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14. November 2008, 11:07 Uhr

Wenn der Neue alt sein soll

Kauftipps für Gebrauchtwagen

Der Alte bricht zusammen, für einen Neuen reicht es nicht. Dieses Problem beschäftigt weit mehr Bürger als die Frage, ob es ein SUV mit sechs oder acht Zylindern sein darf. Tipps für automobile Underdogs auf der Suche nach einem neuen Fahrzeug. Von Gernot Kramper

Die Sorgen der automobilen Unterklasse beschäftigen Medien und Politik wenig. Diese Personen sind allesamt keine Neuwagenkäufer. Wenn ein alter Wagen das Budget mit regelmäßigen Ausfällen und Reparaturen belastet, wird es Zeit, sich von dem Wagen zu trennen. Nur, was dann?

Gesuchte Billigwaren

Sparsame, "gute" Kleinwagen sind immer gesucht. Auch eine lahmende Autokonjunktur wird in diesem Segment nicht zu einem Überangebot und fallenden Preisen führen. Der Wunsch, für wenig Geld einen "guten" und sparsamen Gebrauchten zu finden, war schon immer schwer zu erfüllen. Wagen aus der Kompaktklasse oder kleinen Baureihen sind im Alter erstaunlich wertstabil. Trotz der allgemeinen Krise beim Neuwagenkauf kann man hier mit keinem größeren Angebot rechnen.

Das Angebot wird knapper

Im Kern handelt es sich bei den Problemen beim Autoverkauf nicht um die Folgen einer falschen Modellpolitik. Entscheidender sind die Entwicklung der Reallöhne und die Angst vor der wirtschaftlichen Zukunft. Um die benötigte Mobilität dennoch sicherzustellen, dürfte der Markt der sparsamen Kleinen enger werden. Viele Fahrer werden beim Fahrzeugwechsel versuchen, mit einem kleineren Wagen auszukommen, zusätzlich werden die Vorbesitzer das günstige Modell weiter fahren, um einen Neukauf hinauszuschieben.

Neu kann sich rechnen

Wenn Sie bereit sind, etwa 5000 Euro auszugeben, kann sich allerdings ein Leasing-Angebot oder ein Neuwagen lohnen. Gebrauchte Kleinwagen werden nur selten mit Sonderaktionen in den Mark gedrückt - billige Neuwagen wie der Suzuki Swift oder der Citroen C1 aber durchaus. Bei diesen Aktionen profitieren auch Personen von niedrigen Zinsen, die bei der Bank nur schlechtere Konditionen zu erwarten hätten. Für 120 Euro im Monat lässt sich durchaus ein Fahrzeug leasen, zu den Ausgaben für Sonderzahlung und Raten kommen dann noch Versicherung und Steuer. Manchmal geht es auch für noch weniger. An Leasingkosten kommen in drei Jahren etwa 3500 Euro bis 4000 Euro zusammen. Ein für 5000 Euro gekaufter Gebrauchter müsste aber im gleichen Zeitraum auch einen entsprechenden "Wertverfall" von 2500 bis 3000 Euro hinnehmen.

Kosten Alt versus Neu

Eine exakte Gegenüberstellung der Kosten ist nur am Einzelbeispiel möglich. Für das Neukauf/Leasing-Modell können sprechen: Die Differenz der Finanzierungskosten durch die subventionierten Zinsen. Kalkulierbare Kosten mit Vollgarantie, das heißt, weitere Reparaturkosten sind kaum zu erwarten. Sicherheit, Verlässlichkeit und Ambiente eines neuen Fahrzeugs. Hinzu kämen "kleinere" Leistungen wie die geplante Steuerbefreiung der Bundesregierung.

Kosten treibend wäre die Vollkaskoversicherung zu erwähnen, die allerdings auch einen umfassenderen Schutz als Gegenleistung bietet. Ein Verbrauchsvorteil könnte für den Neuen sprechen. Zuviel Ersparnis an der Tankstelle sollte man sich davon aber nicht versprechen. Sollte der "neue" Kleine einen Liter weniger auf hundert Kilometer verbrauchen als der "alte" Kleinwagen, ergäbe dies auf drei Jahre gerechnet, bei angenommen 40.000 gefahrenen Kilometern, einen Minderverbrauch von 400 Litern oder eine Ersparnis zwischen 500 und 600 Euro. Auf jeden Fall sollte man sich die Kosten für eine Tageszulassung bzw. einen Halbjahres- oder Jahreswagen kalkulieren lassen, hier entfällt nämlich die Überführung von mindestens 500 Euro.

