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Diese Mitfahrzentralen sind gute Alternativen

Gebühren? Nein, danke! Mitfahrgelegenheit.de laufen die Kunden weg, seitdem die Vermittlung Geld verlangt. Die kostenfreien Alternativen sind noch klein, holen aber auf.

Von Gernot Kramper

  Mitfahrgelegenheit.de fahren die Kunden davon.

Mitfahrgelegenheit.de fahren die Kunden davon.

Mitfahrgelegenheit.de ist die größte Mitfahrzentrale in Deutschland und Europa. Bis vor kurzem war der Marktführer unangefochten, aber seit Ende März rumort es an der Basis. Im Netz schimpfen Abtrünnige auf der Facebookseite "Mitfahrgelegenheit.de Boykott" über Verrat und Kommerzialisierung. Ärger macht die neu eingeführte Buchungsgebühr in Höhe von 11 Prozent, die die Zentrale für Fahrten über 100 Kilometer verlangt. Bei Fahrkosten von 20 Euro fallen nun 2,20 Euro Gebühren an.

Das neue System funktioniert so: Die Kunden müssen sich registrieren. Im Vorweg wird die Tour fest gebucht, der Preis an die Zentrale entrichtet. Nach der Reise bekommt der Fahrer das Geld überwiesen - minus 11 Prozent. Der Vorteil liegt in einer hohen Verlässlichkeit der Zusagen und der Überprüfung der Identität der Teilnehmer.

Doch die Kunden sind besonders preisempfindlich. Obendrein hat das Thema "Mitfahren" wie einst das Trampen einen sympathisch alternativen Touch, der sich nicht mit dem Gebühreneinzug verträgt und auch kaum mit dem neuen Minderheitseigner von Mitfahrgelegenheit.de: dem Autokonzern Daimler. Hinzu kommen praktische Erwägungen. Gutverdienende Dienstwagenpiloten zahlen das Benzin mit der Firmenkarte. An der Dokumentation des Nebenverdienstes haben sie kein Interesse.

Doch noch ist Mitfahrgelegenheit.de die größte Plattform im Netz. Und im Geschäft mit dem Mitfahren zählt die reine Größe. Sie entscheidet über die Zahl der Verbindungen. Und da liegt der Marktführer vor der Konkurrenz. Wem der Kommerz egal ist, der ist beim größten Anbieter nach wie vor richtig. Die gute Auswahl wiegt die Zwangsgebühr wieder auf. Aber wie sieht es mit den Alternativen aus? stern.de stellt andere Anbieter vor.

Blablacar: Die französische Transport-Community

Hier ist der Name Programm: Blablacar.de steht für Kommunikation. Die User sollen angeben, wie gesprächig sie sind. Ziel ist es, Gleichgesinnte in einem Fahrzeug zusammenzubringen. Den Dienst aus Frankreich gibt es erst seit dem 8. April in Deutschland. Die Auswahl ist derzeit noch zu klein, um den jeweils richtigen Mitfahrer aussuchen zu können. Doch in neun Ländern in Europa sind drei Millionen User registriert, Wachstumspotenzial dürfe auch in Deutschland vorhanden sein. Um Kunden zu gewinnen, ist Blablacar.de in Deutschland kostenfrei.

Auf einen alternativen Geist darf man dennoch nicht hoffen. In Frankreich kostet die Vermittlung unter dem Namen www.covoiturage.fr Gebühren. Für Flüchtlinge von Mitfahrgelegenheit.de ist blablacar.de keine Empfehlung. Langfristig muss man hier mit Kosten rechnen. Wegen der wenigen Angebote für Deutschland ist die Seite vor allem für Reisen im europäischen Ausland eine Empfehlung.

Flinc: Die Alternative zum Taxi

Flinc ist als Mitfahrzentrale eher für spontane Kurzstrecken in der Stadt oder der Umgebung gedacht und weniger für die große Urlaubstour. Die Idee: Man gibt auf der Flinc-App Abfahrts- und Zielort adressgenau ein. Das System sucht dann einen Flinc-Fahrer in der Nähe und vermittelt eine Mitnahme.

Flinc macht dem Taxi und nicht dem Reisebus Konkurrenz, auch wenn die Vermittlung längerer Strecken möglich ist. Registrierung und Vermittlung sind kostenfrei. Die spontane Buchung bietet keine Gewähr. Wenn kein Flinc-Fahrer die gewünschte Strecke fährt, steht man am Wegesrand und muss sich spontan ein anderes Verkehrsmittel besorgen. Trotzdem ist Flinc eine gute Idee mit viel Potenzial. Um wirklich überzeugend zu sein, fehlen noch genügend Teilnehmer. Doch für Fahrer ist Flinc schon jetzt problemlos zu benutzen: Man gibt einfach seine Route ein und lässt sich überraschen. Im schlimmsten Fall bleibt man eben allein im Auto.

Bessermitfahren und Co.: Abtrünnige starten eigene Seiten

Bessermitfahren.de ist eine Rebellenseite. Der Berliner Stephan Grätz hat sie zusammen mit einem Freund aus Protest gegen die Gebühren beim Platzhirsch gegründet. Hier herrscht noch der alternative Spirit. Gebühren gibt es nicht. Sie sind nach Angaben der Betreiber auch nicht nötig. Die Seite wirkt schick und ist durchaus funktionell. Sie beschränkt sich auf das Wesentliche: Fahrer und Passagiere zusammenzubringen. Die Zahl der Mitfahrangebote können mit dem Marktführer zwar nicht mithalten, aber es lassen sich durchaus Verbindungen finden. Für Gebührenverweigerer ist Bessermitfahren.de eine gute Wahl.

Auch Drivemee.de ist eine offenkundige Kampfansage an den Marktführer. Umweltschutz durch Mitfahren und keine Gebühren sind die Ziele. Selbst eine Anmeldung für einen Account ist nicht nötig, hier gibt es Mitfahren ohne Schnick-Schnack: Fahrt und Handnummer eingeben reicht. Trotzig heißt es: "Wir finden, dass Mitfahren wieder so sein muss, wie es früher einmal war."

Ebenfalls kostenfrei ist Fahrgemeinschaft.de. Wegen der Gebührenreform beim Marktführer wächst Fahrgemeinschaft.de derzeit rasant. Von der Angebotsdichte auf Mitfahrgelegenheit.de ist die Seite weit entfernt. Auch der österreichische Anbieter Drive2Day verlangt keine Provisionen und profitiert ebenfalls von Gebührenflüchtlingen. Doch noch ist das Angebot für Deutschland überschaubar.

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