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31. Dezember 2008, 10:44 Uhr

"Das wird keine Dakar-Light"

Sven Quandt besitzt den einzigen privaten Rennstall, der den Werkstruppen von VW und dem Mitsubishi die Suppe versalzen kann. Im stern.de-Interview spricht er über den Umzug nach Südamerika, die Zukunft des Motorsports und warum ausgerechnet Rallyeautos Öko-Vorreiter sein müssen.

Sven Quandt, X-Raid, Dakar 2009, Rallye

Sammelplatz der Fahrzeuge nördlich von Buenos Aires© Enrique Marcarian/Reuters

Nach 31 Jahren betritt die Rallye Dakar Neuland. Erstmals wird die Marathon-Wettfahrt erstmals nicht in Europa und Afrika stattfinden, sondern in Südamerika. Der Start ist am 3. Januar 2009 in Buenos Aires. Die Strecke führt durch Argentinien und Chile, ehe die Rallye am 17. Januar wieder in Buenos Aires endet. Die Verlegung nach Südamerika ist eine Reaktion auf die Absage der Wüstenrallye 2008. Damals hatte das französische Außenministerium die Organisatoren vor Anschlägen in Mauretanien gewarnt.

Sven Quandt besitzt den einzigen privaten Rennstall, das X-Raid-Team, der den beiden Werkstruppen von VW und dem zwölffachen Seriensieger Mitsubishi die Suppe versalzen kann. Im stern.de-Interview spricht Sven Quandt über die neue Variante der Rallye Dakar, macht sich Gedanken über die Zukunft des Motorsport und äußert auch Kritik am internationalen Automobil-Dachverband F.I.A.

Herr Quandt, Jutta Kleinschmitt hat die Verlegung der Dakar nach Chile und Argentinien aufgrund des fehlenden Offroad-Anteils kritisiert.

Wenn jemand glaubt, dass die Dakar nicht mehr so schwer ist, kann ich nur sagen: Achtung, Achtung. Die Spezialprüfungen sind insgesamt 5.652 Kilometer lang. Das ist eine der schwersten Dakars überhaupt, weil man an fast jedem Tag unterschiedliche Terrains hat. Am Morgen Offroad, dann Schotter, dann Sand. Möglicherweise gepaart mit Regen, der das Ganze dann noch matschig oder rutschig macht. Dann gibt es noch sehr lange Etappen über 600 Kilometer. Das wird sicher keine "Dakar Light".

Für die Zuschauer definiert sich die Dakar durch die Wüsten-Etappen.

Wir haben Wüsten-Etappen dabei, bei denen die Sand-Dünen vom Einzelschwierigkeitsgrad her den härtesten in Afrika in nichts nachstehen. Aber wir haben keine reinen Wüsten-Etappen, wo wir 400 Kilometer nur im Sand geradeaus fahren. Jetzt haben wir halt geballt Sandplacken, die richtig schwer sind. Morgens fährt man da noch relativ locker durch. Nachmittags um zwei kommt man mit dem Auto gar nicht mehr durch, weil der Sand so heiß und weich ist.

Was bedeutet das für die Strategie?

Wir fahren alle zum ersten Mal dort. Keiner kann die Strategie voraussehen, keiner kann von vorneherein sagen: "Da kann ich pushen und da muss ich strategisch fahren." Früher wusste ich: In Mauretanien gewinne oder verliere ich und in Marokko muss ich mein Auto gut zusammenhalten, das nichts passiert. Diesmal wissen wir nicht, wo wir die Zeit gutmachen können.

Damit werden Sie als Teamchef, der die Strategie vorgibt, sehr wichtig sein. Sie konnten sich ja noch nicht alle Strecken anschauen, ihre Konkurrenten aber schon. Haben Sie dadurch keinen Nachteil?

Wir haben mit Orlando Terranova den einzigen argentinischen Fahrer im Feld als Fahrer und dadurch einen recht hohen Informationsstand. Das ist ein kleiner Vorteil.

Rallye Dakar Die erste "Rallye Paris Dakar" wurde am 26. Dezember 1978 in Paris gestartet und endete am 14. Januar in Dakar, der Hauptstadt Senegals. Die Idee von Gründer Thierry Sabine war eine Cross-Country-Rallye, die sich mit ihren Marathon-Etappen grundlegend von der WRC mit den kurzen Sonderprüfungen unterschied. Später variierten die Start- und Zielorte, so dass der Name in "Rallye Dakar" geändert wurde.

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KOMMENTARE (1 von 1)
 
gmathol (01.01.2009, 04:46 Uhr)
Mit Sport hat das eh nichts zu tun...
...jeder der ueber ein grossen Tross und eine fast perfekte Technologie verfuegt kann solche Strecken bewaeltigen.
Wir waers mal diese Strecke mit dem Fahrrad zu bewaeltigen? Hoert doch endlich auf durch Laender zu donnern deren Einheimische nicht einmal genug zu Essen haben.
Egal wo ihr euch bewegt - Gaehn!
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