Kredit, Bonität und Familiensolidarität

Beim Autokauf sollte nicht allein auf den Fahrzeugpreis geachtet werden, es kommt auch auf die Finanzierungskonditionen an. Von den "Null-Zins"-Angeboten sind angejahrte Kleinwagen meist ausgenommen. Im Gegenteil, im Gebrauchtwagenmarkt werden unerfahrenen und unsicheren Kunden häufig schlechtere Konditionen angeboten, als am freien Markt üblich sind. Man muss sich also vorab bei der der Bank oder im Internet nach den aktuellen Zinssätzen erkundigen. Achtung: Gute Zinssätze von etwa fünf Prozent sind abhängig von der Bonität und einem komplizierten Kundenranking. Pauschal muss man leider sagen: Ärmere Kunden bekommen schlechtere Konditionen. Nur bei den Zinsknaller-Angeboten der Autohäuser können auch ärmere Kunden vom niedrigen Zins profitieren. Personen mit wenig Einkommen aber solventer Familie , sollten sich überlegen, einen billigeren Kredit von Mutter oder Vater aufnehmen zu lassen.

Vorsicht auch bei zusätzlichen Versicherungen, die den Kredit gegen Arbeitslosigkeit und Invalidität absichern sollen. Von der Sache her durchaus sinnvoll, sind diese Sicherungen häufig maßlos überteuert.

Auf jeden Fall muss man sich die Kalkulationen aushändigen lassen und sollte die gesamten Kosten ausrechen. Wichtig: Keine Finanzierung unterschreiben, die man nicht versteht. Auch wenn man es nicht wahrhaben will, viele Kunden lassen sich durch das Begriffsfeuerwerk von Sonderzahlung, Restrate etc. blenden.

Hohe monatliche Belastung

Gerade am unteren Ende der Einkommensskala müssen die monatlichen Unterhaltskosten genau berechnet werden. Die Vollkosten eines Autos liegen mindestens bei 200 Euro im Monat, realistischer sind 250 bis 300 Euro. Auch wenn man es nicht wahrhaben will, diese Kosten für Fahrzeug, Wartung, Sprit, Steuer und Versicherung fallen an. Der Blick allein auf die Tankquittung reicht nicht. Nur Personen, die einen Wagen kaum bewegen und eigentlich nicht brauchen, kommen günstiger weg. Oder die seltenen Glücksfälle, die jahrelang vollkommen abbezahlte Uralt-Wagen ohne Ärger und Reparaturen bewegen.

Gar kein Geld für einen Wagen

Ein Problem, das mehr Haushalte haben, als man denkt. Eigentlich ist gar kein Geld in der Haushaltskasse. "Irgendwie" glaubt man aber eine Summe von 1500 bis 2000 Euro zusammen zu bekommen. Dafür werden Freunde angepumpt, die Verwandten müssen spenden und die eiserne Reserve wird geplündert. Kreditwürdigkeit bei der Bank ist nicht gegeben. Dann führen häufig schon die Kosten für Anmeldung, Nummernschildern, Steuer und Versicherung dazu, dass das finanzielle Kartenhaus zusammenbricht.

Leider gibt es in dieser Lage keinen zufrieden stellenden Rat. In dieser Preisklasse kann man keinen Wagen kaufen, der die Sicherheit bietet, in den nächsten Jahren verlässlich und ohne zusätzliche Kosten zu arbeiten. Wenn es irgendwie möglich ist, muss auf den Wagen verzichtet werden. Wer mit Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln auskommen kann, sollte auf ein eigenes Fahrzeug verzichten. Auch mit einem deutlich billigeren Motorroller lassen sich längere Strecken erledigen.

KOMMENTARE (1 von 1)
 
julzk (14.11.2008, 16:03 Uhr)
na und...
wo sind die tipps? das sparsame wagen immer gesucht sind, ist ja nichts neues! sorry, überflüssiger artikel.
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