Der VW Golf ist Klassenprimus und das seit Jahren. Doch es gibt auch andere gute Kompakte: haltbare, preiswerte und schicke Alternativen zur ewigen Nummer Eins. Von Gernot Kramper
In Deutschland ist der VW Golf der Champion bei den Kompakten – neu und gebraucht. Nicht zu Unrecht, denn für den Wolfsburger spricht eine Menge. Ob Anhängerkupplung, PS-Rakete, DSG-Schaltung oder Allrad – beim Golf gibt es einfach alles. Und weil er so häufig verkauft wird, kann man ausgefallene Konfigurationen gebraucht bekommen, ohne jahrelang nach ihnen zu fahnden.
Für den Golf spricht seine Zuverlässigkeit. Richtig, beim Tüv und auch in Pannenstatistiken ist der Golf nie der Allerbeste. Stets muss er sich dem einen oder anderen geschlagen geben, dafür schlägt sich der Golf in allen Disziplinen und allen Alterstufen gut und das schaffen nur wenige. Außerdem: Je älter der Golf wird, umso besser schneidet er bei Tüv- und Dekra-Untersuchungen ab - und das ist für Gebrauchtkäufer am Wichtigsten.
Der Nachteil: Ein gebrauchter Golf ist teuer. Für einen 2006er Baujahr, 80 PS und spröder Grundausstattung werden über 8000 Euro aufgerufen. Nur die Modelle der Premiummarken BMW, Audi und Mercedes sind noch teurer. Kalkuliert man deren bessere Grundausstattung und Motorisierung mit ein, dann liegt der Golf preislich gleichauf. Zum Vergleich: Ein Ford Focus (2006er Kombi mit kleinem Dieselmotor, 60.000 Kilometer und aus erster Hand) wird für 7000 Euro angeboten, ein vergleichbarer Golf Plus liegt bei 10.500 Euro – das ist ein Zuschlag von 50 Prozent. Da kann man schon mal ins Grübeln kommen.
Für einen Vergleich stellen wir 14 empfehlenswerte Kompakte vor. Die Basis für den Preisvergleich sind Modelle ab Baujahr 2006 mit bis zu 70.0000 Kilometern Laufleistung. Für diese Modelle muss man über 6000 Euro ausgeben. Ein Typenvergleich älterer Gebrauchter mit höheren Laufleistungen ist wenig sinnvoll, bei solchen Wagen ist vor allem der individuelle Zustand, die Wartungsgeschichte und die Seriosität des Verkäufers wichtig.
Die ausgewählte Konfiguration ist übrigens meist der beste Kauf. Wenn der Wagen noch 2000 Euro billiger werden soll, muss man manchmal mit doppelt so hohem Kilometerstand rechnen.