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2. März 2008, 17:16 Uhr

Im Dutzend nicht billiger

Statt durch Schlamm fahren sie auf den Supermarktparkplatz und zum Kindergarten. Geländewagen ohne harte Geländetauglichkeit sind beliebt wie nie zuvor. Das haben jetzt auch die letzten europäischen Hersteller mitbekommen. Von Axel F. Busse

Volvo XC60: Der neue Cross-Over feiert Premiere in Genf© Volvo

Lange haben sie sich von asiatischen Herstellern vormachen lassen, wie es geht: Die vom Geist der wuchtigen amerikanischen Urväter Ford Bronco oder Chevrolet Blazer inspirierten Geländewagen asiatischer Herkunft bestimmen seit den 90er-Jahren in Europa das Geschehen in der mittelgroßen Klasse. Toyota RAV-4, Honda CR-V, Kia Sportage, Mitsubishi Outlander, Hyundai Tucson und Nissan X-Trail bedienten die Kunden mit günstigen Preisen und großer Vielseitigkeit. Nur wer es sich leisten konnte, griff mit dem BMW X3 zu einer deutschen Alternative, die aber mit 4,56 Meter Länge auch kein ganz kompaktes Auto mehr ist. Es gibt gute Gründe für deutsche und europäische Marken, ein entsprechendes Angebot zu haben. Alle seriösen Prognosen sagen den kompakten SUV weiterhin Wachstum voraus. Selbst auf dem deutschen Markt, dessen Neuzulassungen im vergangenen Jahr um mehr als neun Prozent zurückgingen, verzeichnete der Bereich der Geländewagen einen Zuwachs von 1,8 Prozent.

Mercedes und Audi legen nach

Als zweiter deutscher Hersteller nach BMW ist Volkswagen auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Mit dem Modell Tiguan haben die Wolfsburger dem deutlich größeren Touareg einen handlichen Geländegänger zur Seite gestellt. Auf Anhieb erreichte das erst seit November ausgelieferte Modell die Spitze der monatlichen Zulassungsstatistik. Mercedes hat seinen kleinen Kraxler schon fertig und wird ihn im Laufe dieses Jahres als Typ GLK auf den Markt bringen. Das Gleiche gilt für Audi, der abgespeckte Q7 wird als Q5 an den Start gehen.

Einer der Stars des Genfer Auto Salons Anfang März soll der Volvo XC.60 werden. Stilistisch orientiert sich die Karosserie stark an dem großen XC.90. Doch anders als beim ersten Geländewagen der Schweden ist der kleine Bruder deutlich sportlicher geraten. Über dem muskulösen Unterbau mit großer Bodenfreiheit erhebt sich eine sportlich abgerundete Kabine: Die Frontscheibe ist stark geneigt, die Dachlinie fällt fast wie bei einem Coupé nach hinten ab, und die Heckklappe wird von den typischen Winkelgläsern der Volvo-Familie eingerahmt.

Der Verzicht auf einen eigenen SUV hat Saab Markanteile gekostet. Der Saab 9-4X soll sie zurückerobern© Saab

Angetrieben wird der XC.60 entweder von einem drei Liter großen Reihensechszylinder mit 285 PS oder einem 2,4 Liter großen Fünfzylinder-Diesel, den es mit 163 oder 185 PS gibt. In der ersten Welle wird es diese Motoren nur in Verbindung mit einem Allradsystem geben, dessen Kraft variabel zwischen den Achsen verteilt wird. Denkbar ist auch eine spätere Sparversion, die sich dann mit Frontantrieb begnügen muss.

Ein zweiter Schwede steht schon in den Startlöchern und heißt Saab 9-4X. Er bereichert das europäische SUV-Angebot voraussichtlich ab 2009 und dürfte der jüngst bei der Automesse in Detroit vorgestellten Studie ziemlich ähnlich sehen. Die Aufmerksamkeit des Genfer Messepublikums muss sich der Saab noch mit einem dritten Neuzugang teilen: Skoda hat den Bau des Sportgeländefahrzeugs "Yeti" angekündigt und wird ein erstes Exemplar in den Genfer Hallen vorstellen.

Auch Renault bedient sich in Korea

Und auch Ford will noch ein Stück vom Kuchen haben und die Begeisterung der Europäer für hochbeinige Vielzweckautos nutzen. Der Typ Kuga soll dieses Jahr die bisher offene Flanke bei den SUV schließen.

