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19. Mai 2008, 12:08 Uhr

Steuererhöhungen für alle

Die Pläne für die Reform der Kfz-Steuer werden konkret: Auf alle Autos kommen Erhöhungen von durchschnittlich 21 Euro (Benziner) beziehungsweise 26 Euro (Diesel) pro Jahr zu. Für Neuwagen gilt die CO2-Steuer, die der Automobilclub von Deutschland schlicht für überflüssig hält. Von Christoph M. Schwarzer

Bis 2013 sollen 26 Millionen Euro mehr in die Kassen der Bundesländer fließen, die wie bisher Nutznießer der Kfz-Steuer sein werden© Alexander Rüsche/DPA

Alle kriegen ihr Fett weg. Alle dürfen mehr bezahlen. Wenn das heute in der "Bild"-Zeitung zitierte Papier aus dem Bundesfinanzministerium Gesetz werden sollte, kommen auf sämtliche bis zum 31. Dezember 2008 zugelassenen Autos Steuererhöhungen zu. Bei einem Plus von 1,25 Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum wären das durchschnittlich 21 Euro pro Jahr mehr für Benziner und beim Diesel 26 Euro.

Und auch die Umstellung der Kfz-Steuer von der bisherigen Hubraum- auf die kommende CO2-Basis bringt Vorteile für den Staat: Bis 2013 sollen 26 Millionen Euro mehr in die Kassen der Bundesländer fließen, die wie bisher Nutznießer der Kfz-Steuer sein werden. Alle ab dem 1. Januar 2009 zugelassenen Fahrzeuge sollen unter die neue Regelung fallen, nach welcher der Steuersatz nicht mehr pro angefangener 100 Kubikzentimeter Hubraum, sondern pro Gramm Kohlendioxidemission im Norm-Zyklus gezahlt werden muss.

AvD fordert Umlegung auf den Spritpreis

Der Umwelt nutzt das nichts, sagt Sven Janssen vom Automobilclub von Deutschland (AvD). Aus Sicht des AvD wäre es sinnvoll, die komplizierte Kfz-Steuer komplett auf den Spritpreis umzulegen: "Menschen erleben dann die Spareffekte, die sie durch anderes Verhalten oder verbrauchsgünstige Fahrzeuge selbst erzielen, direkt im Portemonnaie." Der eigentliche Clou dabei: Diesel und Benzin müssten nicht teurer werden. Der Bund, so argumentiert der AvD, habe nach den Preiserhöhungen der letzten Zeit mit den absolut gestiegenen Mehrwertsteuereinnahmen so viel Geld eingenommen, dass daraus locker die gesamte Kfz-Steuer an die Länder überwiesen werden könnte. Würde der Staat diese Mehreinnahmen einfach umlegen, statt sie zu vereinnahmen, könnte die Kfz-Steuer ohne Mehrkosten an der Tankstelle abgeschafft werden, und der Umwelt wäre trotzdem gedient. Daran ist offenbar nicht gedacht. Während vor allem ärmere Bürger kaum noch wissen, wie sie die Kosten der Mobilität aufbringen können, trachtet der Staat danach, die Gesamteinnahmen aus dem Pkw-Verkehr kräftig zu steigern.

Komplizierte Staffelung der Steuer

Laut "Bild"-Zeitung sollen vor allem die weit über zehn Millionen Fahrzeuge der Normen Euro 2 und Euro 3 von Erhöhungen betroffen sein. So mutieren Pkw, die noch bis zum 1. Januar 2005 als sauber galten, trotz ihrer automobilen Jugend zu Stinkern. Dasselbe gilt für die aktuellen Euro-4-Wagen: Sie sollen ab 2011 stärker zur Kasse gebeten werden, wenn sie gerade mehr als zwei Jahre alt sind. Für die wenigen ganz alten Autos mit Euro-1-Norm oder schlechter ändert sich nichts. Hier darf auch jetzt schon ordentlich gezahlt werden.

