Viele Kinder wünschen sich unbedingt ein Fahrrad. Das ist gut, denn ein Rad ist auch der Einstieg in ein aktives Leben. Eltern sollten beim Kauf jedoch einiges beachten, damit Sicherheit und Spaß am Radfahren nicht zu kurz kommen.

Tipp: ein Markenrad neu kaufen und gebraucht verkaufen© Hersteller Kalkhoff
Fahrräder stehen auf Wunschzetteln ganz oben, aber Überraschungsmoment und sorgfältiger Kauf schließen sich leider aus. Damit das Rad passt und gefällt sollten Sie Ihr Kind mit in den Kauf einbeziehen. Zuerst einmal ist ein Rad kein Spielzeug, gehen Sie also nicht in ein Spielzeuggeschäft, sondern in ein Fachgeschäft. Machen Sie sich mit dem Branchenbuch und dem Internet schlau. Es gibt Händler, die den Schwerpunkt bei Kinder- und Jugendrädern setzen, dort sind Sie besser aufgehoben als in einem Fachgeschäft für Rennradler. Von Billigangeboten aus dem Supermarkt sollten Sie die Hände lassen. Kinderräder sind auch im Fachhandel deutlich billiger als Räder für Erwachsene. Um diese Preise zu unterbieten, wird beim Discountrad schon am Nötigsten gespart.
Für sehr kleine Kinder gibt es sogenannte Laufräder. Auf ihnen können die Kleinen das Radfahren erkunden und finden doch noch schnell einen sicheren Stand auf den Füßen. Dieser Einstieg gilt heute als besser, als die Montage von Stützrädern, die doch nur eine trügerische Sicherheit bieten. Kinder pflegen und warten ihre Räder meist nicht selbst. Kleine Kinder sind damit überfordert und ältere drücken sich gern von diesen Pflichten. Wenn Sie den lästigen Service nicht selbst übernehmen wollen, sollten Sie ohnehin nur bei einem Geschäft einkaufen, das diese Arbeiten übernehmen kann.
Auch wenn die Verlockung der Ersparnis groß ist: Kaufen Sie das Rad nicht zu groß ein. Ein zu großes Rad lässt sich nicht sicher im Verkehr führen. Für kleine Kinder gibt es als Erstausstattung "mitwachsende" Räder, die das Kind eine Zeitlang begleiten können. Bei älteren Kindern müssen Sie versuchen, einen Kompromiss zwischen Alltagstauglichkeit und "Coolness" zu erreichen. Es kann schnell passieren, dass sich der Nachwuchs auf einem allzu bieder aussehenden Rad nicht in die Schule traut.
Umgekehrt verlangen Kinder, sobald sie zur Schule gehen, nach Ausstattungen, die eigentlich keinen Sinn machen. Vor allem Federungen schaden am Jugendrad mehr, als sie nützen. Eine sinnvolle Federung ist relativ teuer und verlangt nach einer peniblen Wartung. Ganz oben auf der Hitliste sind Scheibenbremsen, sie schaden wenigstens nicht. Ganz groß bei den Kids ist immer eine aufwändige Kettenschaltung mit möglichst vielen Gängen. Leider muss eine Kettenschaltung immer gesäubert und gefettet werden. In regelmäßigen Abständen muss sie neu justiert werden. Einen fast ebenso weiten Übersetzungsbereich bei weitgehender Wartungsfreiheit bieten moderne Nabenschaltungen.
Tipp: Die beliebten BMX-Räder sind sicher nicht das beste Fortbewegungsmittel - aber sie sind relativ robust und verzichten auf unnötige Teile. Achten Sie aber auf jeden Fall darauf, dass Sie eine gute Lichtanlage am Rad installieren lassen.
An der Sicherheit sollten Sie nicht sparen. Neben guten Bremsen und einer funktionierenden Lichtanlage, sind ein Helm und eine reflektierende Weste empfehlenswert. Bei einem Markenrad sind die installierten Bremsen immer ausreichend. Prüfen Sie aber regelmäßig die Bremsleistung. Kinder fahren auch gnadenlos auf einem Rad weiter, bei dem sich die Bremszüge so gelockert haben, dass die Bremse überhaupt nicht mehr reagiert. Das gleiche Problem besteht beim Licht. Vertrauen Sie nicht darauf, dass die lieben Kleinen Bescheid sagen, sobald das Lämpchen nicht leuchtet.

Später müssen Eltern einen Kompromiss zwischen "sicher" und "cool" finden© Evgeny Samarin/AFP
Wenn die Kinder nicht mehr ganz klein sind, stehen viele Eltern vor dem gleichen Problem: Wenn Sie auf eine komplette Sicherheitsausstattung mit Helm, Reflektorweste und Schützern bestehen, werden Ihre Kinder das Rad einfach stehen lassen. Versuchen Sie gemeinsam einen vertretbaren Kompromiss zu finden. Versuchen Sie sich in die Kids und in ihren Style hineinzuversetzen. Ein Helm im verschärften Freestyle-Look wie "Bad Lieutenant" wird von einem Jungen eher akzeptiert als eine lilafarbene Styroporschachtel mit dem Aufkleber "Die Verkehrswacht empfiehlt".