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1. Mai 2008, 16:19 Uhr

Gebrüder Gasfuß

Ein 150 Meter langer Gecko aus Holz und Metall thront über dem neuen Wiesmann-Tempel in Dülmen. Der exklusive Sportwagenbauer besteht seit 20 Jahren und fertigt seine Kleinserien-Fahrzeuge seit kurzem in einer gläsernen Manufaktur.

Friedhelm und Martin Wiesmann vor der Produktionshalle ihrer Manufaktur© Press-inform

Dreher, Schweißer, Elektroniker oder Sattler benötigen fast 350 Stunden, bis einer der individuell ausgestatteten Sportwagen fertig gestellt ist. Der Gecko ist das Markenlogo - weil die leichten Renner genau so auf dem Asphalt kleben wie das kleine Reptil. Unter der Haube steckt Motor- und Fahrwerkstechnik von BMW.

Zum Wiesmann Roadster MF3 (Sechszylinder, 343 PS) gesellen sich mittlerweile die Coupés GT MF4 (Achtzylinder, 367 PS) und GT MF5 (Zehnzylinder, 507 PS). Bislang dürfen sich weltweit erst knapp 1000 Sportwagen-Fans zum Kreis der Wiesmann-Piloten zählen. Wir sprachen mit Friedhelm und Martin Wiesmann über die Entstehung ihrer Marke, die Beziehung zu BMW sowie neue Motoren und Modelle.

Wie ist die Idee zum Wiesmann-Roadster entstanden?

1985 haben wir uns bei der Essen Motor Show Replika-Roadster angeschaut. Die waren zum Teil abenteuerlich zusammengeschraubt und technisch einfach nicht gut gemacht. Da wurde unsere Idee geboren, einen Sportwagen in klassischem Design zu bauen - aber mit modernster Technik und perfekt bis ins Detail. Wir haben schließlich einen Protoypen entwickelt und in unserer neu gegründeten Firma zunächst Hardtops für Cabrios gefertigt und verkauft, um die Weiterentwicklung unseres Autos zu finanzieren. 1993 war das erste Fahrzeug fertig.

Unter der Haube steckte schon damals BMW-Technik, was in München anfangs auf wenig Gegenliebe stieß.

Wenn wir zum damaligen Zeitpunkt bei BMW gefragt hätten, ob wir die Motoren benutzen dürfen, hätte man wahrscheinlich nein gesagt. So haben wir es einfach gemacht, was bei BMW zunächst nicht gut ankam. Wir konnten aber den damaligen BMW-Vorstand Wolfgang Reitzle für unsere Sache gewinnen. Als man nach und nach sah, dass sich unsere Firma gut entwickelt und bei den Fahrzeugen keine technischen oder sonstigen Probleme auftreten, gab es schließlich die breite und offizielle Unterstützung.

Heute brummt das Geschäft. Was sind das eigentlich für Leute, die einen Wiesmann kaufen?

Die typischen Kunden sind etwa 50 Jahre alt, männlich, darunter viele Freiberufler und Unternehmer. Sie kaufen sich zum Beispiel einen Wiesmann, weil sie während des Studiums von einem Austin Healey geträumt haben und sich heute in Form eines Wiesmann als Zweit- oder Drittwagen den Roadster-Traum verwirklichen. Übrigens sind nicht nur BMW-Fahrer unter unseren Kunden, wenn auch die BMW-Technik auf eine breite Akzeptanz stößt und Vertrauen einflößt.

Wird es in Zukunft mehr Optionen für die Fahrzeuge geben, etwa in Sachen Komfort?

Bestimmte Dinge wird es nicht geben, zum Beispiel ein elektrisches Dach. Ein Wiesmann-Roadster soll eine Fahrmaschine mit geringem Gewicht bleiben, die Spaß bringt und in der man beim Fahren ruhig noch ein bisschen arbeiten darf. Wir wollen uns in keine Richtung drängen lassen, in der wir alle Optionen einbauen und dann irgendwann eine Art "SL in anderem Kleid" hätten. Wir bauen puristische Autos. Dazu gehört eben, auf manche Dinge zu verzichten, die man nicht unbedingt zum Autofahren benötigt.

Welche Weiterentwicklungen sind in Sachen Motoren geplant? BMW setzt momentan stark auf die Turboaufladung.

Wir orientieren uns natürlich an der Motorenentwicklung von BMW und suchen uns das Beste und Leistungsstärkste heraus. Da wird die Turbo-Technologie sicherlich nicht außen vor bleiben.

Und wie sieht es mit neuen Modellen aus?

Wir arbeiten zurzeit an einer Rechtslenker-Version und der Entwicklung des Airbags für den GT. Darüber hinaus wollen wir 2009 in Genf den MF4 und MF5 als Roadster präsentieren.

Sebastian Viehmann, press-inform
 
 
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