Eine Vereinfachung kommt mit der Einführung der Kfz-Steuer auf CO2-Basis zum 1. Januar 2009 nicht auf die deutschen Autofahrer zu. Fahrzeuge, die weniger als 95 Gramm produzieren - das wäre zurzeit ausschließlich der Smart cdi - sollen bis 2013 steuerbefreit sein. Bereits ab 2009 müssen Halter von Fahrzeugen mit 110 bis 160 Gramm CO2 pro Kilometer 1,80 Euro pro Gramm bezahlen. Ein Golf mit dem High-Tech-TSI als 122-PS-Benziner und 149 Gramm CO2-Emissionen müsste also 262 Euro pro Jahr bezahlen. Da die Steuerreform für Fahrzeuge ab 160 Gramm pro Kilometer eine Erhöhung des Satzes auf 2,60 Euro pro Gramm vorsieht, käme es für den meistverkauften aller Golf, den 80-PS-Basismotor, besonders dicke: Der emittiert 164 Gramm pro Kilometer, was 426 Euro Steuer entsprechen würde.

"Eigentor für die deutschen Hersteller"

Die Rechnerei beim Neukauf erhält also eine neue Dimension. Allerdings nicht für die, die zu teuren Autos greifen. Selbst, wenn ein Porsche Cayenne Turbo statt bisher 331 Euro (4,9 Liter Hubraum mal 6,75 Euro pro angefangener 100 Kubikzentimeter) plötzlich 931 Euro (358 Gramm CO2 pro Kilometer mal 2,60 Euro) kosten würde, prophezeit der Autoexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen keinen bedeutenden Lenkungseffekt: "Je teurer das Auto, desto unbedeutender ist der Steueranteil bei den Gesamtkosten." Bei sechsstelligen Listenpreisen fallen die paar Euros nicht ins Gewicht.

Zusätzlich hält Dudenhöffer die geplante Regelung für ein deftiges Eigentor. Sollte nicht jedes Gramm CO2 gleich viel kosten, sondern ausgerechnet ab 160 Gramm - viele einheimische Produkte liegen weit darüber - ein Mehrpreis fällig werden, würden sich "die Deutschen selbst bestrafen." Statt einer nationalen Steuer schwebt ihm ein "europaweiter Emissionshandel“ vor. Der aber scheint zu Gunsten der kleinstaatlichen Deutschlandregelung vom Tisch zu sein.

Von Christoph M. Schwarzer
 
 
KOMMENTARE (10 von 67)
 
