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Freie Fahrt mit Anstandswauwau

Schon im nächsten Jahr können Jugendliche im Alter von 17 Auto fahren, allerdings nur mit Begleitung. Das sieht der Gesetzentwurf von Verkehrsminister Peter Ramsauer vor. Die neue Regelung soll ab dem 1. Januar 2011 gelten, billiger wird der Führerschein dadurch nicht.

Von Gernot Kramper

  Vor dem begleiteten Fahren kommen auch in Zukunft die Stunden beim Fahrlehrer

Vor dem begleiteten Fahren kommen auch in Zukunft die Stunden beim Fahrlehrer

Von freier Fahrt für freie Kids kann beim Führerschein mit 17 nicht die Rede sein. Denn die Nutzung ist an strenge Regeln gebunden. Vor allem darf der Führerschein-Youngster nicht allein ans Steuer. Er benötigt eine Begleitperson. Und zwar nicht irgendeine, sondern eine automobile Respektsperson. Sie muss mindestens 30 Jahre alt sein und fünf Jahre einen Führerschein besitzen. Und sie muss weniger als drei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderdatei haben und fest auf der vorläufigen Fahrerlaubnis eingetragen sein. Immerhin können beliebig viele Personen eingetragen werden.

Keine Kumpeltour möglich

Mit der Einschränkung soll verhindert werden, dass die ersten Runden mit Bruder oder Schwester gedreht werden können. Auch die Disko-Fahrt mit den Kumpeln fällt meist flach. Es steht natürlich nicht im Gesetz, aber die Personenauswahl ist so zugeschnitten, dass meist Mami oder Papi auf dem Beifahrersitz Platz nehmen werden. Von einem echten Führerschein ist das Papier daher weit entfernt. Wer ohne den richtigen Begleiter fährt und erwischt wird, verliert die vorläufige Fahrerlaubnis wieder. Eine Strafe mit abschreckender Wirkung, denn vor einer Neuerteilung der Fahrerlaubnis ist ein Aufbauseminar vorgeschrieben. Auch der Beifahrer muss einiges beachten. Zunächst muss er die Kfz-Versicherung prüfen. Viele Verträge bieten günstigere Tarife, wenn Fremde oder junge Leute vom Steuer fern bleiben. Wagen mit diesen Einschränkunegn dürfen nicht benutzt werden. Und natürlich darf der Beifahrer nicht angetrunken sein.

Positive Erfahrungen

Mit der Neuregelung werden die befristeten Modellprojekte der Bundesländer zum 1. Januar in eine bundesweite Dauerlösung überführt. Insgesamt gelten die Projekte nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen als großer Erfolg. Begleitete Fahranfänger haben im Vergleich zu herkömmlich ausgebildeten 18-Jährigen in den ersten Monaten ihrer Fahrpraxis bis zu 30 Prozent weniger Unfälle und 20 Prozent weniger Verkehrsverstöße verursacht. Angesichts der Respektsperson an Bord verwundert die Zahl nicht. Anzunehmen ist allerdings auch, dass beim begleiteten Fahren deutlich weniger Kilometer als bei Solo-Piloten abgefahren werden, weil vor jeder Ausfahrt der Begleiter organisiert werden muss. Aber auch volljährig und allein am Steuer fallen die jungen Autofahrer seltener mit Verstößen auf als Gleichaltrige, die erst mit 18 den Führerschein machen.

Fahrlehrer-Pfründe bleiben unangetastet

Individuelle Mobilität mit 17 ist nicht das Ziel der Neuerung. Man könnte es eher als "Verlängerung der Fahrschule mit anderen Mitteln" nennen. Anstelle des teuren Fahrlehrers sollen vertrauenerweckende Mitfahrer die erste Zeit am Steuer begleiten. Das ist sinnvoll, denn in Deutschland haben die frischgebackenen Führerscheininhaber nur ungenügende praktische Erfahrungen. Nach der Prüfung können sie mit der neuen Regelung die Fahrstunden nachholen, die sie sich mit einem bezahlten Fahrlehrer nicht leisten können.

In kaum einem anderen Land ist der Weg zur Fahrerlaubnis so teuer wie in Deutschland. Damit das so bleibt, darf der 17-Jährige den Weg zum Führerschein übrigens nach wie vor allein im Wagen des Fahrlehrers zurücklegen. Damit das so bleibt, darf der 17-Jährige erst mit Mutti auf dem Beifahrersitz kutschieren, nachdem er Führerschein wie gehabt mit dem Fahrlehrer erworben hat. Die neue Regelung greift erst nach abgelegter Prüfung. Die britische Praxis, bei der Fahrschüler mit L-Schild und Begleitperson ohne Fahrlehrer günstig praktische Erfahrungen sammeln dürfen, bleibt den deutschen Anfänger verwehrt.

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