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13. März 2007, 17:33 Uhr

Angriff auf die Asiaten

Bei der Hybrid-Entwicklung wandern BMW und DaimlerChrysler ab sofort Hand in Hand. Die beiden deutschen Premiummarken entwickeln für ihre Luxuslimousinen 7er und S-Klasse gemeinsam den umweltfreundlichen Antrieb. Von Stefan Grundhoff

Sollen Aushängeschilder werden: Die Hybridmotoren im 7er BMW und in der Mercedes-S-Klasse© BMW/Pressinform

Beim Thema Hybrid ist Toyota um mehr als drei Längen voraus. Die Asiaten produzieren Fahrzeuge der Konzernmarken Toyota und Lexus bereits in dritter Generation. Die Akzeptanz von Hybridantrieben scheint unter der wenig objektiven CO2-Diskussion mittlerweile auch in Deutschland deutlich zu steigen. Eine Umfrage des Automobilzulieferers Continental ergab zuletzt, dass sich bereits jeder vierte deutsche Autofahrer vorstellen könnte, zukünftig ein Fahrzeug mit Hybridantrieb zuzulegen. Selbst Mehrkosten von rund 3.000 Euro würden viele Autointeressenten in Kauf nehmen.

Doch der technische Hybrid-Rückstand der meisten Automobilhersteller scheint gewaltig. Die deutschen Firmen dürften frühestens im nächsten IAA-Jahr 2009 eigene Lösungsvorschläge präsentieren. Damit der Rückstand auf Marktführer Toyota nicht noch größer wird, ziehen die Konkurrenten BMW und DaimlerChrysler ab sofort an einem Strang und wollen beim geplanten Angriff auf die Asiaten Ressourcen und Know-How effektiv bündeln.

Aushängeschilder für 7er BMW und Mercedes-S-Klasse

Nachdem man zusammen mit anderen Partnern im amerikanischen Projekt "Hybrid Development Center" in Troy bereits seit zwei Jahren gemeinsam Hybridkomponenten für Autos kleinere Klassen entwickelt, geht es bei der neuen Kooperation um die Aushängeschilder der jeweiligen Produktpaletten. Sowohl die nächste Generation 7er BMW als die auch die kommende Mercedes S-Klasse werden neben Diesel- und Benzinaggregaten auch mit einem so genannten Mild-Hybrid auf den Markt kommen.

"Die Zusammenarbeit auf dem Gebiet innovativer Antriebssysteme ist nicht nur technisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll, weil beide deutschen Hersteller mit ähnlichen Anforderungen im Premiumsegment so ihre Wettbewerbsposition stärken. Es geht darum, gerade in dieser Fahrzeugklasse schnell überzeugende Antriebstechnologien in Sachen Effizienz, Leistung und Komfort auf den Markt zu bringen", betont Dr. Thomas Weber, Vorstand der DaimlerChrysler AG verantwortlich für Konzernforschung sowie Entwicklung der Mercedes Car Group.

Beide Marken wollen von Zusammenarbeit profitieren

Die Kernentwicklung des Oberklasse-Hybridmoduls, das zu den Mild-Hybridantrieben zählt, findet in den jeweiligen deutschen Standorten der Motoren- und Antriebsentwicklungen von Mercedes und BMW statt. In einem gemeinsamen Projekt wird die enge Vernetzung sichergestellt. Von der Bündelung der Entwicklungskapazitäten, der daraus möglichen schnelleren Marktreife und den Kostenvorteilen durch Stückzahleffekte wollen beide Fahrzeughersteller profitieren. Die jeweils markenspezifische Anpassung der Komponenten in 7er und S-Klasse soll die individuelle Ausprägung der unterschiedlichen Modelle sicherstellen.

"Mit dieser Kooperation verbreitern wir unsere technologische Basis zukünftiger Hybridsysteme in der Premium-Klasse und bündeln die Innovationskraft beider Unternehmen. Der eigenständige Charakter der verschiedenen Marken bleibt durch die fahrzeugspezifische Auslegung dieser Technologien gewahrt", so Dr. Klaus Draeger, Vorstand für Entwicklung und Einkauf der BMW AG.

Von Stefan Grundhoff
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
lillimoos (14.03.2007, 08:50 Uhr)
Hi, Hi, Hi, Hybrid
Wer sagt eigentlich, dass ein Hybridfarzeug umweltfreundlich sei? Wieviel energie wird benötigt um die zusätzlichen Komponenten des zweiten Antriebs herzustellen? Welche umweltschädlichen Materialien sind in den Batterien?
Die Medien sollten nicht so einseitig berichten und die Leser für so naiv halten!
Primaklima (14.03.2007, 08:17 Uhr)
Ford mit den Großen
Uns so siehts dann konkret aus wenn man entwicklungen verpennt:Ford verbuchte in den Monaten April bis Juni einen Verlust von 123 Millionen Dollar nach 946 Millionen Dollar Gewinn vor einem Jahr. Ford verkaufte insgesamt sieben Prozent weniger Autos. Das Unternehmen begründete die Entwicklung mit den hohen Benzinpreisen: Autofahrer steigen auf kleinere und sparsamere Fahrzeuge um. In dieser Sparte ist Ford, das auf dem US-Markt vor allem mit Sprit schluckenden Sportgeländewagen (SUV) und Pickups dominiert, vergleichsweise schwach aufgestellt.
gmathol (14.03.2007, 02:18 Uhr)
BMW, AUDI, Mercedes...
...zu schwer und zu gross um umweltschonend unterwegs zu sein. Da nutzt auch die Vorstellung eines Hybridantriebs nicht viel. Das Mehrgewicht and Batterie und Technik frisst den Einspareffekt spaetestens auf der Landstrasse/Autobahn wieder auf. Auch bei den grossen amerikanischen Modellen von Lexus ist das nicht viel anders. Da wird auch viel mit den Verbrauchszahlen gemogelt.
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