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Wie Autofahrer einen Preisschock vermeiden

Kfz-Versicherungen werden erneut teurer. Vor allem für Frauen kann sich ein Anbieterwechsel diesmal besonders lohnen. Der Stichtag für die Kündigung rückt näher. Was Autofahrer jetzt wissen sollten.

Von Gernot Kramper

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Jetzt sollten sich alle Autofahrer mit ihrer Kfz-Versicherung beschäftigen. Damit sie zum 1. Januar eine neue Versicherung abschließen können, muss die alte Versicherung bis zum 30. November gekündigt werden. Die Kfz-Versicherungen werden auch in diesem Jahr teurer, zwei Gruppen trifft es besonders hart: Rentner und Frauen. Aber auch alle anderen sollten ihre Tarife überprüfen.

Die Preisunterschiede für Kfz-Versicherungen sind enorm, das hat das Institut für Versicherungswirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) aus Berlin auch in diesem Jahr festgestellt. Im Extremfall wurde eine Differenz von bis zu 412 Prozent festgestellt. "Selbst wenn die Kunden einen durchschnittlichen Preis für ihre Autoversicherung zahlen, können sie meist zwischen 40 Prozent und 50 Prozent ihrer Kosten durch einen Wechsel des Anbieters einsparen", so Thomas Köhne vom HWR. Das entspricht mehreren Hundert Euro im Jahr, dafür sollte man sich die Zeit für einen Vergleich nehmen.

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Rentner zahlen drauf

Die nächste Rechnung wird viele Senioren unangenehm überraschen. Ihr Unfallrisiko soll deutlich gestiegen sein, weshalb die Prämien teilweise enorm anziehen. Für den gleichen Schutz zahlt ein 60-Jähriger bei der Badischen Allgemeinen 515 Euro pro Jahr, während ein 85-Jähriger mit 1050 Euro mehr als das Doppelte überweisen muss. Diese hohen Seniorenzuschläge gibt es auch bei anderen Gesellschaften. So kassiert die Allianz, Deutschlands zweitgrößter Autoversicherer, für einen in Hamburg zugelassenen Mercedes 200 D von einem 85-Jährigen im Vergleich zu einem 60-Jährigen mehr als das 2,5-fache der Prämie.

Frauen sollten wachsam sein

Auch den Frauen steht im nächsten Versicherungsjahr eine starke Erhöhung bevor. Paradoxerweise sind die Anti-Diskriminierungsgesetze daran schuld. Grund für den Zuschlag ist der neue Unisex-Tarif. Bislang mussten Frauen nicht dafür geradestehen, dass Männer mehr Unfälle verursachen. Nun werden beide Geschlechter gleichbehandelt. Junge Frauen werden also mit der Hauptrisikogruppe "männliche Fahranfänger" in einen Topf geworfen. Je nachdem wie die Versicherung mit dem Unisex-Gebot umgeht, kann das sehr teuer werden. Ein Vergleich lohnt sich hier also besonders.

Tarifvergleich schafft Transparenz

Einige Versicherungen zögern den Zeitpunkt heraus, an dem sie die neue Rechnung verschicken. Die Kunden erfahren dann erst sehr spät, was sie im nächsten Jahr bezahlen müssen. Um vorbereitet zu sein, kann man aber bereits jetzt Vergleichsangebote einholen. Am einfachsten geht das mit einem Versicherungsvergleich im Internet (link;http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/vergleich-kfz-versicherung-der-weg-zur-besten-auto-versicherung-1503495.html;Zum stern.de-Versicherungsvergleich#). Dort kann man auch seinen eigenen Tarif für das nächste Jahr ermitteln. Dazu müssen Sie nur die Versicherung und Ihren bisherigen Tarif heraussuchen.

Ein seriöser Vergleich funktioniert nicht mit einem Klick. Für ein aussagekräftiges Angebot benötigen Sie die Herstellernummer (HSN) und die Schlüsselnummer (TSN) des Fahrzeuges. HSN und TSN sind im Fahrzeugschein angegeben – ihn sollten Sie dabei haben. Um die User nicht zu vergraulen, lässt sich meist auch ein Vergleich ohne HSN und TSN durchführen - aber er ist umständlicher und ungenauer. Zusätzlich müssen Sie Angaben zu Zulassungsort, Parkflächen und Alter der Fahrer machen. Notieren Sie diese Angaben. Wenn Sie bei mehreren Vergleichen unterschiedliche Daten bei Laufleistung und Eigenanteil eingeben, bekommen Sie keine brauchbaren Ergebnisse.

Überlegen Sie genau, welche Leistungen Sie benötigen. Eine Haftpflichtversicherung ist vorgeschrieben. Sie deckt die Schäden ab, die Ihr Wagen verursacht. Hier sollte auf die Deckungssumme geachtet werden. Die gesetzlichen Mindeststandards von 7,5 Millionen Euro für Personen- und eine Million Euro für Sachschäden sind ungenügend, eine pauschale Deckungssumme von 100 Millionen Euro ist für jeden empfehlenswert.

Teil- und Vollkasko sind freiwillige Versicherungen für die Schäden am eigenen Fahrzeug. Sie sind wichtig für teure und hochwertige Fahrzeuge, aber auch empfehlenswert, wenn der Halter einen größeren Schaden nicht selbst tragen kann. Bei Teil- und Vollkasko kommt es auf die persönliche Situation an, ob ein umfassender Schutz wichtig ist, ob eine Basisversicherung ausreicht oder ob man auf den zusätzlichen Schutz ganz verzichtet. Die Anforderungen an die Versicherung müssen Sie ebenfalls notieren, wenn Sie nicht Äpfel mit Birnen vergleichen wollen. Ein umfassender Schutz wird teurer sein als ein Basispaket.

Wann können Sie kündigen?

Stichtag für die normale Kündigung ist 30. November. Die Schriftform ist vorgeschrieben. Hier finden Sie ein Kündigungsformular zum Herunterladen. Zu diesem Zeitpunkt muss die Kündigung bei der Versicherung auf dem Tisch liegen – es gilt also das Zustelldatum und nicht der Poststempel. Wer unangenehme Überraschungen vermeiden will, kündigt per Einschreiben. Wenn es ganz knapp wird, kann man das Schreiben auch persönlich in einem Büro der Versicherung vorbeibringen und sich den Empfang quittieren lassen. Sollte per Fax gekündigt werden, muss das Übertragungsprotokoll ausgedruckt und aufbewahrt werden.

Um der Kündigungswelle zum Ende des Jahres zu entgehen, wechseln Versicherungen zu Verträgen mit freiem Vertragsbeginn. Auch sie gelten für ein Jahr, aber von Beginn des Versicherungszeitraums gerechnet – die Kündigungsfrist orientiert sich an diesem Datum. Neben der regulären Kündigung hat jeder Kunde ein Sonderkündigungsrecht. 30 Tage nach einer Beitragserhöhung, einem Unfall oder bei einem Fahrzeugwechsel kann die Versicherung auch mitten im Jahr gekündigt werden. Denken Sie daran, dass Haftpflicht- und Kaskoversicherung zwei verschiedene Versicherungen sind, die sie beide kündigen müssen.

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