a-jay (20.05.2008, 16:29 Uhr)
Versteckte Kamera
Ich warte echt ständig auf den erlösenden Augenblick wo Kurt Felix oder sonstwer aus dem Gebüsch springt, rufend: "Verstehen Sie Spaß". Klar, er würde eins auf die Fresse kriegen, denn lustig finde ich das nicht mehr. Oder aber ist diese ganze Abzocke nur ein sozialwirtschaftliche Versuchsreihe, in der herausgefunden werden soll, wieviel die Bürger dieses Landes ertragen können, bevor Sie auf die Barrikaden gehen oder endlich alle auswandern? Und wenn wir endlich alle weg sind, dann können die Eingewanderten für die dicken Diäten aufkommen. Viel Spaß!
bobster (20.05.2008, 08:53 Uhr)
hallo liebe mit-autofahrer
ich verstehe wirklich die aufregung über die weitere strafsteuer nicht recht...überlegt bitte mal und denkt ein paar wochen zurück! Die diätenerhöhung unserer berliner politik-soap-darsteller muss doch schliesslich irgendwie finanziert werden!Das erdbeben in china, so schlimm es für die bevölkerung auch sein mag, verlangt ja von uns deutschen steuerzahlern auch eine sofortige hilfe. schliesslich ist bei uns ja erst jeder 4te bis 8te von armut bedroht und die öffentlichen suppenküchen werden ja noch nicht von jedem deutschen in anspruch genommen. solange die meisten deutschen noch nicht auf der strasse leben müssen, ist ja noch genug geld da um jedem zu helfen AUSSER den einheimischen menschen.ich persönlich denke, dass in wenigen jahren die sogenannten 3te welt-länder den verarmten deutschen endlich ihre hilfe anbieten.das ganze wäre natürlich etwas zu beschleunigen indem wir deutschen ALLES was nur irgendwie möglich ist spenden, um so etwas schneller in den genuss der karitativen hilfe zu kommen die uns dann mit etwas glück zuteil wird.also, steuern rauf, löhne runter solange es geht, die hilfe kommt bestimmt.....
mfg chris c.
fladdy36 (20.05.2008, 00:42 Uhr)
ich bin mal wieder fassungslos
jaja selbst die neuesten neuwagen sind stinker... eieiei... wer hat denn da wem wieder mal bakshisch gegeben???? langsam reichts wirklich. dauernd hört man nur das wird gestrichen, hier wird gespart und dort wird verteuert vor allem bei den staatlichen einnahmen unserer allseits "geliebten" steuer. nun muß der klimakiller auto mal wieder herhalten um den feudalen lebensstil unserer volksvertreter auch weiterhin zu finanzieren.
alle 4 jahre darf ich offiziell meinen senf dazu geben ... in der zwischenzeit machen die gewählten vertreter was sie wollen, vor allem dem "kleinen" manne in die fast leere tasche greifen mit immer neuen ungeahnten raffinessen. ich habe die nase voll davon, ständig ausgenommen und belogen und betrogen zu werden. das ganze wird ja auch noch staatlich überwacht (Vorratsdatenspeicherung, kfz kennzeichen scanning, maut überwachung etc.) und der krönende abschluß ist der versuch die bundeswehr auch im inneren einsetzen zu dürfen.... als ob sie was ahnen...
beim pkw würde ich grundsätzlich eher sagen: ein pickerl kaufen für die autobahn benutzung und wegen mir auch noch extra abgaben auf das benzin aber grundsätzlich weg mit der kfz-steuer. vielfahrer zahlen dadurch mehr und luxuskarossen betreiber isses eh egal wieviel die für den fahrspaß letztendlich zahlen, aber der normale berufspendler wird hoffentlich entlastet....
ramteid (19.05.2008, 23:19 Uhr)
Bin auch soweit
Ja man muss jetztnochder u. spfaar - recht geben. Es ist alles noch viel zu wenig was der Staat den Bürger abverlangt. Diese vorbildlichen Politiker denken an nichts anderes als an unsere Enkel, Urenkel und Ururenkel. Alle Autobesitzer sollten noch zu einer monatliche Spende von 100 € für die Enkel und zur Rettung des Klimas verpflichtet werden. Auf Benzin ist auch 19 % MwSt. viel zu wenig. Das müssen mindestens 40 % werden. Hoffentlich kapieren das die Minister Steinbrück und Clemens.
Zur nächsten Wahl wähle ich die Grünen und C. Roth muss die neue Kanzlerin werden. Erst dann geht es uns allen gut.
cpfaar (19.05.2008, 20:40 Uhr)
@axpp
Du bist einer der Wenigen die Recht haben. Maut und Mineralölsteuer anstatt Steuern!! Nur so kann es funktionieren. Alles andere ist doch Blödsinn
