Extrem verkürzt zusammengefasst verdankt das Goggomobil seine Geburt den sinkenden Verkaufszahlen für Landmaschinen.

Für 3.097 Mark bekam man Platz für vier Personen
Extrem verkürzt zusammengefasst verdankt das Goggomobil seine Geburt den sinkenden Verkaufszahlen für Landmaschinen. Die Hans Glas GmbH aus Dingolfing tat sich Ende der 40er Jahre recht schwer, Käufer für die ehemals beliebten Landfahrzeuge zu finden. Auf der Suche nach einem zweiten Standbein entdeckte Glas-Junior Andreas während einer Landmaschinen-Ausstellung im italienischen Modena den dortigen Vespa-Boom.
Zurück in Dingolfing machte sich Glas umgehend an die Entwicklung eines eigenen Motorrollers. Mit einem 125-Kubik starken Zweitakt-Motor bestückt, ging der Glas Goggo (benannt nach dem Spitznamen des jüngsten Glas-Sohnes) 1951 in Serie. Obwohl der Goggo mit den eleganten Vespas nicht mithalten konnte, entwickelte sich der robuste Roller schnell zum Liebling der Massen. Das einsetzende Wirtschaftswunder verlangte nach mobilen Arbeitern - da kam der unverwüstliche und günstige Goggo genau recht. Bis zu seiner Einstellung 1965 wurden insgesamt 46.181 Goggos verkauft.
| Goggomobil | T 200 |
| Motor | Zweizylinder-Zweitakt-Motor |
| Hubraum | 198 |
| Leistung (PS) | 10 |
| Vorwärtsgänge | Vier |
| Leergewicht (kg) | 390 |
| Radstand | 1.800 |
| Länge/ Breite/ Höhe (mm) | 2.900/ 1.280/ 1.310 |

Werbung in den Kinderschuhen
Mit den Erlösen aus dem Roller-Verkauf im Rücken war das Familienunternehmen Glas in der Lage, auf die sich ab 1952 ändernde Nachfrage zu reagieren. Die Suche nach Mobilität mit einem Dach über dem Kopf verdrängte nach und nach den Roller-Boom. Allerdings war kaum jemand finanziell in der Lage, sich ein klassisches "Auto" kaufen zu können. Es entstanden die ersten Rollermobile. Auch bei Glas.

Die Redaktionen der Presse waren euphorisch und der Schock bei der Konkurrenz groß. Anders als BMWs Isetta oder Messerschmitts Kabinenroller war das Goggomobil tatsächlich ein kleines Auto - mit all seinen Vorteilen wie ordentlichen Türen und einem sicheren Fahrwerk. Dennoch durfte die Einstiegsversion mit dem 13,6 PS starken Zweizylinder-Zweitakt-Motor von Besitzern des alten Klasse IV Motorrad-Führerscheins gefahren werden. In Verbindung mit dem geringen Preis (ab 3.097 Mark) eine unschlagbare Kombination. Kaum zwei Jahre verließ das 25.000 Goggomobil die Werkshallen in Dingolfing.
Ein Ende des Erfolgs war nicht abzusehen. Stärkere Goggomobil-Versionen (T300 und T400) mit bis zu 20 PS versorgten auch anspruchsvollere Kunden. Ab 1957 erweiterte ein Goggo-Coupé die Kleinstwagen-Familie. Der sportliche Zweisitzer war gerade einmal 15 Prozent teurer als die Goggo-Limousine und damit auch für den kleineren Geldbeutel erschwinglich. Kurz vor dem Coupé war bereits der Goggo-Transporter auf der IFMA vorgestellt worden. Der kleine Transport-Floh wurde auf Anraten der Bundespost entwickelt und wurde außerdem noch als Pickup angeboten.
Ebenfalls 1957 wurde das Goggomobil den aktuellen Entwicklungen des Automobilbaus angepasst. Jetzt sorgten zwei Scheibenwischer für freie Sicht, Kurbel- ersetzten Schiebefenster und die Türen wurden vorne angeschlagen.
Mit dem steigenden Wohlstand kündigte sich das Ende des wackeren Kleinstwagens an. Im Trend lagen nun die deutlich größeren Kleinwagen, mit denen das Goggomobil nicht mithalten konnte. Um erstaunlicher, dass die Produktion erst 1969 eingestellt wurde. Insgesamt wurden 214.313 Goggomobile gebaut.