kra/DPA/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools