Startseite

Nachrechnen vor dem Autokauf

Eine gute Einstufung des Autos garantiert niedrige Prämien bei der Kfz-Versicherung. Schon vor dem Kauf sollte man sich daher mit den sogenannten Typklassen beschäftigten. Wer das versäumt, muss später draufzahlen.

Von Gernot Kramper

  Ein Carbrio wird bei der Teilkaskoversicherung meistens hoch eingestuft

Ein Carbrio wird bei der Teilkaskoversicherung meistens hoch eingestuft

Die eigene Schadensfreiheitsklasse kennt jeder Autofahrer. Vielen ist aber nicht bewusst, welchen Einfluss die Eingruppierung des Autos in die sogenannten Typklassen auf die Höhe der Versicherungsbeiträge bei Haftpflicht- und Kaskoversicherung hat. Tatsächlich kann die Einstufung des Autos den gleichen Effekt haben wie die eigenen "Prozente".

>>> Eine günstige Versicherung finden Sie in unserem Kfz-Versicherungsvergleich

Die Fahrzeug-Typklassen werden auf Basis der Schadensstatistik jährlich neu berechnet. Dabei können Fahrzeuge auch hoch- oder runtergestuft werden. Berücksichtigt wird nicht allein, wie häufig ein Fahrzeug in Unfälle verwickelt war, sondern auch wie hoch die dabei entstandenen Schäden waren. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es insgesamt 16 Typklassen (10 bis 25), in der Vollkaskoversicherung 25 (10 bis 34) und in der Teilkasko 24 (10 bis 33). Dabei gilt: Die Klassen mit niedrigen Zahlen sind günstig, die mit hohen teuer.

Kleine Änderungen, große Auswirkungen

Die Einstufung bestimmt die Höhe der Prämie entscheidend mit. Theoretisch ist die Prämie der Haftpflichtversicherung für die teuerste Klasse etwa fünf mal so teuer wie die Police der billigsten. Allerdings ist der extreme Vergleich nicht praxisgerecht. Hier werden Oldtimer, die wie ein rohes Ei behandelt werden, mit den rabiatesten Sportwagen verglichen. Unterschiede von hundert Prozent kommen unter realistischen Vergleichsbedingungen noch vor. Differenzen von 60 Prozent gibt es häufig bei Wagen, die sich auf den ersten Blick kaum unterscheiden.

Beispielrechnungen des ADAC zeigen, wie schon geringe Veränderungen in der Einstufung die Prämien verändern. Hierfür wurden zwei Fahrzeuge ausgewählt, die 2011 neu eingestuft wurden. Um eine echte Prämienhöhe zu berechnen, wurden für die Wagen jeweils fiktive Fahrer kreiert. Der Renault Scenic 1.4 T wurde von der Typklasse Haftpflicht 15 auf 18 hochgestuft. Diese drei Stufen setzen die Haftpflichtprämien im "KomfortVario"-Tarif bei einem Halter mit Schadenfreiheitsklasse SF 10 (= 45 Prozent) etwa 50 Euro höher - von 272,78 Euro auf 324,85 Euro. Der Audi Avant 2.7 TDI profitierte von einer besseren Einstufung in der Vollkaskoversicherung – er rutschte vier Stufen von der Klasse 22 in die Klasse 18. Der ebenfalls fiktive Halter (Schadenfreiheitsklasse SF 10 = 50 Prozent) kann sich freuen: sein KomfortVario-Tarif für eine Vollkasko kostet nicht mehr 430.35 Euro sondern 302,44 Euro. Vier Klassen ersparen ihm 130 Euro.

Die komplette Beispielrechnung des ADAC

Die Beispiele mit drei und vier Klassen Unterschied zeigen: Es geht um viel Geld. Bei Fahrern mit einer 100-Prozent-Einstufung fällt die Differenz in Euro entsprechend höher aus. Wer eine Haftpflicht und Vollkaskoversicherung abschließt, bei dem können sich Aufschläge- bzw- Ersparnisse addieren.

Die Typklassen kann man auf der Seite des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für jeden Wagentyp aufrufen. Dazu benötigt man allerdings die Schlüsselzahlen von Hersteller und Fahrzeugtyp – sie stehen im Kfz-Schein. Ein Kaufinteressent kennt diese Zahlen nicht, er kann sich mit den Angaben von Hersteller, Typ, Leistung und Hubraum behelfen. Eine einfach aufbereitete Suche findet sich auf der Seite "Autoampel".

Allgemeine Aussagen, welcher Wagen besonders billig oder teuer ist, lassen sich kaum treffen. Teuer sind sportliche Fahrzeuge, die Fahrer mit einem aggressiven Fahrstil anziehen, etwa die sogenannten "Rennsemmeln". Auch ein hoher Listenpreis schlägt sich letztlich in der Einstufung nieder. Wer günstig eine vier Jahre alte Oberklassenlimousine kauft, muss mit einem realtiv hohen Versicherungsbeitrag rechnen. Ebenfalls teuer kommen Fahrzeuge, die häufig gestohlen werden oder bei denen hochwertige Komponenten wie die Multimedia- und Navigationssysteme entwendet werden. Ein unscheinbarer Kleinwagen wie der Citroën C1 ist mit Einstufungen von jeweils 14 bei Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko dagegen kaum zu unterbieten.

täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.

Partner-Tools