7meter50 (19.05.2008, 20:07 Uhr)
Mistgabeln und Fackeln...
Es ist einfach das Problem dass fast alle von der Mobilität abhängig sind. Es wird rumgeheult aber danach sitzt man im Auto und fährt weiter. Da nehme ich mich selbst nicht von aus. Ich fahre gern Auto und auch nicht nur wenn es unbedingt nötig ist aber drauf verzichten kann eigentlich keiner. Deswegen wird da natürlich zugelangt was das zeug hält. Wenn alle das Auto stehen ließen würd die Regelung in Zukunft anders Aussehen. Aber es kann nicht unendlich so weitergehen.
Das geht soweit bis die Leute sich erinnern was man mit Fackeln und Mistgabeln alles machen kann. Wenn das so weitergeht und die Merhheit soeinen Hals auf die Regierung hat kann es ja nicht mehr lange dauern. Zwar nicht ganz so wie in früheren Zeiten aber es würd mich nicht großartig wundern wenn da jemand richtig Probleme bekommt weil mal wieder ein Sinnfreies Gesetz in die Welt gesetzt wurde.
Es kann einfach nicht sein dass man, wenn man was vom Staat hört, zu 99% nur negatives hört... Irgendwann ist schluss dann geht es einfach nicht mehr. Oder schonmal nem nackten Mann in die tasche gefasst?
SirExekutive (19.05.2008, 18:32 Uhr)
zu spät zum wählen!
für wahlen im jahre 2009 ist es zu spät, da der eu vertrag bereits am 1 januar 2009 in kraft tritt..
an jenem tag ist es vorbeit mit chancen auf eine "friedliche" lösung, da der eu vertrag die "offizielle" einführung in eine neue art der technokratischen diktatur ist..
ab dann kann man wählen wen man will, das letzte wort werden die brüsseler technokraten haben
dazu wird der deutsche staat systematisch ausgehölt, um jenes staatengebilden zu einem passenden zeitpunkt gänzlich zusammenstürtzen zu lassen.. unsere herrn in der regierung bereiten diesen staaten nur auf die kommende diktatur vor..
wenn der staat gezielt zusammenstürtzt wird eine kurzzeitige anarchie ausbrechen, welche mit den notstandgesetzten des eu vertragens überwunden werden..
danach wird es keine länder mehr geben.. danach ist schicht im schacht und die eliete hat ihre jahrzehnte geplante agenda in eine realpolitische umgesetzt..
die new world order
aber noch haben wir zeit jene zu verhindern..
aber dazu benötigen wir vor allem die presse.. aber jene muss sich noch von ihrer gleichschaltung befreien..
so appeliere ich an sämtlichen medien -noch ist es nicht zu spät.. bitte schaut nicht weg wie ihr es damals bei der macht ergreifung hitlers getan habt.. nun ist es an der zeit um eure schuld gegenüber das deutsche volk zu sühnen
planemaecher (19.05.2008, 18:03 Uhr)
Das passt auch ins Bild:
...http://www.focus.de/politik/deutschland/bundestag-wirbel-um-vip-parkplaetze_aid_302281.html
Auch nicht schlecht oder?
tagora-sagittara (19.05.2008, 17:58 Uhr)
Wenn jemand meint,...
er müsse einen fetten Benz oder BMW fahren,... und dann vieleicht noch eine Energievernichtungsvorrichtung(SUV)zum Brötchen holen,... bitteschön, der soll auch richtig blechen. Da bin ich auch bereit 5€ für den Liter Diesel an der Säule zu sehen. oder 50€ Steuern je 100ccm ab 1Liter Hubraum.
Anders kriegt man diese ausufernde Unvernunft in dieser Republik scheinbar nicht in den Griff. Jeder, der meint, daß er das braucht,... soll gefälligst dafür richtig Kohle auf den Tisch blättern.
Dies mit Klima-blah-blah zu rechtfertigen ist jedoch Unsinn und dient nur als Alibigeblubber. Da sollten unsere Politfuzzis ruhig zugeben, daß die Steuererhöhung nur dazu dient ihre eigenen Taschen zu füllen,... oder anders ausgedrückt,... damit es einigen wenigen gut geht, muss es uns allen anderen dreckig gehen.
Vieleicht zeigt die nächste Wahl 2009, daß die Deutschen erwachsen geworden sind,... Das allerdings wage ich zu bezweifeln,.. denn in der Vergangenheit hat die Masse sich noch immer noch von diesen Rattenfängern über den Tisch ziehen lassen.
utospatz (19.05.2008, 17:55 Uhr)
Wie sagt der Berliner,
"Ick lach mir tot"
Auch ein christlicher Physiker erstickt irgendwann am eigenen Kot!
Ab morgen bin ich christlich, ist erst die ganze Welt ein gemerkel, werd übermorgwen ich zum Ferkel!
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