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30. März 2005, 11:13 Uhr

Gefahr durch Feinstaub

Feine Staubpartikel in der Großstadtluft wurden in ihrer Gefährlichkeit lange Zeit unterschätzt. Sie kommen in Dieselruß, Baustaub, Reifenabrieb oder den Abgasen aus Industrie und Heizungen vor.

Der Greenpeace-Test: Rechts der verschmutzte Filter des Fahrzeuges ohne, links der weiße Filter des Fahrzeugs mit Dieselrußfilter.© Thomas Kienzle/AP

Die Staubteile sind so klein, dass sie in Nase und Rachen nicht hängen bleiben, sondern ungehindert in die Lunge gelangen. Dort können sie Entzündungen, Wucherungen, Asthma, Bronchitis oder Krebs auslösen. In bestimmten Konzentrationen führen sie auch zum Herzinfarkt. Eine EU-Studie hat ermittelt, dass jährlich in der EU 310 000 Menschen an Feinpartikeln sterben, davon 65 000 in Deutschland.

In Deutschland gilt seit Jahresbeginn die Feinstaub-Richtlinie der Europäischen Union (EU). Pro Tag dürfen damit nur noch höchstens 50 Mikrogramm Feinstaubpartikel pro Kubikmeter Luft erreicht werden. Dieser Wert darf an nicht mehr als 35 Tagen pro Jahr überschritten werden. Die EU-Richtlinie, die auch Grenzwerte für Schwefel- und Stickstoffoxide sowie Blei in der Luft vorsieht, stammt vom 22. April 1999. Mit der Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes vom 11. September 2002 wurden die europäischen Vorgaben in deutsches Recht umgesetzt. Zugleich wurde eine Verordnung über Werte für Schadstoffe in der Luft erlassen.

Zuständig für die Umsetzung der Vorgaben sind die Länder. Die örtlichen Behörden sind verpflichtet, eine Liste von Gebieten und Ballungsräumen zu erstellen, in denen die zulässigen Schadstoffwerte überschritten werden. Um die Luftbelastung zu verringern, sind Einschränkungen für den Schwerlastverkehr bis hin zu Streckensperrungen für alle Kraftfahrzeuge ebenso in der Diskussion wie eine City-Maut nach Londoner Vorbild. Bundesumweltminister Jürgen Trittin setzt auf den schnellen Einbau von Rußfiltern in Dieselfahrzeuge sowie auf erdgasbetriebene Busse.

Diesel-Boom bringt Probleme

"Der eigentliche Übeltäter unter den Feinstäuben sind die Diesel- Rußpartikel," sagt der Gesundheitsexperte Prof. Erich Wichmann vom Münchner Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF). Aber für eine nachhaltige Reduzierung der Feinstaub-Belastung reichen nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) Rußfilter für Diesel-Pkw allein nicht aus. "Um eine wirkliche Verbesserung zu erreichen, müssen auch Lkw, Busse und Baumaschinen sauberer werden", sagte der verkehrspolitische VCD- Sprecher Gerd Lottsiepen. Allerdings würden auch Rußfilter für Diesel-Pkw schon eine Menge bewirken. "Die Filter, die bei Peugeot und Citroen serienmäßig eingebaut sind, verringern den Ausstoß von Rußpartikeln um 99 Prozent", erklärte der Experte. Er mahnte zugleich an, dass sich Bund und Länder auf eine Steuerförderung für Rußfilter einigen sollten. "Allerdings halte ich den derzeit vorgesehenen Betrag von 250 Euro bei Nachrüstungen für zu niedrig."

Staub stammt nicht nur aus Motoren

Dabei ist die Feinstaub-Problematik komplex. Die Partikel aus den Dieselmotoren sind nur ein Bestandteil. Etwa zwölf bis 33 Prozent der Teilchen sind Rußpartikel. Dabei stammt etwa die Hälfte der Partikel aus Bussen und Lkw. Wobei deren Anteil am Verkehrsaufkommen gerade mal fünf Prozent erreicht. Brisant sind die Partikal wegen ihrer Größer. Sie sind so klein, dass sie nicht in Nase oder Rachen "gefiltert" werden, sie gelangen direkt in die Lunge. Einer EU-Studie zufolge, sterben etwa 65.000 Menschen allein in Deutschland an Feinstaubpartikeln.

Deutsche Hersteller haben die Problematik verschlafen

Peugeot habe sich früh für den Filter entschieden, während etwa VW mit Blick auf die Abgasnorm EU 4 auf Schadstoffreduzierung durch Veränderungen im Motor gesetzt habe, sagte Lottsiepen. "Das ist billiger, bringt aber auch deutlich weniger: Ein EU-4-VW stößt tausend Mal mehr Rußpartikel aus als ein Diesel mit Filter." Gegenüber serienmäßig eingebauten Filtern würden nachgerüstete Filter den Partikelausstoß nur um 30 bis 60 Prozent reduzieren.

Kra mit Material von DPA

 
 
 
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