All diese Fabrikate sind eigenständige Entwicklungen der Marken, deren Logos sie tragen. Opel und Fiat, aber auch die französischen Hersteller haben dagegen ihr Heil in Kooperationen gesucht. Der Opel Antara beispielsweise ist eigentlich ein aus koreanischer Fabrikation stammender Chevrolet, der Fiat Sedici ein Zwilling des Suzuki SX-4.

Der französische PSA-Konzern mit seinen Marken Citroën und Peugeot hat sich mit Mitsubishi verbandelt und aus dem erfolgreichen Modell Outlander ein frankophiles Derivat gemacht. Als Peugeot 4007 und Citroën C-Crosser kamen die Fahrzeuge im vergangenen Jahr auf den deutschen Markt. Ab September soll das Trio aus dem Land der Trikolore wieder komplett sein. Dann wird endlich auch Renault ein Auto im Offroad-Kleid anbieten. Der Koleos, so die Typenbezeichnung, ist jedoch auch keine Eigenentwicklung: Das Vorbild erblickte als Samsung QM5 das Licht der koreanischen Autosalons.

Von Axel F. Busse
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Kroko (02.03.2008, 23:44 Uhr)
Schrott?
SUV taugt nicht auf der Straße, noch im Gelände.
Solange die Dinger nicht fliegen können ..........
Sage mir , was du fährst und ich weiß, warum du nicht ankommst......
bissig Kroko
limmer (02.03.2008, 20:57 Uhr)
....schön einen BMW X3 zu fahren....und
...denne schmeisst BMW einen Haufen von denen raus, die den gebaut haben...wünsche immer freie Fahrt....ach ja für solch einen SUV kann man im Zubehörhandel einen Anker ordern, anders lässt sich das Scheissteil nicht bremsen. Hatte mit meinem Vectra solch ein Erlebnis bei dem mir solch ein Schrott ins Heck gekracht ist. Der Fahrer meinte danach seine Bremsen hätten versagt (sorry, dieses Blödauto hatte erst 6000 KM auf dem Tacho), Gutachter sagte später, es war ein Geschwindigkeitsüberschuss, den dieser SUV nicht verzögern konnte. Also, SUV = 180 km/h und schluss. Die abgegeilten Manager der Autoindustrie sollen es sich anhören. Wenn ich einen von diesen mal unterwegs treffe (im Monat 7000 km unterwegs), dann hau ich ihm ungefragt in die Schnauze
nicht mehr oder weniger soll es sein....
salz63 (02.03.2008, 20:10 Uhr)
Wenn die Leute wenigstens fahren könnten!
Wer heute in ein Parkhaus fährt, dessen Anzeigetafel draußen verkündet es wären noch 20 Plätze frei kann mit hoher Sicherheit 20 quer über 2 Parkplätze "geparkte" SUVs finden. Und auch im Straßenverkehr sind die Dinger nicht ohne, weil ein großer Teil von den Muttis gesteuert wird denen der Papi das als Zweitwagen zu seiner Limousine gekauft hat.
Ja, genau! Das sind diesewelche die vor ein paar Jahren allenthalben im Graben landeten, nachdem Papi den Golf gegen einen Audi TT getauscht hatte, der sich irgendwie komisch verhielt, wenn man ihn mit "gefühlten 60 Golf km/h" und realen 90 Sachen in die Kurve steuerte...
einsatzreicht (02.03.2008, 20:00 Uhr)
Ich kappier es nicht
Noch vor ein paar Jahren haben wir uns ALLE! lustig gemacht über die Amis mit ihren riesen Schlitten. Jetzt gibt es anscheinend nichts tolleres mehr. Trotz Spritverbrauch (auch wenn sie weniger verbrauchen als früher, wenn ein Wagen 500 kg leichter ist kann er halt noch weniger verbrauchen), nur Fahrten auf Straße, nie auch nur einen Geländeeinsatz, Umweltschutz, Scheiß doch drauf. Und dann auch noch Frauen die anscheinend zu einem großteil auf diese Karren abfahren. Für mich absolut widersinnig. Diese Kisten gehören in meinen Augen eigentlich von Gesetz wegen VERBOTEN. Bevor wieder jemand Neid vermutet: Ich fahre einen (sparsamen) nicht Gelände BMW!
mighty_bender (02.03.2008, 17:30 Uhr)
Trecker...
Wann dürfen diese Trecker endlich nur noch auf der Wiese fahren? Die Dinger brauchen selbst gut geparkt anderthalb Parkplätze - also in der Regel zwei. Ach, ich vergaß: Drei Joghurtbecher und ne Gurke lassen sich natürlich nur mit landwirtschaftlichem Gerät sicher nach Hause bringen...
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